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Brandenburg Potsdam will für Studenten aus aller Welt attraktiv bleiben
Brandenburg Potsdam will für Studenten aus aller Welt attraktiv bleiben
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00:38 11.10.2015
Auch ihren größten Hörsaal im Campus Griebnitzsee füllt die Universität offenbar ganz locker Quelle: dpa-Zentralbild
Potsdam

Von demografischem Wandel ist an der Universität Potsdam keine Spur zu sehen: „Die Lage ist für uns sehr erfreulich“, sagt Uni-Präsident Oliver Günther anlässlich des Semesterstarts, Brandenburgs größte Hochschule ziehe ungebrochen Studierende nicht nur aus der Region, sondern aus ganz Deutschland und sogar der Welt an. Die Bewerbersituation für dieses Wintersemester sei „sensationell gut“ gewesen. Für die Bachelorstudiengänge hätten sich durchschnittlich zehn mal so viel Interessenten beworben als es Plätze gebe.

Renner unter den Studienfächer seien unter anderem Psychologie, Ernährungswissenschaft, und Europäische Medienwissenschaft. Um einen Platz in Psychologie rangelten 32 Bewerber. In Ernährungswissenschaft waren es 31 Bewerber, in Europäische Medienwissenschaft 28. Aber selbst in derzeit zulassungsfreien Fächern wie Geschichte, Germanistik oder Chemie gebe es inzwischen Überbuchungen. Alles in allem hätten sich diesen Herbst mehr als 26000 junge Menschen für ein Studium an der Potsdamer Uni interessiert.

Studieren in Potsdam, Wohnen in Berlin

Die Universität Potsdam ist die größte Hochschule Brandenburg. Vergangenes Wintersemester zählte sie mehr als 20400 Studierende. Auf den Lehrstühlen in den fünf Fakultäten sitzen rund 230 Professorinnen und Professoren. Hinzu kommen 620 wissenschaftliche Mitarbeiter und 720 nichtwissenschaftliche Mitarbeiter. Mit rund 5670 Studierenden ist die Philosophische Fakultät die größte Fakultät.

Rund 2000 Studierende der Potsdamer Uni haben einen ausländischen Hintergrund. Wiederum 1000 von ihnen kommen direkt aus dem Ausland, um hier studieren zu können. Internationales Renommee genießt zum Beispiel der Studiengang Patholinguistik.

Ihren Wohnort haben 44 Prozent der Studierenden in Potsdam, etwas mehr, 46 Prozent, wohnen in Berlin.

„Wir können nicht alle einschreiben“, sagt Günther. „Mehr als 20000 Studierende an unserer Hochschule schaffen wir nicht, wenn wir die Studienqualität halten wollen.“ Anderenfalls müsste das Land der Hochschule mehr Grundmittel zur Verfügung stellen. Pro Student müsse man mit 6000 Euro im Jahr rechnen.

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Bisher hätten 3000 Bewerber auf Bachelor-Studiengänge eine Zulassung für das kommende Semester bekommen. Bei den Masterstudiengängen, für die man sich noch bis Anfang November bewerben kann gab es schon mehr als 400 Zulassungen. Nur sechs Prozent der Studierenden käme aus Potsdam selbst, 24 Prozent aus dem Land Brandenburg und 30 Prozent aus Berlin. Nicht weniger als 35 Prozent kämen aus anderen Bundesländern, fünf Prozent reisten eigens aus dem Ausland an, um in Potsdam studieren zu können.

Günther sieht damit das ursprüngliche politische Ziel, mit Potsdam eine „Landeskinderuniversität“ zu schaffen, für überholt an. „Brandenburg sollte möglichst viele qualifizierte Leute hierher holen.“ Für diese sollten auch Anreize geschaffen werden, sich im Land eine Existenz aufzubauen. Ziel sei es, eine Forschungsuniversität mit internationaler Ausstrahlung zu werden.

Besondere Maßnahmen werde die Universität treffen, um Flüchtlinge zu integrieren. Diese könnten künftig als „free mover“ Prüfungen ablegen, die ihnen im Falle der Aufnahme eines ordentlichen Studiums angerechnet würden. „Wir arbeiten auch an unserem Sprachangebot“, sagt Günther. Deutsch als Fremdsprache müsse ausgeweitet werden. Demnächst werde die Hochschule auch eine arabischsprachige Webseite freistellen.

Bislang ist die Universität allerdings noch nicht mit den neu angekommenen Flüchtlingen in Berührung gekommen. Günther vermutet, dass dies frühestens kommendes Sommersemester der Fall sein wird. „Die Leute haben im Augenblick andere Sorgen.“ Dann müsse aber auch darüber nachgedacht werden, ob für Flüchtlinge ein spezielles Kontingent an Studienplätzen bereitgestellt werden müsse.

Berlins früherer Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner schätzt, dass unter einer Million Flüchtlinge 50000 Studierwillige sein könnten. Verteilt über das Bundesgebiet würde das für Brandenburg 850 studierwillige Flüchtlinge ergeben. Eine Zahl, die Günther für durchaus realistisch hält.

Von Rüdiger Braun

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