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Polizei vertreibt Gangster aus Grenzregion

Grenzkriminalität Polizei vertreibt Gangster aus Grenzregion

Die hohe Kriminalität an der Grenze zu Polen belastet viele Brandenburger Gemeinden schon seit Längerem. In Guben ist es auf offener Straße zu brutalen Überfällen gekommen. Außerdem beschäftigen die Polizei Einbrüche und Diebstähle. Nun gibt es eine vorsichtige Entwarnung: Die Zahl der Straftaten geht zurück. Aber das ist nur die eine Nachricht.

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Eine deutsch-polnische Streife.

Quelle: dpa

Potsdam/Cottbus. Diebe und Einbrecher auf dem Rückzug: Die Grenzregion zu Polen ist wieder sicherer geworden. In den Städten Guben und Forst (beide Spree-Neiße), die unter einer hohen Kriminalitätsbelastung litten, ging die Zahl der Straftaten in den ersten neun Monaten dieses Jahres um mehr als zehn Prozent zurück. „Der verstärkte Einsatz zeigt Wirkung“, sagte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke am Mittwoch in Cottbus.

MAZ-Kommentar: Der Polizei fehlt ein Plan

Nach einer Reihe von brutalen Überfällen auf offener Straße vor neun Monaten hatte die Polizei vor allem in Guben Fußstreifen eingesetzt, die teils verdeckt agierten. Zuvor hatte sich die Stadt mit einem Hilferuf nach Potsdam gewandt. Neben den Überfällen machten den Bürgern auch Wohnungseinbrüche, Auto- und Fahrraddiebstähle zu schaffen.

Aufklärungsquote ist deutlich angestiegen

In Guben registrierte die Polizei bis Ende September laut Mörke nun 1379 Straftaten und damit 310 weniger als in den ersten neun Monaten 2014. Die Zahl der Diebstähle lag bei 504. Im Vergleichszeitraum 2014 waren es noch 784.

In Forst sei die Zahl der Straftaten um 297 auf 1904 gesunken. Das sei ein stärkerer Rückgang als in den Grenzgemeinden insgesamt und auch im gesamten Land Brandenburg. Auch die Aufklärungsquote sei in den beiden Städten deutlich angestiegen. Die Grenzregion sei aber insgesamt sicherer geworden, so Mörke: In der gesamten Gegend sei die Zahl der Straftaten rückläufig, zugleich sei die Aufklärungsquote gestiegen. Zahlen nannte er nicht. Für die kommenden Jahre gehe die Polizei von einer Stagnation bei den Straftaten aus.

Polizeipräsident: „Eine gewisse Kriminalitätsbelastung“ werde bleiben

In Guben und Forst will die Polizei trotzdem weiter Präsenz zeigen: Künftig werden jeweils zwei Doppelstreifen zu Fuß unterwegs sein. Ursprünglich sorgten zehn solcher Streifen in den beiden Städten für mehr Sicherheit. „Die Situation wird unter ständiger Beobachtung bleiben“, sichert Mörke zu. „Eine gewisse Kriminalitätsbelastung“ werde bleiben. Auch mit Prävention, etwa durch Codierung von Fahrrädern, sollen sich die Bürger wieder sicherer fühlen.

Gubens Bürgermeister Fred Mahro (CDU) findet, dass die zusätzlichen Polizisten in der Stadt positive Effekte haben. Zugleich sagt er: „Zufrieden bin ich noch nicht.“ Die Stadt will deshalb weiterhin an einem ungewöhnlichen Konzept festhalten: Sie schickt männliche Rathausmitarbeiter auf Streife. Forsts Bürgermeister Philipp Wesemann (SPD) sagte, er sei offen für eine Sicherheitspartnerschaft. Wachsame Bürger kooperieren dabei mit der Polizei. Wesemann war im Juni selbst das Auto geklaut worden.

Von Marion Kaufmann

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