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Mohamed (4) tot: Brandenburger gefasst und gesteht!

Leiche in Kaltenborn gefunden Mohamed (4) tot: Brandenburger gefasst und gesteht!

Vier Wochen stand Berlin auf der Suche nach dem Flüchtlingsjungen Mohamed (4) Kopf. Nun die traurige Gewissheit: Mohamed ist tot. Der 32-jährige Entführer Silvio S. stammt aus Brandenburg. Er hatte die Leiche des Jungen in seinem Auto versteckt – mitten in Teltow-Fläming! Nun hat er gestanden. Die Polizei prüft auch Zusammenhänge zu Elias.

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Mohamed ist von seinem Entführer getötet worden. Am Donnerstag hat die Polizei Silvio S. festgenommen. Die Trauer um den Jungen ist groß.

Quelle: dpa

Berlin. Der entführte Flüchtlingsjunge Mohamed (4) ist vier Wochen nach seiner Verschleppung am Donnerstagvormittag tot im Auto seines mutmaßlichen Entführers aufgefunden worden. Die Polizei hatte am Donnerstag einen 32-Jährigen festgenommen. Er hat die Gewalttat an dem kleinen Kind inzwischen gestanden. Die Leiche wurde in einem weißen Wagen in Kaltenborn – einem Ortsteil der Gemeinde Niedergörsdorf im Landkreis Teltow-Fläming gefunden. Der Tatverdächtige Silvio S. selbst hatte der Polizei nach seiner Verhaftung den Hinweis zum Verbleib des Jungen gegeben.

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Der 4 Jahre alte Flüchtlingsjunge Mohamed ist tot, sein mutmaßlicher Mörder gefasst. Es war der Brandenburger Silvio S. aus Kaltenborn (Teltow-Fläming). Derzeit wird der Fundort der Leiche von Ermittlern untersucht und bewacht. Zuvor hatten die Beamten das Auto, in dem die Kinderleiche in einer Wanne versteckt war, abschleppen lassen.

Quelle: ABIX

Hinweise zu dem 32-Jährigen bekam die Polizei aus der Familie des Verdächtigen. Die Mutter des Mannes habe sich am Donnerstagvormittag bei der Polizei gemeldet und berichtet, dass ihr Sohn ihr die Tat gestanden habe, sagte der Leiter des Sonderkommission, Winfried Wenzel, auf einer Pressekonferenz.

Traurige Gewissheit

Traurige Gewissheit: Die Pressekonferenz nach dem Fund des kleinen Flüchtlingsjungen und der Festnahme des Entführers und mutmaßlichen Mörders.

Quelle: dpa

Zudem werden abschließend die Todesumstände bei einer Obduktion in der Charité geklärt. Der Täter äußerte sich zwar dazu, die Polizei wollte aus ermittlungstaktischen Gründen aber nichts sagen. Der vierjährige Junge könnte schon länger tot gewesen sein. Das äußere Erscheinungsbild der Leiche beim Fund deute darauf hin, dass der Tod schon etwas zurückliege, hieß es am Donnerstag. Die Leiche sei in Katzenstreu eingebettet gewesen, gelegen habe der Junge in einer Wanne.

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Mohamed (4) war ein unschuldiges Flüchtlingskind. Am 1. Oktober wurde er vor der zentralen Registrierungsstelle für Flüchtlinge in Berlin entführt. Nun ist er in dem beschaulichen 80-Seelen-Ort Kaltenborn (Teltow-Fläming) gefunden worden – tot in dem Auto seines mutmaßlichen Mörders Silvio S.

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Keine Spur von Erleichterung

Die Gesichter der Berliner Ermittler waren ernst, als sie von dem Fall berichteten. Der Leiter der Kripo-Sonderkommission „Mohamed“ sprach von einem außergewöhnlichen Fall und großer emotionaler Betroffenheit nach der Festnahme. „Da spüren wir keine Erleichterung.“

Zu Motiv und Beruf des Verdächtigen gab es zunächst keine Angaben. Bei der Festnahme sei der Mann kooperativ und ruhig gewesen. Er habe die Tat dann spontan gestanden.

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Der 4 Jahre alte Flüchtlingsjunge Mohamed ist tot, sein mutmaßlicher Mörder gefasst. Es war der Brandenburger Silvio S. aus Kaltenborn (Teltow-Fläming). Derzeit wird der Fundort der Leiche von Ermittlern untersucht und bewacht. Kaltenborn ist ein 80-Seelen-Dorf.

Quelle: julian stähle

Der Fall Mohamed – eine Chronologie

4. Oktober:
Mohamed wird seit drei Tagen vermisst. Nach seinem Verschwinden hatte die Polizei mit 30 Beamten den Fritz-Schloß-Park in Berlin-Moabit durchkämmt.

7. Oktober:
Sechs Tage nach seinem Verschwinden hat die Berliner Polizei mit Spürhunden nach dem vierjährigen Flüchtlingsjungen gesucht. Rund 20 Beamte und drei Hunde durchkämmten am Mittwochabend das Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Moabit.

8. Oktober:
Die Polizei veröffentlicht erstmals ein Foto eines Tatverdächtigen. Die Mordkommission leitet inzwischen die Ermittlungen.

9. Oktober:
Inzwischen sind bei der Polizei rund 30 Hinweise eingegangen.

14. Oktober:
Mohamed wird seit zwei Wochen vermisst. Eine Spur hat die Polizei weiterhin nicht. Aber ein neues Video, das den Tatverdächtigen und Mohamed zeigt, wird veröffentlicht.

18. Oktober:
20 Polizisten durchsuchen das Westhafen-Gelände nach dem Jungen.

27. Oktober:
Die Polizei setzt eine Belohnung für Hinweise in dem Entführungsfall aus. Bei Hinweisen gibt es 10.000 Euro. Außerdem wird ein neues Video mit dem mutmaßlichen Entführer veröffentlicht.

29. Oktober:
Die Leiche von Mohamed wird in einem Kofferraum gefunden. Der mutmaßliche Entführer, ein 32-Jähriger aus dem Landkreis Teltow-Fläming, gesteht, Mohamed entführt und getötet zu haben.

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um den Mann, den Bilder aus mehreren Überwachungskameras in Moabit zeigten. Er wohnte bei seiner Mutter in der Nähe von Jüterbog (Teltow-Fläming). Die Kameras hatten gefilmt, wie der Junge an der Hand eines Mannes von dem Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) weggeführt wurde. Dort warten täglich Hunderte Menschen auf ihre Registrierung, es geht oft chaotisch zu, im Gedränge verliert man sich schnell.

Auf diesem Grundstück stand das Auto

Auf diesem Grundstück stand das Auto. Die Polizei ist vor Ort und vermisst den Fundort.

Quelle: Steffen Tscheuschner/ABIX

Die Familie von Mohamed kommt aus Bosnien-Herzegowina. „Ich hatte meine Kinder die ganze Zeit im Auge“, berichtete die Mutter dem Fernsehsender n-tv. Als sie eine Wartenummer gezogen habe, sei der Kleine auf einmal weggewesen. „Ich habe überall gesucht, doch ihn nicht gefunden.“

Bisher keine Hinweise auf pädosexuelle Szene

Nach dem Tod des vierjährigen Mohamed geht die Polizei davon aus, dass der mutmaßliche Täter allein handelte. Bisher gebe es keine Hinweise auf Mittäter, hieß es am Donnerstag. Das Motiv des Mannes, der die Tat gestand, lag am Donnerstag noch im Dunkeln. „Es gibt keine Hinweise auf Kontakte zu einer pädosexuellen Szene oder einer Mitgliedschaft in einer rechtsextremen Vereinigung“, sagte ein Sprecher. Auch zu psychischen Auffälligkeiten gebe es keine Erkenntnisse.

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Der 4 Jahre alte Flüchtlingsjunge Mohamed ist tot, sein mutmaßlicher Mörder gefasst. Es war der Brandenburger Silvio S. aus Kaltenborn (Teltow-Fläming). Derzeit wird der Fundort der Leiche von Ermittlern untersucht und bewacht. Hier treten sie in das Haus, in dem der Tatverdächtige wohnt, ein.

Quelle: julian stähle

Allerdings war der Mann wohl schon früher an dem Ort der Entführung, einer großen und überfüllten Anlaufstelle für Flüchtlinge - dem Lageso (Landesamt für Gesundheit und Soziales) in Berlin-Moabit - gesehen worden.

Die Polizei hatte mit Videobildern und Fotos nach dem Mann gefahndet und Anwohner befragt. 350 Hinweise gingen bis Donnerstagmorgen ein. 20.000 Euro Belohnung waren für Hinweise ausgesetzt.

Berlins Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) schrieb in einer ersten Reaktion, die Tat sei unvorstellbar grausam und menschenverachtend. „Die Familie ist aus dem Bürgerkrieg geflüchtet, um in Deutschland Schutz zu finden – nun ist ihr Kind hier in Berlin getötet worden.“

Entsetzen bei Berlins regierendem Bürgermeister

Der regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat sich nach dem Tod des Flüchtlingskindes Mohamed bestürzt gezeigt. „Das lange Warten auf ein Wunder war leider vergebens“, teilte Müller am Donnerstag mit. Er sprach von einer menschenverachtenden Tat. Ein unschuldiges Kind sei zum Opfer eines brutalen Verbrechens geworden. „Unsere Gedanken sind bei der Familie des Kindes.“

Bei den Menschen am Lageso löste die Nachricht große Trauer aus. Die Helfer seien alle nach Haus geschickt worden, hieß es beim Verein Moabit hilft. Der Vorsitzende Laszlo Hubert war den Tränen nahe. „Ich kann nur diesem schrecklichen Mann die Hölle wünschen.“ Vorwürfe gegen die Behörden wollte er nicht machen, der Fall solle nicht instrumentalisiert werden.

Erinnerungen an den Fall Elias

Der Fall des entführten Flüchtlingsjungen hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Auch in Potsdam haben viele Menschen Anteil an Mohameds und dem Schicksal seiner Familie genommen. Denn viele fühlten sich bei dem Entführungsfall an die tragische Geschichte von Elias aus Potsdam erinnert. Geprüft wird jetzt, ob es einen Zusammenhang mit dem in Potsdam vermissten Jungen Elias gibt. Die Polizei sprach von einer auffälligen „räumlichen Nähe“.

MAZ-Spezial zum Verschwinden von Elias

Der Junge ist Anfang Juli in Potsdam spurlos verschwunden. Er war zuletzt auf einem Spielplatz im Stadtteil Schlaatz gesehen worden. Nach dem Verschwinden des Jungen startete eine groß angelegte Suchaktion. Bislang erfolglos. Von dem Jungen gibt es nach wie vor keine Spur. Die Polizei vermutet ein Verbrechen.

Elias ist weiterhin spurlos verschwunden

Elias ist weiterhin spurlos verschwunden.

Quelle: Polizei/Privat

Die Suche nach Elias – eine Chronologie

Mittwoch, 8. Juli

Gegen 17.30 Uhr verlässt Elias die elterliche Wohnung in der Potsdamer Neubausiedlung Schlaatz, um im Hof zu spielen.

Um 18.43 Uhr will die Mutter den Jungen zum Abendbrot holen, er ist weg.

Gegen 19 Uhr wird Elias vermutlich das letzte Mal gesehen. Die Polizei sucht vier Kinder als Zeugen. Eine Frau will Elias gegen 19 Uhr vor dem Rewe-Markt im Kiez gesehen haben.

Um 19.13 Uhr meldet die Mutter ihren sechsjährigen Sohn als vermisst.

Die Suche dauert die Nacht hindurch; 20 Bürger machen mit. Im Einsatz sind Hunde und ein Hubschrauber, der auch am Donnerstag die Wohngebiete Schlaatz, Stern und Waldstadt sowie den Fluss Nuthe absucht.

Donnerstag, 9. Juli

Suchhunde gehen trotz Regenwetters verschiedenen Fährten nach. Taucher suchen mehrfach die Nuthe ab.

Bereitschaftspolizisten befragen in umliegenden Häusern die Anwohner.

Insgesamt sind 160 Polizisten, 50 Feuerwehrleute, mehrere Hunde und bis zu 500 Bürger auf der Suche.

Freitag, 10. Juli

Am frühen Morgen geht die Suche weiter; es gibt 50 Hinweise. Die Kripo wertet Bildmaterial aus Straßenbahnen, Bussen und dem Rewe aus.

Am Nachmittag zeigt sich die Mutter von Elias und bricht in Tränen aus. Sie bedankt sich für die Anteilnahme.

Sonntag, 12 Juli

236 Hinweise, aber keine Spur. Die Polizei sucht mit einem Großaufgebot weiter nach Elias, auch Reiter sind dabei, einige s, seit dem Wochenende beteiligen sich Reiter an der Suche, einige kommen sogar aus Polen.

Montag, 13. Juli

Am 6. Tag des Verschwindens sucht die Polizei verstärkt im Wasser. Leichenspürhunde sind im Einsatz. Elias soll am Tag vor seinem Verschwinden an der Nuthe gewesen sein.

Dienstag, 14. Juli

Am Nachmittag zieht die Polizei auf einer Pressekonferenz eine ernüchternde Bilanz: Trotz 324 Tipps gibt es gibt keine Spur. Die freiwilligen Helfer sollten aufhören, empfiehlt die Polizei.

Mittwoch, 15. Juli

300 Hinweise. Am Abend berichtet die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“.

Donnerstag, 16. Juli

Spürhunde schlagen immer wieder an der Nuthe an, finden aber nichts. Immer noch sind 150 Polizisten vor Ort.

Das Technische Hilfswerk baggert einen Teil der Nuthe aus.

Freitag, 17. Juli

Die Nuthe wird um 20 Zentimeter abgesenkt, keine Spur. Dass Elias ausgerissen ist, glaubt die Polizei nicht; auch nicht, dass er entführt wurde. Wahrscheinlicher ist, dass er verunglückte. 600 Hinweise liegen vor.

Sonnabend, 18. Juli

Die Bundeswehr hilft mit einem Großbagger an der Nuthe. Die freiwilligen Helfer geben ihren Rückzug bekannt.

Sonntag, 19. Juli

Die Polizei zieht ihre Bereitschaftskräfte ab, nur die Soko macht weiter.

Dienstag, 21. Juli

Über 650 Hinweise, nichts. Der Hellseher Michael Schneider hat nennt Aufenthalte von Elias; auch mehrere Potsdamer haben solche Eingebungen. Die Polizei sagt, das habe nichts gebracht.

Donnerstag, 23. Juli

Von 742 Hinweisen sind mehr als 600 Tipps ausgewertet; keine heiße Spur.

Sonntag, 26. Juli

Mehr als 100 bunte Luftballons mit der Botschaft vom vermissten Elias steigen am Schlaatz auf.

Montag, 27. Juli

Eine mobile Polizeiwache am Bürgerhauses am Schilfhof wird abgebaut.

Mittwoch, 29. Juli

Die Polizei sucht mit Hunden in der Potsdamer Innenstadt nach Elias.

Freitag, 31. Juli

Die Mutter von Elias und ihr Lebensgefährte erklären sich für eine Rekonstruktion des 8. Juli bereit. Man stellt den Tagesablauf nach.

Montag, 3. August

Die „Soko Schlaatz“ wird von 60 auf 45 Ermittler verkleinert.

Dienstag, 4. August

Ein Rapper aus Lutherstadt Wittenberg veröffentlicht einen Elias-Song.

Donnerstag, 6. August

Riesenschreck am Nachmittag: Der 9-jährige Leon ist weg, man findet ihn aber schnell.

Donnerstag, 13. August

In der sechsten Woche nach dem Verschwinden des kleinen Jungen sagt Chef-Ermittler Michael Scharf: „Wir rechnen nicht mehr damit, dass Elias noch lebt.“ Er gehe von einem Verbrechen aus.

Mittwoch, 19. August

Ein anonymer Spender setzt 50.000 Euro Belohnung für den entscheidenen Tipp aus. Es gibt 1000 Hinweise.

Freitag, 4. September

Die Polizei sucht einen dunklen Kombi, in dem Zeugen gesessen haben könnten.

Donnerstag, 24. September

Der „Fall Elias“ ist so gut wie nicht mehr in den Medien präsent: Es gibt keine neuen Erkenntnisse, keine Spuren, nichts. Über Facebook wird aufgerufen, Bilder von Elias und der ebenso vermissten Inga zu teilen, von der die anhaltinische Polizei glaubt, dass sie noch lebt.

Donnerstag, 1. Oktober

Der vierjährige Mohammed wird in Berlin vermisst. Der kleine Flüchtlingsjunge aus Bosnien-Herzegowina wurde zuletzt heute auf dem Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin-Moabit gesehen. Dort soll seine Mutter ihn aus den Augen verloren haben.

Donnerstag, 15. Oktober

Derzeit werden im Land Brandenburg – bezogen auf das Alter der Kinder (bis zum 14. Lebensjahr) zum Zeitpunkt ihres Vermisstseins – 19 Kinder vermisst. Der älteste Fall datiert vom 13.06.1975. Aus dem Raum Potsdam werden fünf Kinder (unter 14 Jahre) vermisst.

Von MAZonline

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