Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Polizei nimmt möglichen IS-Rekrutierer fest
Brandenburg Polizei nimmt möglichen IS-Rekrutierer fest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:37 03.03.2016
Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Der mutmaßliche Rekrutierer eines islamistischen Selbstmordattentäters ist in Berlin festgenommen worden. Der Arzt aus Baden-Württemberg habe geholfen, einen späteren Selbstmordattentäter der Terrormiliz IS mithilfe von Propagandavideos zu radikalisieren, teilten das Landeskriminalamt und die Karlsruher Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Stuttgart mit. Außerdem habe der aus Mannheim stammende Salafist die Ausreise des 24-Jährigen mit organisiert - er habe ihm das Ticket gekauft und militärisches Zubehör besorgt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Tobias Wagner.

Der junge Mann verübte demnach am 18. Mai 2015 für die Terrorgruppe in der nordirakischen Stadt Baidschi einen Selbstmordanschlag. Mindestens zwölf irakische Regierungssoldaten sollen getötet worden sein. Nach dem Anschlag geriet der Arzt ins Visier der Ermittler.

Der festgenommene Arzt hat die deutsche Staatsbürgerschaft

Beide Männer wohnten einst in Freiburg. Der Jüngere sei im Oktober 2014 in das syrisch-irakische Krisengebiet gereist, um sich dort einer dschihadistischen Miliz anzuschließen. Er war nach Angaben des LKA geistig eingeschränkt und leicht beeinflussbar. „Er stand unter Betreuung“, sagte Staatsanwalt Wagner.

Der festgenommene Arzt sei deutscher Staatsangehöriger, eines seiner Elternteil komme aber aus dem arabischen Raum. Inwieweit der 33 Jahre alte Arzt den jungen Mann aufgrund seiner psychischen Labilität bewusst als späteren Attentäter ausgesucht haben könnte, sei Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft wollte keine Angaben dazu machen, ob der junge Mann von dem Arzt behandelt wurde oder wie die beiden zueinander fanden.

Polizei stellt Handys und eine Zielvorrichtung für Waffen sicher

Bei Durchsuchungen am Donnerstag in der Hauptstadt und in Mannheim seien unter anderem eine optische Zielvorrichtung für eine Schusswaffe sowie Mobiltelefone und elektronische Datenträger sichergestellt worden. Die Ermittler nahmen den Arzt in seiner Berliner Wohnung fest.

„Mit den Sonderprogrammen zur Bekämpfung des islamistischen Terrorismus haben wir die baden-württembergischen Staatsanwaltschaften um 14 Neustellen verstärkt und die Ermittlungen bei extremistischen Straftaten landesweit in drei staatsanwaltschaftlichen Sonderabteilungen konzentriert“, betonte Justizminister Rainer Stickelberger (SPD). „Der heutige Ermittlungserfolg der Staatsanwaltschaft Karlsruhe zeigt, dass dies der richtige Weg ist.“

Strafmaß könnte bei bis zu zehn Jahren Haft liegen

Die zuständige Staatsanwaltschaft Karlsruhe wirft dem Mediziner Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Die Vorbereitung wird mit bis zu 10 Jahren Gefängnis bestraft, die Strafe für die Beihilfe fällt geringer aus. „Da wäre auch Geldstrafe denkbar“, sagte Wagner.

Der 33-Jährige wird nun dem Amtsgericht Karlsruhe vorgeführt, das über eine Untersuchungshaft entscheidet. Das Attentat mit vielen Toten spiele für die Strafbarkeit des Arztes juristisch keine Rolle, sagte Wagner. „Für die Beihilfe reicht schon, dass der jüngere Mann ins Ausland gereist ist“, sagte Wagner.

Mehr als 780 deutsche Islamisten sind bislang in das Kampfgebiet nach Syrien und in den Irak ausgereist - ein Drittel von ihnen ist inzwischen wieder in Deutschland, Dutzende sind laut Verfassungsschutz gestorben. Etwa 1000 Menschen ordnen die Sicherheitsbehörden dem „islamistisch-terroristischen“ Spektrum zu.

Von dpa

Brandenburg Konsequenzen aus Maskenmann-Fall - Transparenzoffensive bei der Polizei

Nach dem an Negativschlagzeilen reichen Jahr 2015 will die Brandenburger Polizei raus aus den Schlagzeilen. Ermittlungschaos beim Maskenmann-Fall, Vorwürfe frisierter Aufklärungsquoten – mit einer Kontroll- und Transparenzoffensive soll dies künftig unmöglich werden.

03.03.2016

Emilia Schulze aus Velten hat einen Lebensretter. Feuerwehrmann Tim Conrad rettete das kleine Mädchen aus dem Wohnblock in Velten, bei dem ein Feuer ausgebrochen war. Einfach nach unten zur Tür raus – das ging nicht. Als die Drehleiter kam, wurde Emilia mulmig. Doch der Feuerwehrmann hatte einen Kniff und wurde zum Helden.

03.03.2016

Pendler-Stress am frühen Morgen: Wegen einer Signalstörung in Charlottenburg kam es am Donnerstag auf den S-Bahn-Linien S5, S7 und S75 zu Verspätungen und Ausfällen. Die S75 verkehrte nur zwischen Wartenberg und Ostbahnhof und auch auf den anderenbeiden Linien war mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen.

03.03.2016
Anzeige