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Brandenburg Potsdamer fiebern Nobelpreis-Verkündung entgegen
Brandenburg Potsdamer fiebern Nobelpreis-Verkündung entgegen
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13:05 03.10.2017
Durch die Messung von Gravitationswellen verspricht sich die Wissenschaft neue Möglichkeiten zur Erforschung des Universums.  Quelle: dpa
Potsdam

 Dienstag wird es spannend. Wenn die diesjährigen Träger des Nobelpreises für Physik verkündet werden, bricht möglicherweise auch am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut/AEI) in Potsdam Jubel aus. Dass der direkte Nachweis der von Albert Einstein vorhergesagten Gravitationswellen nobelpreiswürdig ist, war schon im vergangenen Jahr debattiert worden. Erwartet wird zwar nicht, dass AEI-Forscher ihn selbst bekommen. In Golm rechnet man aber mit Gewinnern, die den Potsdamer Forschern den Weg gewiesen haben und zum Teil noch heute mit ihnen verbunden sind. Als heiße Kandidaten werden die Amerikaner Rainer Weiss und Kip Stephen Thorne gehandelt

Erster Nachweis im September 2015

Nach dem ersten Auffangen eines Gravitationswellensignals im September 2015 sind schon mehrmals weitere Signale dieser Art nachgewiesen worden. So wurden gerade jetzt wieder Gravitationswellen verschmelzender schwarzer Löcher im All aufgefangen – und wieder war das Golmer AEI beteiligt. Sowohl der europäische Advanced-Virgo-Gravitationswellendetektor in Italien als auch die beiden Advanced-Ligo-Observatorien in den USA und das zum AEI gehörende Instrument GEO 600 in Hannover registrierten die Erschütterungen von Raum und Zeit im August.

Gravitationswellen, die von enormen Massebeschleunigungen etwa bei der Entstehung schwarzer Löcher und der Explosion von Sternen herrühren können, waren von Albert Einstein bereits 1916 als eine Konsequenz seiner Forschungen geschlussfolgert worden. Im September 2015 waren sie erstmals registriert worden – auch damals schon mit Beteiligung des AEI.

Neues Fenster zum Universum

Durch die Messung der Kräuselungen von Raum und Zeit erhofft sich die Wissenschaft ganz neue Möglichkeiten der Erkundung des Kosmos. Vielfach ist die Rede davon, durch sie sei ein „neues Fenster“ zum Universum aufgestoßen worden. Selbst vom Urknall – also der Entstehung unserer bekannten Welt – vor mehr als 13 Milliarden Jahren könnten noch Erschütterungen dieser Art durchs All wabern.

Detaillierte Untersuchungen der bereits am 14. August erneut gemessenen Wellen haben gezeigt, dass sie von einer Verschmelzung von zwei relativ schweren schwarzen Löchern, die eine Masse von 31 beziehungsweise 25 Sonnen besaßen, in einer Entfernung von rund 1,8 Milliarden Lichtjahren herrührten. Die Erschütterungen erreichten die unterschiedlichen Detektoren in einem Abstand von acht und 14 Millisekunden. Aus der Kombination dieser Laufzeitunterschiede ließ sich die Richtung zur Quelle der Gravitationswelle berechnen und am Südhimmel zwischen den Sternbildern Eridanus und Horologium lokalisieren.

2007 hatte zuletzt mit Peter Grünberg ein deutscher Forscher den Nobelpreis für Physik bekommen.

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