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Polizei wäre bei Amok-Großeinsatz überfordert

Sicherheit in Brandenburg Polizei wäre bei Amok-Großeinsatz überfordert

Nach dem Amoklauf von München gibt es von allen Seiten großes Lob für die Arbeit der Polizei. In Brandenburg wäre ein Einsatz dieser Größenordnung kaum möglich gewesen, sagt Andreas Schuster, Chef der Gewerkschaft der Polizei. Daran sei die Politik schuld – die Sicherheitspolitik nach dem Prinzip Hoffnung betreibe.

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Andreas Schuster, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Brandenburg.

Quelle: Polizei

Potsdam. Die Polizei in Brandenburg wäre nach Auffassung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) kaum in der Lage, einen Amok-Einsatz wie den in München mit eigenen Kräften zu bewältigen. „So ein Ding wie in München können wir nach derzeitigem Stand nicht realisieren“ sagte GdP-Chef Andreas Schuster am Samstag der MAZ.

Hervorragend ausgebildet, aber zu wenige

Die Beamten in Brandenburg seien zwar hervorragend ausgebildet, doch 2200 Mann wie in der bayrischen Hauptstadt bekäme man in der Mark auf die Schnelle nicht zusammen, so Schuster. Im übrigen hätten die Sicherheitskräfte in Bayern einen super Job gemacht, sagte der Gewerkschaftschef: „Ich ziehe meinen Hut!“

GdP will 8600 Stellen

Schuster wirft der Landespolitik vor, der Polizei nicht genügend Stellen zu finanzieren. Die in der vergangenen Woche getroffene Festlegung auf 8200 Beamte im Jahr 2020 bleibe sogar hinter der Empfehlung einer Kommission zurück, die die Regierung selbst eingesetzt hatte. Die sah etwa 100 Stellen mehr vor. Bei der GdP geht man von einem Personalbedarf von 8600 aus.

Sicherheitspolitik nach dem Prinzip Hoffnung

Schuster: „Wenn in Brandenburg nichts passiert, hat die Landesregierung scheinbar alles richtig gemacht. Wenn doch etwas passiert, hat sie ein riesiges Erklärungsproblem“, sagt Schuster. Nach dem Prinzip Hoffnung allerdings sei Sicherheitspolitik nicht zu betreiben.

Gefahr durch Islamisten und psychisch Kranke

Mit Bezug auf München erklärte Schuster, die Ereignisse zeigten, wie sich die Einsatzanforderungen geändert hätten. „Egal ob Familienstreitigkeiten oder Ruhestörung, die Kollegen müssen stets damit rechnen, dass sie es mit einem Islamisten oder psychisch Kranken zu tun bekommen und sich auf das Schlimmste einstellen.“ Es zeichne sich im Lichte der jüngsten Vorkommnisse ab, dass gerade psychisch Kranke auf den Zug der Gewalt aufsprängen, um Aufmerksamkeit zu erlangen.

Landespolizei wird aufgerüstet

Zur Aufrüstung der Landespolizei, die der Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke angeordnet hatte, sagte Schuster: „Die zusätzlichen Kräfte stehen momentan nur auf dem Papier.“ Man habe auf die Festlegung der künftigen Stellenzahl warten müssen. Jetzt liefen die Ausschreibungen an.

Konkret geht es um die Aufstellung eines fünften Teams der Spezialeinsatzkommandos (SEK), außerdem um ein fünftes Mobiles Einsatzkommando (MEK). Jeweils 14 Mann sollen die neuen Einheiten haben. Innenministeriums-Sprecherin Susann Fischer bestätigte, dass sich die Einheiten noch im Aufbau befinden.

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Von Ulrich Wangemann

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