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Brandenburg Polizei warnt Motorradfahrer vor Selbstüberschätzung
Brandenburg Polizei warnt Motorradfahrer vor Selbstüberschätzung
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15:33 11.03.2017
Quelle: Peter Geisler
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Potsdam

Zu Beginn der neuen Motorradsaison warnt die Brandenburger Polizei vor sich Selbstüberschätzung. Auch die gegenseitige Rücksichtnahme gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern lasse oft zu wünschen, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums. Im vergangenen Jahr seien allerdings weniger Biker bei Unfällen ums Leben gekommen als 2015, teilte sie auf Anfrage mit. 2016 starben demnach 15 Kradfahrer auf märkischen Straßen, im Jahr zuvor waren es 26. Die Zahl der Unfälle sei von 1345 (2015) auf 1326 (2016) leicht zurückgegangen.

Nach polizeilichen Erfahrungen zählen zu den häufigste Unfallursachen unangepasste Geschwindigkeit, zu geringer Sicherheitsabstand oder Fehler beim Überholvorgang. Zudem könne die Geschwindigkeit der Motorradfahrer von den anderen Verkehrsteilnehmern nicht immer richtig eingeschätzt werden.

Nach der langen Winterpause komme noch hinzu, dass sich die Fahrer mit ihren Zweirädern auf wechselnde Straßenverhältnisse einrichten müssten. Die Fahrstabilität der Maschinen könne dadurch stark beeinflusst werden. Spurrinnen, Laub oder Split veränderten die Straßenlage.

Motorradfahrer sollten ihr Fahrzeug vor Fahrantritt in die neue Saison auf Sicherheit überprüfen, hieß es. Appelliert wurde an die Verkehrsteilnehmer, an Sicherheitstrainings teilzunehmen. Mit praktischen Übungen könne gelernt werden, sich besser auf Gefahrensituationen einzustellen.

Die Brandenburger Polizei bietet Präventionsveranstaltungen an. Sie werden mit dem ADAC und anderen Partnern organisiert, unter anderem mit einem kostenlosen „Schnuppertraining“.

Tipps für Fahrer und Maschine

Der letzte Schnee ist geschmolzen, nur noch wenig Salz und Rollsplitt liegen auf dem Asphalt: Bald kommt wieder die Zeit für die gut sechs Millionen Motorradfahrer in Deutschland, sich auf ihre Maschinen zu setzen. Doch bevor sie in die Saison starten, steht bei Maschine und Mensch eine gründliche Kontrolle an.

Ist die Maschine fit für den Frühling?

„Ein Sicherheits- und Funktionscheck der Maschine gehört nach der Winterauszeit zum Pflichtprogramm“, sagt Matthias Haasper, Forschungsleiter beim Institut für Zweiradsicherheit (ifz) in Essen. Geprüft werden sollten elektrische Verbraucher wie Blinker und Licht, der korrekte Reifendruck, das Funktionieren der Bremsanlage und die Füllstände von Öl, Kühl- und Bremsflüssigkeit.

Das gilt besonders für Fahrzeuge, die im Freien unter einer Plane überwintert haben: „Eindringende Feuchtigkeit hat im Freien leichteres Spiel, gerade mit Blick auf Elektrik und Lager“, erklärt Haasper. „Einmotten und Ausmotten sind wichtig. Wer sein Motorrad richtig einmottet, hat beim Ausmotten meist weniger Arbeit“, sagt Diana Sprung vom ADAC. Allerdings sei das Ausmotten insofern entscheidender, da das Zweirad danach verkehrstüchtig sein muss.

Bremsbeläge, Bremswirkung und Druckpunkt der Bremse lassen sich im Stand kontrollieren. Dabei wird das Motorrad aufgebockt und das zu kontrollierende Rad gedreht. «Die angehobenen Räder müssen frei drehen. Anderenfalls sollte man die Bremse vom Fachmann prüfen lassen», empfiehlt Sprung. Beim Betätigen der Hebel können Motorradfahrer die Leichtgängigkeit der Züge überprüfen. Klemmt es irgendwo, helfen oftmals ein paar Spritzer Kriechöl.

Liegt das Restprofil unter 1,6 Millimeter oder zeigen sich Risse oder Beulen, sind neue Reifen fällig. Bei sehr niedrigem Luftdruck empfiehlt der ADAC, den Reifen auf undichte Stellen zu untersuchen. Bei eingebauter Batterie oder laufendem Motor steht noch die Kontrolle der elektrischen Anlage an. Lassen sich Mängel nicht beheben, sollte die erste Tour verschoben werden. Fachspezifische Arbeiten an sicherheitsrelevanten Teilen wie Bremsen sollte immer ein Fachmann erledigen.

Ist der Mensch fit für die Maschine?

„Motorradfahrer sollten es nach der Winterpause erst einmal langsam angehen lassen und sich allmählich wieder an die Gesetzmäßigkeiten auf zwei Rädern gewöhnen“, rät Haasper. Dazu zählen das Fahren in Schräglage und das Bremsen. Der Winter hat außerdem oftmals Spuren auf den Straßen hinterlassen: «Frostbedingte Fahrbahnschäden können für unangenehme Überraschungen vor allem in Kurvenbereichen sorgen.» Ebenfalls tückisch: eine tiefstehende Sonne, die blendet. Ist das Visier zerkratzt oder verschmutzt, fährt der Motorradfahrer blind. Stark verkratzte Visiere sollten daher getauscht werden.

Wie bekommen Biker wieder ein Gefühl für das Motorrad?

Wer noch nicht so fit wie seine Ausrüstung und die Maschine ist, sollte mit einem kleinen Fitnessprogramm nachhelfen, sagt Michael Lenzen vom Bundesverband der Motorradfahrer. «Es trainiert die Muskulatur und die Kondition, und beides wird beim Motorradfahren benötigt.» Motorradfahren habe viel mit Training zu tun. «Die Routine, die man zum Ende der Saison hatte, ist zum Frühjahr noch nicht wieder vorhanden», sagt Lenzen und rät zu Grundfahrübungen auf einem Parkplatz oder noch besser zu einem Sicherheitstraining.

Nicht nur Anfängern empfehlen die Experten ein Sicherheits- oder Perfektionstraining auf einer abgesperrten Strecke. Dort bekommen die Fahrer wieder ein Gefühl für ihre Maschine und die richtige Reaktion in Gefahrensituationen. Dann sind die Reflexe trainiert, das Gefühl für das Motorrad da, die richtige Selbsteinschätzung und das Bewusstsein für die Gefahren vorhanden.

Auch an die Autofahrer denken

Eine Sache können Motorradfahrer zwar nicht trainieren, sollten aber daran denken: Auch Autofahrer haben sich in den vergangenen Monaten von Bikern entwöhnt. Die schmale Silhouette der Zweiradpiloten wird schnell übersehen - also sich lieber einmal mehr bremsbereit halten.

Checkliste vor dem ersten Anlassen

Motorradfahrer sollten nach Empfehlungen des ADAC vor dem Saisonstart unter anderem folgende Dinge an ihrer Maschine überprüfen:

- Stand von Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlmittel

- Batterie ausreichend befüllen und notfalls laden

- Bremsbeläge, Bremswirkung und Druckpunkt der Bremse kontrollieren

- Freilauf der Räder überprüfen

- Antriebskette auf Spannung, Verschleiß und Schmierung prüfen

- Bowdenzüge auf Leichtgängigkeit kontrollieren

- Licht und andere elektrische Anlagen testen

- Profil und Luftdruck der Reifen kontrollieren. Laut Gesetzgeber sind mindestens 1,6 Millimeter vorgeschrieben. Der ADAC rät, spätestens ab 2,0 Millimeter einen neuen Reifen aufzuziehen.

Von Gudrun Janicke

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