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Brandenburg Wenn Facebook-Partys aus dem Ruder laufen
Brandenburg Wenn Facebook-Partys aus dem Ruder laufen
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09:27 13.08.2014
Eine Party-Einladung auf Facebook kann zu ungewünschten Gästen führen. Quelle: Franziska Kraufmann
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Potsdam

Eigentlich sollte doch alles nur ein kleiner Spaß werden. Doch am Ende ist der elterliche Vorgarten verwüstet, das Mobiliar zerstört, und schlimmstenfalls drohen auch noch Kosten für den Einsatz der Ordnungskräfte. Sogenannte Facebook-Partys, die aus dem Ruder laufen, beschäftigten in den vergangenen Wochen immer wieder die Brandenburger Polizei.

Das Prinzip ist meist ähnlich: Die Eltern sind im Urlaub und die Kinder möchten die sturmfreie Bude nutzen, um ein bisschen zu feiern. Eingeladen werden einige Freunde über das soziale Netzwerk Facebook. Doch irgendwie gerät die Nachricht in die falschen Hände und plötzlich steht eine Horde randalierender Jugendlicher vor der Tür, die nicht willkommen ist. So oder so ähnlich ist es Anfang Juli im Werderaner Ortsteil Töplitz (Potsdam-Mittelmark) geschehen, letzte Woche in Schönwalde-Glien (Havelland) und vergangenes Wochenende in Brandenburg/Havel. In allen Fällen musste die Polizei anrücken, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Die Kosten für einen solchen Einsatz tragen unter Umständen die Verursacher. Das werde in jedem Einzelfall geprüft, sagt Axel Schugardt, Sprecher der Regionaldirektion West der Polizei. Deshalb sollten Eltern mit ihren Kindern über die Risiken derartiger Einladungen sprechen.

Polizeieinsatz im Havelland

Nach Anwohnerbeschwerden hat die Polizei im havelländischen Schönwalde-Glien eine Facebook-Party mit 150 bis 200 Jugendlichen aufgelöst. Ein 17-Jähriger hatte ohne das Wissen seiner Eltern über das soziale Netzwerk Freunde zu der Feier auf seinem Grundstück eingeladen. Mehrere Streifenwagenbesatzungen hatten am Donnerstagabend eine Menge zu tun, um die Party zu beenden. Dabei stießen die Beamten auf einen stark betrunkenen 17 Jahre alten Partygast, der zur Vorsicht in ein Krankenhaus gebracht wurde. Außerdem wurden die Möbel im Haus seiner Eltern stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Polizei prüft nun, ob der Gastgeber für die Einsatzkosten aufkommen muss.

Sven Müller, Sprecher der Landesdatenschutzbeauftragten Dagmar Hartge, empfiehlt vor allem Sorgfalt beim Veröffentlichen von Einladungen: "Jeder Nutzer, der zu einer Party einlädt, kann den Kreis der Gäste über die Privatsphäre-Einstellungen für Veranstaltungen einschränken." Doch selbst wenn Jugendliche diese inzwischen meist bekannte Möglichkeit nutzen, haben sie kaum die Kontrolle darüber, was mit ihren Informationen geschieht, warnt Susanne Schmitt, Internetexpertin von der Potsdamer "Aktion Kinder- und Jugendschutz". Ein Klick genüge, um die Nachricht weiterzuverbreiten – und der Kreis der "Eingeladenen" hat sich im Nu potenziert. Der Hinweis „Bitte nicht weiterleiten“ sei sinnvoll – und generell ein sorgsamer Umgang mit Informationen im Internet.

Von Angelika Pentsi

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