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Polizei warnt vor Asphalt-Masche

Geteert und getäuscht Polizei warnt vor Asphalt-Masche

Die Betrüger beginnen so: Ganz in der Nähe habe man auf einer Baustelle Teer übrig, man könne den Hof ausbessern oder die Auffahrt teeren, lauten die Angebote. Doch die Polizei warnt davor, diese anzunehmen. Der Teer ist minderwertig, und eine Rechnung gibt es auch nicht.

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Quelle: dpa

Potsdam. Die schweren schwarzen Limousinen sollen Seriosität vermitteln. „Meistens fahren die Betrüger mit einem Audi A6 oder einem Opel Insignia, beide mit englischem Kennzeichen, auf den Hof“, sagt Polizeisprecher Gerald Pillkuhn. Und auch die Geschichte sei meist die gleiche. Ganz in der Nähe habe man auf einer Baustelle Teer übrig, man könne den Hof ausbessern oder die Auffahrt teeren, lauten die Angebote. Doch die Polizei warnt davor, diese anzunehmen. „Straßenbauunternehmen gehen nicht von Haus zu Haus und bei keiner Firma bleibt Material übrig“, sagt Pillkuhn. Wer trotzdem kauft, hat meist den Schaden: Minderwertiger Teer, der nach wenigen Wochen zerbröselt; und keine Rechnung, auf die man sich berufen kann.

Bei Mario Henselers Autohaus in Schwedt (Uckermark) fuhren die Männer mit dem Opel Insignia vor. Zunächst schlugen sie vor, die Auffahrt zur Werkstatt für 4000 Euro zu teeren. Das hatte er für das kommende Jahr eh geplant – und handelte die Männer mit britischem Akzent bis auf 1000 Euro runter. „Das kam mir dann schon komisch vor“, sagt Henseler. Er verlangte zusätzlich eine Rechnung und bis die Männer mit den Maschinen kamen recherchierte er im Internet – und wurde fündig. In ganz Deutschland versuchen Betrüger mit dieser Masche Geld zu verdienen.
Henseler rief die Polizei. In der Zwischenzeit kamen die Arbeiter mit Lastwagen, einem Teerkessel und einer kleinen Walze auf den Hof gefahren. Der Autohausbesitzer verwickelte sie in ein Gespräch über Materialzertifikate und Rechnungsnachweise, ohne die er sich den Hof nicht teeren lassen wollte. Doch bis die Polizei aus Prenzlau ankam, waren die Betrüger weg. „Das ist leider etwas unglücklich gelaufen. Wir wären dort auch lieber gerne schneller gewesen“, sagt Polizeisprecher Pillkuhn im Nachhinein.

Doch Henseler war nicht der erste Fall. „Wir haben das seit drei Jahren, dass sie immer wieder zuschlagen. In diesem Jahr haben sie es besonders auf Autohäuser und Schrottplätze abgesehen“, so Pillkuhn. Vier Fälle sind 2013 angezeigt worden, außerdem sind ihm Betrugsversuche im Barnim und in Mecklenburg-Vorpommern bekannt. Und er geht von einer Dunkelziffer aus.

Die Masche ist in der Region inzwischen bekannt. So kaufen die Täter in der Regel abgeschredderten, alten Asphalt und mischen diesen mit einer Emulsion. Mischwerke in der Region, die diesen abgeschredderten Asphalt verkaufen, geben diesen Grundstoff inzwischen nicht mehr heraus. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um Wanderarbeiter handelt, die sich auf dem Rückweg auf die britische Insel noch etwas dazuverdienen möchten.

Die Beamten gehen nun in die Offensive. In der Sendung „Täter – Opfer – Polizei“ wird der Fall von Mario Henseler am kommenden Sonntag gezeigt. „Was traurig war, war das Verhalten der Polizei, das durfte ich in der Sendung allerdings nicht sagen“, erzählt Henseler. Die Polizisten haben sich inzwischen bei ihm entschuldigt.

Von Stephan Henke

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