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Potsdam bekommt neue Fachhochschule

Soziale Arbeit Potsdam bekommt neue Fachhochschule

Gute Nachrichten für angehende Studenten: Wenn die Berufsakademie der Stiftung Hoffbauer ab dem 1. September schließt, tritt an ihre Stelle die staatlich anerkannte „Fachhochschule Clara Hoffbauer“. Sie soll soziale Arbeit mit künstlerischer Qualifikation verbinden – auf dualem Weg.

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Quelle: dpa-Symbolbild

Hermannswerder. Potsdam bekommt eine zusätzliche Fachhochschule. Die Berufsakademie der Stiftung Hoffbauer schließt ab dem 1. September. An ihre Stelle tritt dann sofort die bereits staatlich anerkannte „Fachhochschule Clara Hoffbauer“. Die Studierenden der bisherigen Berufsakademie werden übernommen, neue Studierende kommen hinzu.

„Es geht darum Studiengänge zu entwickeln, die ästhetische Praxis mit sozialen Handlungsfeldern kombinieren“, sagt der Gründungsbeauftragte Jürgen Kraetzig. Die drei Bachelor-Studiengänge, die zur pädagogischen Tätigkeit in Kitas, Ganztagsschulen, Jugendzentren und anderen Einrichtungen qualifizieren, verbinden soziale Arbeit entweder mit Bewegungspädagogik und Tanz oder mit Musikpädagogik oder Sprachförderung.

Die Ausbildung werde wie bisher an der Berufsakademie dual sein: Zwei Tage in der Woche sind die Studierenden als Auszubildende in einer Einrichtung in Berlin oder Brandenburg tätig, drei Tage studieren sie auf dem Campus auf Hermannswerder. Das Neue: Die Fachhochschule steigt in die Forschung ein. Damit will Hoffbauer die Akademisierung der sozialen Arbeit vorantreiben und Einfluss auf entsprechende Berufsbilder in der Region nehmen.

Die Stiftung wolle die Entwicklung der sozialen Berufe prägen, sagt Kraetzig. „Wir haben ein sehr weites Inklusionsverständnis.“ Ihre pädagogischen Ziele wolle die FH mit empirischen Daten untermauern. Im Bereich der Arbeit mit Behinderten gebe es zum Beispiel noch wenig Forschung über die Wirkung bestimmter Konzepte.

Ein Forschungs-Projekt wird vom bisherigen Präsidiumsmitglied der Berufsakademie, der Musikwissenschaftlerin und Pädagogin Christiane Gerischer, geleitet. Sie will in der Praxis prüfen, welche Qualifikationen ein Musikpädagoge tatsächlich mitbringen muss, um erfolgreich zu sein. Die Sprachwissenschaftlerin Sandra Niebuhr-Siebert wird in einer Berliner Willkommensklasse mit Flüchtlingskindern untersuchen, ob ein neues Konzept zum schnellen Sprachenlernen tatsächlich funktioniert.

Die Notwendigkeit, künstlerische Methoden in sozialen Berufen einzubringen, sei weithin anerkannt, sagt Gerischer zum Konzept der neuen Fachhochschule. Die FH „Clara Hoffbauer“ nehme diesen Ansatz aber erstmals wirklich ernst. „Wir sind die Einzigen, die diese Verbindung herstellen und die Möglichkeit geben, sich auch künstlerisch auszubilden.“

Künftige Studierenden müssen darum eine Eignungsprüfung ablegen. Die Kriterien seien nicht eng umrissen. Es läuft aber in der Regel auf die Beherrschung eines Instrumentes oder die Fähigkeit hinaus, mit Sprache auch künstlerisch umgehen zu können. Derzeit gebe es schon 15 Anmeldungen.

Die neue FH wird acht Professuren haben. Pro Studiengang sind 25 Studierende vorgesehen. Bewerbungen für die drei Jahre dauernden Studiengänge seien noch bis zum 15. Juli möglich.

Frank Hohn, Vorstandsvorsitzender der Hoffbauer-Stiftung, kündigt kräftige Investitionen für die neue FH an. Ein älteres Gebäude auf dem Gelände soll fast vollständig entfernt werden, dafür wird ein neues Haus mit Seminar- und Hörsälen entstehen.

Info: www.fhchp.de

Von Rüdiger Braun

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