Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Potsdamer flieht aus Taliban-Geiselhaft
Brandenburg Potsdamer flieht aus Taliban-Geiselhaft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:29 29.05.2015
Der von den Taliban entführte Stefan E.   Quelle: Screenshot
Anzeige
Potsdam

Nach rund sechs Wochen Geiselhaft ist einem von den Taliban in Nordafghanistan verschleppten Potsdamer  die Flucht gelungen. Seiner eigenen Darstellung zufolge konnte der 37-jährige Entwicklungshelfer seinen Entführern in der Nacht zu Freitag entkommen. Der Mann halte sich im deutschen Generalkonsulat in Masar-i-Scharif auf, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sei sehr erleichtert über die Entwicklung.

Erleichterung bei E.s Arbeitgeber

Die Bundesregierung dankte der afghanischen Regierung und den Sicherheitsbehörden für ihre Unterstützung. Der Mann   ist bei der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) beschäftigt. „Wir sind voller Erleichterung über diese Nachricht und möchten uns bei allen herzlich bedanken, die zu dem guten Ausgang beigetragen haben“, sagte GIZ-Vorstandssprecherin Tanja Gönner. Der Entwicklungshelfer war im April nach Angaben der Polizei bei einer Fahrt von der Provinz Kundus in die nordafghanische Stadt Masar-i-Scharif verschleppt worden. Die radikalislamischen Taliban hatten sich zu der Entführung bekannt. Forderungen waren nicht bekannt geworden.

E. wollte in Afghanistan helfen, demokratische Strukturen aufzubauen

In Afghanistan hat sich Stefan E. aufgehalten, um dort beim Aufbau staatlicher Verwaltungsstrukturen zu helfen. Seine Doktorarbeit hat E. über den Stand der Bürgerrechte ethnischer Minderheiten in Kambodscha verfasst, sie wurde vor einem Jahr veröffentlicht. Heinz Kleger, der frühere Professor und Doktorvater des Entwicklungshelfers, hatte Stefan E. in der MAZ als „einen meiner besten Studenten“ bezeichnet. E. habe sich sehr auf die Arbeit in Afghanistan gefreut. Er habe dort beim Aufbau der Demokratie helfen wollen. Nun wird Kleger seinen ehemaligen Studenten möglicherweise bald wiedersehen können: Eine GIZ-Sprecherin bestätigte gestern gegenüber der MAZ, dass der Mann  auf dem Weg zurück nach Deutschland sei.

Potsdamer ist mit Hubschraubern abgeholt worden

Über das Ende der Geiselnahme gibt es unterschiedliche Informationen. Ein örtlicher Polizeisprecher sagte:  „Unsere Polizisten sahen einen Mann gegen 1.00 Uhr in Richtung unserer Kontrollstelle kommen.“ Er sei dann zum Flughafen Kundus gebracht worden, wo ihn deutsche Soldaten aus dem Feldlager Masar-i-Scharif, die mit zwei Hubschraubern gekommen seien, abgeholt hätten.

Zuletzt war im vergangenen Oktober in Afghanistan ein deutscher Entwicklungshelfer nach mehr als zweieinhalb Jahren Geiselhaft freigekommen. Der Mitarbeiter der Deutschen Welthungerhilfe war im Januar 2012 von Extremisten aus einem Haus in der ostpakistanischen Stadt Multan verschleppt worden.

Die Bundeswehr war bereits vor eineinhalb Jahren aus Kundus abgezogen. Die GIZ beschäftigt dort aber weiterhin internationale und einheimische Mitarbeiter.

Von MAZonline

Potsdam Michendorf: Ab Montag ist Halle für Vereinssport gesperrt - Kreis macht Sporthalle zur Asylunterkunft

Die Schul-Sporthalle des Michendorfer Gymnasiums wird ab Montag zur Asylunterkunft. Weil der Landkreis Potsdam-Mittelmark keine Unterkunftsalternativen sieht, werden etwa 100 Menschen in der Halle leben. Eltern, Schüler und Sportvereine sind von dieser Entscheidung überrascht worden.

29.05.2015

Einige Brandenburger Gerichte seien gar nicht über Gebühr belastet, hatte Justizminister Helmuth Markov (Linke) nach der Demonstration der Richter und Staatsanwälte in Potsdam erklärt. Als Beispiel nannte er das Landgericht Frankfurt (Oder). Dessen Präsident keilt nun zurück.

01.06.2015
Potsdam MAZ-Kommentar zu Flüchtlingsunterkunft in Michendorfer Sporthalle - Herzlich Willkommen – trotzdem!

Unglücklicher hätte man die Flüchtlingsthematik nicht in den Ort tragen können: Der Landkreis überrascht die Michendorfer mit der Ankündigung, ab sofort die Halle des Wolkenberg-Gymnasiums zu schließen – sie wird zur Flüchtlingsunterkunft. Das ist schlechte Kommunikation, aber der Kreis musste handeln.

29.05.2015
Anzeige