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Polizei nimmt mutmaßliche Planenschlitzer fest

Kriminalität Polizei nimmt mutmaßliche Planenschlitzer fest

Die Brandenburger Polizei ist auf der Jagd nach Planenschlitzern offensichtlich erneut fündig geworden. In der Nacht zum Donnerstag konnten an der Autobahn  2 auf dem Rastplatz Temnitz (Potsdam-Mittelmark) zwei Verdächtige – ein 19- und ein 23-jähriger Pole – festgenommen werden. Beamte hatten zuvor an Lastwagen auf mehreren Parkplätzen entlang der A 2 insgesamt 90 aufgeschlitzte Planen entdeckt.

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Beute in der Nacht zum Donnerstag: Waschmittel.

Quelle: Polizei

Potsdam. Die Polizei kann immer häufiger Fahndungserfolge gegen mutmaßliche Planenschlitzer verbuchen. In der Nacht zum Donnerstag überraschten Beamte auf dem Parkplatz Temnitz (Potsdam-Mittelmark) an der Autobahn  2 zwei Polen (19 und 23 Jahre) beim Versuch, eine Lkw-Ladung zu plündern. In einem Mercedes-Transporter fand sich bereits umgeladenes Diebesguts – in dem Fall Waschmittel. Auf dem Parkplatz wurden 22 Lastwagen mit aufgeschlitzten Planen entdeckt. Wie Heiko Schmidt, Sprecher der Polizeidirektion West, sagte, sei die A 2 in jener Nacht zur regelrechten „Diebesroute“ geworden.

Bevor das Duo um 1.31 Uhr in Temnitz ins Netz ging, waren bei Kontrollen entlang der Autobahn zahlreiche Laster mit zerschnittenen Planen festgestellt worden: 1.14 Uhr, Parkplatz Wendgräben, 10 Fahrzeuge; 1.16 Uhr, Buckautal-Nord, 34 Lkws und 1.25 Uhr, Buckautal-Süd, weitere 19. Insgesamt 90 Planen waren erheblich beschädigt worden. Allerdings hätten einige Fahrer bei noch vollständiger Ladung auf eine Anzeige verzichtet, so Schmidt.

Bereits in der Nacht zum Mittwoch bemerkten Polizisten auf dem Rastplatz Buckautal-Süd einen 31-jährigen Polen, der die Plane eines geparkten Lasters aufgeschnitten hatte. Nach einer kurzen Flucht wurde der Mann gefasst, das Schneidwerkzeug hatte er unterwegs weggeworfen. Zur gleichen Zeit sichteten Fahnder in Buckautal-Nord einen Sattelzug mit aufgeschlitzter Plane. Einem 30-jährigen Polen, der in einem geparkten Kleintransporter saß, konnte keine Verbindung zu dieser Tat nachgewiesen werden.

300 Angriffe auf Lkws

Bereits im vergangenen Herbst hat die Polizeidirektion West in Brandenburg/Havel den Piraten der Autobahn einen verschärften Kampf angesagt.

Aus allen Bereichen der Verkehrs- und Kriminalpolizei wurden Kräfte zusammengezogen, um den Verfolgungsdruck auf die bandenmäßig organisierten Ganoven zu erhöhen.

200 Kilometer Autobahn mit über 20 Park- und Rastplätzen fallen in die Verantwortung der Direktion West. Über 300 Angriffe auf Lkws gab es 2015 in dem Gebiet.

Den seit langem größten Fang machte die speziell gegen Planenschlitzer aufgestellte Ermittlungsgruppe der Direktion West gemeinsam mit Autobahnpolizisten am 16. Februar zwei Stunden nach Mitternacht. Am Rastplatz Buckautal wurden sechs Polen im Alter von 27 bis 41 Jahren festgenommen. In ihren Fahrzeugen – einem Transporter und einem Pkw Hyundai – wurden 147 Jacken im Gesamtwert von über 10 000 Euro sichergestellt. Ein Teil davon stammte aus einem Lkw-Diebstahl nahe Magdeburg. Von den Männern ist einer unter strengen Auflagen wieder auf freiem Fuß.

Bereits zwei Nächte später wieder in Buckautal: Morgens kurz vor 5 Uhr meldete der Fahrer eines Sattelzuggespanns, dass bei ihm Diebe Kartons mit technischen Geräten abgeladen und teilweise geöffnet hatten. Die Fahnder im Dauerstress wissen inzwischen: Bei einem Wagen bleibt es nicht. Weitere vier beschädigte Laster standen nur wenig entfernt. Unter anderem fehlten 14 Paletten mit verpackten Elektrofahrzeugen für Kinder – Gesamtwert: etwa 20 000 Euro.

Organisierte Banden sind entlang der Autobahnen 2 und 9 sowie des südlichen Berliner Rings zur Landplage geworden. Die Polizei reagiert – soweit es personell möglich ist – mit verstärkten Streifenfahrten und der Überwachung von Rastplätzen. Gestohlen wird alles, was sich zu Geld machen lässt: Fernseher, Computer, fabrikneue Fahrräder, Heizkörper und Haushaltsgeräte, aber auch Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmittel und – wie im vorigen Herbst in Buckautal – Kochtöpfe im Wert von 50 000 Euro. Die Lkw-Fahrer bekommen davon zumeist nichts mit. „Es gibt Fälle, da haben die Diebe mit dem Gabelstapler palettenweise abgeladen, und der Fahrer hat es erst am nächsten Morgen bemerkt“, sagt Polizeisprecher Schmidt.

 

 

Von Volkmar Krause

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