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Polizei panzert gegen Kalaschnikows

Neuer Wagen für Brandenburger SEK Polizei panzert gegen Kalaschnikows

Der Terror hat Schwachstellen in der Polizei-Ausrüstung sichtbar gemacht: Nun hat Brandenburg reagiert und für seine Spezialkräfte einen gepanzerten Transporter gekauft – für 1,4 Millionen Euro.

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Mit dem Räumschild kann das 300 PS starke Auto Barrikaden zur Seite räumen.

Quelle: Foto: Julian Stähle

Potsdam. 300 PS, Räumschild, Geschützturm, kugelsichere Karosserie, Schießluken in den Fenstern – und 1,4 Millionen Euro teuer: Die Polizei hat am Freitagmorgen einen neuen gepanzerten Transporter („Survivor“) in Dienst gestellt, der den Spezialeinheiten bei gefährlichen Lagen Schutz bieten soll.

Zahl der „Gefährder“ sei auf zweistellige Zahl gestiegen

Die Anschaffung ist eine Reaktion vor allem auf die islamistische Terrorbedrohung, wie der stellvertretende Polizeipräsident Roger Höppner sagte. Rund 30 konkrete Ermittlungsverfahren wegen Terrorverdachts liefen derzeit allein bei der Polizei. Das zeige, wie notwendig es sei, sich für den Fall der Fälle zu rüsten. „Wir betrachten die Entwicklung mit großer Sorge“, sagte Höppner. Die Zahl der „Gefährder“ im Land sei auf eine niedrige zweistellige Zahl gestiegen.

Hintergrund des Ankaufs sind Erfahrungen aus den Terroranschlägen von Paris und Brüssel. Sie zeigten unter anderem, dass Terroristen mit durchschlagskräftigen Kriegswaffen – etwa Kalaschnikows – ausgerüstet sind. Normale Streifenwagen bieten den Sicherheitskräften in solchen Fällen kaum noch Schutz. Außerdem kann die Polizeiführung angesichts der Absicht der Täter, möglichst schnell viele Menschen zu töten, nicht mehr in sicherer Entfernung warten und dann in Ruhe einen Zugriff vorbereiten.

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Der Terror hat Schwachstellen in der Polizei-Ausrüstung sichtbar gemacht: Nun hat Brandenburg reagiert und für seine Spezialkräfte einen gepanzerten Transporter gekauft – für 1,4 Millionen Euro.

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Der neue Panzerwagen kann neben dem Fahrer neun bis an die Zähne bewaffnete Elitepolizisten aufnehmen. Zum Vergleich: Die beiden aus den 80er-Jahren stammenden Räumpanzer, die zum Bestand der Bereitschaftspolizei gehören, können nur drei Bewaffnete transportieren. Der Neuwagen hat außerdem den Vorteil, zum Transport Verletzter ausgerüstet zu sein.

Panzerungen hält sogar Explosionen aus

Im Gegensatz zu allen anderen Fahrzeugen der Landespolizei kann aus dem Fahrzeug heraus mit den bei Eliteeinheiten üblichen G36-Sturmgewehren geschossen werden. Ein Lüftungssystem bläst den Schießpulver-Rauch aus dem Wagen. Ebenso sorgt ein Überdrucksystem dafür, dass die kämpfenden Beamten nicht durch Reizgase schachmatt gesetzt werden können. Die Panzerung des Speziallasters hält sogar Explosionen ab. Eine Löschanlage soll mit Bränden fertig werden, wie sie etwa nach dem Bewurf mit Molotow-Cocktails ausbrechen können.

Das derzeit in Potsdam-Eiche stationierte „Survivor“ ist ein Leasing-Fahrzeug. Das eigentlich für die märkische Polizei gefertigte Auto wird derzeit nach speziellen Vorstellungen der Potsdamer Polizeiführung ausgerüstet. So soll es zum Beispiel Leitern auf dem Dach tragen. Der Grund: Einsätze auf dem Flughafen BER. Denn waren auf alten Flughäfen noch viele fahrbare Gangways vorhanden, kommen moderne Airports, bei denen die Jets direkt bis an die Köpfe der Terminals rollen, ohne solche mobilen Treppen aus. Im Fall von Flugzeugentführungen stellt das die Polizei vor Probleme.

Die Dachluke in der Decke des Fahrzeugs soll den Einsatz eines Maschinengewehrs ermöglichen. Zudem erhält der „Survivor“ ein System, das eine Nebelwand erzeugt, um das Gefährt zu tarnen.

„Meilenstein für die Spezialeinheiten“

Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) bezeichnete das Kampffahrzeug als „Meilenstein für die Spezialeinheiten“. Es sei Teil der Fürsorgepflicht des Staates gegenüber den Polizisten, ihnen den bestmöglichen Schutz in gefährlichen Einsätzen zu bieten.

Berlin verfügt derzeit nicht über ein solches Gefährt. Im Sinne der „guten Tradition, dass sich Spezialkräfte gegenseitig helfen“, seien Einsätze in der Bundeshauptstadt durchaus denkbar, sagte Jörg Barthel, Chef der Spezialeinheiten.

Polizeiintern setzt man einige Hoffnungen auf weitere Aufrüstungsbemühungen der Bundesebene. Die will ihre etwa 50 im Bundesgebiet verteilten Panzerwagen – zwei davon sind die genannten Uralt-Transporter – in den kommenden Jahren ersetzen. Die Ausschreibung ist in Vorbereitung. Dann könnte Brandenburgs Polizei sich mit mehreren Fahrzeugen einer bewaffneten Auseinandersetzung mit Terroristen stellen.

Von Ulrich Wangemann

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