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Potsdamer App-Schmiede liefert Download-Hit

Digital-Tourendienst „Komoot“ Potsdamer App-Schmiede liefert Download-Hit

Sie zählt zu den weltweit erfolgreichsten Apps für Wander- und Radfahrfreunde: Komoot. Mehr als drei Millionen Mal wurde das kleine Programm für Smartphones und Tablets seit 2010 heruntergeladen. Die Idee für Komoot entstand in Süddeutschland – heimisch geworden sind die Entwickler jedoch in Potsdam. Ihr Ziel: Komoot noch einfacher machen.

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Die App Komoot berechnet den Schwierigkeitsgrad für jeden Ausflug individuell.

Quelle: Komoot

Potsdam. Der Himmel taucht die Potsdamer Havel in ein tiefes Grau. Die Halbinsel Hermannswerder lässt sich vom Ufer der Speicherstadt kaum mehr ausmachen. Ein einsamer Jogger dreht auf der Leipziger Straße seine Runden, ein Radfahrer fährt vorbei. Für einen Blick auf das Geschehen außerhalb ihres hell erleuchteten Büros in der Friedrich-Wilhelm-Boelcke-Straße haben die Programmierer des Start-Up-Unternehmens „Komoot“ keine Zeit. Sie widmen sich ganz ihren Bildschirmen und entwickeln auf zahlreichen Computern die gleichnamige App weiter – eine App, die der Jogger und der Radfahrer auf ihrem Smartphone haben könnten.

Mit Komoot können sich Freizeitsportler und Wanderfreunde individuelle Routen zusammenstellen lassen. Die Eingabe eines Start- und eines Zielortes genügen, den Rest übernimmt der Computer. „Alles, was Google Maps kann, können wir auch, nur für Outdoor optimiert“, erklärt Markus Hallermann, Mitbegründer und Geschäftsführer. Konkret bedeutet das, dass Komoot Rücksicht auf den Fitnesszustand des Nutzers nimmt, schlechte Wege außen vor lässt und Orte einbezieht, die von anderen Nutzer als besonders sehenswert eingestuft wurden.

Eine der umsatzstärksten deutschen Apps

Dieses „Rundum-Sorglos-Paket“ für Freizeitsportler kommt offenbar an. Drei Millionen Downloads und 800 000 aktive Nutzer seit der Einführung im Jahr 2010 sind in dem hart umkämpften Markt stolze Zahlen. Vor allem, weil der Service von Komoot kostenpflichtig ist. Zwar bekommt, wer sich registriert, eine Region seiner Wahl wie beispielsweise Berlin oder Rügen geschenkt, doch weitere Gebiete kosten jeweils 3,99 Euro. Vielnutzer können auch gleich die ganze Welt für einmalig 29,99 Euro freischalten lassen. Die Preise schrecken die Nutzer offenbar nicht. „In den Sommermonaten zählte Komoot zu den 30 umsatzstärksten Apps Deutschlands“, sagt Hallermann. Für den 33-Jährigen liegt der Erfolg in der Einfachheit und der Vielseitigkeit des Programms.

Die Bewertungen anderer Nutzer werden in die Routenberechnung einbezogen

Die Bewertungen anderer Nutzer werden in die Routenberechnung einbezogen.

Quelle: Komoot

Der Name Komoot ist eine Anspielung auf das schweizerdeutsche Wort „komood“, was so viel wie bequem oder praktisch bedeutet. Nicht die bloße Navigation, wie sie auch andere Apps liefern, sondern die individuelle Planung steht im Vordergrund. „Einmal pro Woche bekommt der Nutzer Tourenvorschläge“, so Hallermann. Diese würden aber nicht von einer Redaktion, sondern durch den Computer selbst erstellt – basierend auf den Bewertungen anderer Nutzer. Zusätzlich könnten die Routen maßgeschneidert angepasst werden. Komoot-Enthusiasten würden sich am heimischen PC schon mal einige Stunden Zeit dafür nehmen, sagt Hallermann und weist darauf hin, dass sich die geplanten Routen anschließend auch offline genutzt werden können und von Smartwatches unterstützt werden. Wer über eine solche digitale Uhr verfügt, bekommt die Hinweise zur Navigation direkt aufs Handgelenk gesendet.

Nutzung soll noch einfacher werden

Dass das ursprünglich aus Süddeutschland stammende Team von Komoot gerade in Potsdam heimisch geworden ist, habe an den guten Förderbedingungen in der Gründungsphase gelegen, erklärt Hallermann. Zudem profitiere die Region vom internationalen Flair und der Gründerszene Berlins. Für hoch-spezialisierte Entwickler, wie sie das Unternehmen benötigt, sei die Hauptstadt attraktiv. Für die Zukunft hat Hallermann auch schon eine Vision. Neben der weiteren Verbreitung in anderen Gebieten der Welt und dem Ausbau strategischer Partnerschaften wie mit Samsung oder Lufthansa will das 20-köpfige Team Komoot noch anwenderfreundlicher programmieren. „Wir wollen die App noch einfacher machen“, erklärt Hallermann. „Am Ende sollst du mit einem Klick die perfekte Tour bekommen.“

14 Einzelregionen in Brandenburg

Komoot bietet Einzelregionen , Regionenpakete und ein Komplettpaket an. In Brandenburg sind die Einzelregionen Teltow-Fläming, Potsdam-Mittelmark, Brandenburg-Havelland, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Oberhavel, Barnim, Uckermark, Märkisch-Oderland, Frankfurt-Oder-Spree, Dahme-Spreewald, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster verfügbar.

3,99 Euro kosten die Einzelregionen, 8,99 Euro die Regionenpakete – wie beispielsweise Berlin-Potsdam-Havelland oder Schwerin-Prignitz-Ruppin – und 29,99 Euro das Komplettpaket.

Mehr als 3 Millionen Mal wurde die Komoot-App heruntergeladen, sie hat nach Unternehmensangaben derzeit rund 800 000 aktive Nutzer.

Von Mischa Karth

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