Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Preise für Ackerland explodieren in Brandenburg
Brandenburg Preise für Ackerland explodieren in Brandenburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:03 26.08.2016
Für märkisches Ackerland gibt es viele Interessenten: Die Preise sind auf ein Rekordniveau gestiegen. Quelle: dpa-Zentralbild
Anzeige
Potsdam

Die Preise für Ackerland sind in Brandenburg auf einen neuen Höchststand seit 1991 gestiegen. 2015 kostete der Hektar durchschnittlich 12.407 Euro, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. Insgesamt wechselten demnach im vergangenen Jahr 33.079 Hektar für 410 Millionen Euro ihren Eigentümer.

Für Junglandwirte wie Florian Hille aus Lichtenow (Märkisch-Oderland) ist die Situation besonders schwierig. Der 27-Jährige bewirtschaftet als Ökolandbauer im Nebenerwerb 38 Hektar zur Saatgutproduktion. Als Neueinsteiger will er expandieren, kann sich aber lediglich Pachtflächen leisten. „Unabhängig von der Betriebsform ist es gegenwärtig nicht darstellbar, Ackerland zu kaufen“, sagt Hille angesichts der hohen Preise. Der studierte Landwirt beobachtet, wie die Konkurrenz um Flächen viele Wettbewerber in existenzielle Nöte führt.

Ackerland oft Spekulationsobjekt

Der Landesbauernverband bestätigt das. Der betriebswirtschaftliche Ertrag eines Landwirtes liege bei durchschnittlich deutlich weniger als 200 Euro pro Hektar, während die Kaufpreise mehr als das 60-fache betragen. „Trotz niedriger Zinsen wird deutlich, dass man aus der landwirtschaftlichen Tätigkeit allein den Erwerb von Flächen nicht refinanzieren kann“, sagt Sprecher Sebastian Scholze.

Die Hintergründe sind vielschichtig. Die anhaltende Niedrigzinsphase hat auch Ackerland zusehends zum Spekulationsobjekt gemacht. In Brandenburg wirkt die traditionell großflächige Agrarstruktur als Verstärker: Das großen, zusammenhängenden Flächen gelten laut Landesbauernverband als gut bewirtschaftbar und damit als attraktive Anlage. Die ab 2005 verstärkt einsetzende Umnutzung landwirtschaftlicher Flächen zur Energiegewinnung durch Wind, Solar und Biogas ist ein zusätzlicher Preistreiber. Zudem gehen in Brandenburg mit jedem Tag zehn Hektar landwirtschaftlicher Flächen verloren, die in Bauland umgewandelt werden, wie der Landesbauernverband vorrechnet.

Bauernbund mahnt: Nachhaltig wirtschaften

Die Entwicklung wirkt sich nicht nur auf Kaufpreise auf. „Seit 2005 beobachten wir eine explosionsartige Steigerung der Pachtzinsen“, sagt Scholze. Maßgebliche Ursache sei die Förderung für erneuerbare Energie durch die Bundesregierung.

Der Bauernbund als Vertretung bäuerlicher Familienbetriebe mahnt zu einer Besinnung auf nachhaltiges Wirtschaften. „Land behält seinen Wert, deshalb sollte man als Landeigentümer lieber dreimal überlegen, bevor man verkauft“, sagt Geschäftsführer Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg. Wer nicht in akuter Geldnot sei, sollte seine Flächen lieber an ortsansässige Bauern verpachten, rät der 50 Jahre alte Nebenerwerbslandwirt aus Lennewitz (Prignitz). „Die Pleite des Agrarkonzerns KTG Agrar hat gezeigt, dass man mit der Verpachtung an verschachtelte Agrargesellschaften ganz schön auf die Nase fallen kann.“

Der Landesbauernverband fordert die Politik auf, die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft auch in Zukunft sicherzustellen. Der Gesetzgeber könne etwa „Spekulationsgrenzen beim Verkauf von landwirtshaftlicher Nutzflächen einziehen. Er kann festlegen, ob jedermann landwirtschaftliche Nutzfläche kaufen kann oder Landwirte hier Vorrang genießen dürfen“, erklärt Sprecher Scholze.

Von Bastian Pauly

Die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge in Brandenburg ist im Frühjahr deutlich zurückgegangen. Doch immer wieder werden sie angegriffen. Der Hass müsse gestoppt werden, fordert eine Linken-Politikerin. Zahlen aus dem Innenministerium zeigen eine erschreckende Entwicklung.

26.08.2016
Brandenburg Fälle von Tierquälerei in Brandenburg - Wenn Tierhasser zuschlagen

Im Kreis Teltow-Fläming sorgt ein möglicher brutaler Fall von Tierquälerei für Entsetzen. Ein Pferd musste eingeschläfert werden, weil es möglicherweise ein Tierhasser brutal attackiert und ein Bein des Pferdes fast abgeschlagen hat. In Brandenburg ist es immer wieder zu Übergriffen an Tieren gekommen. Wir haben einige Fälle zusammengetragen.

26.08.2016
Brandenburg Verspätungen und Zugausfälle bei S5, S7 und S75 - Schwan stoppt S-Bahn-Verkehr in Berlin

Tierisches Pech hatten Pendler am Freitagmorgen. Ein Schwan hatte sich in Berlin auf die Gleise der S-Bahn verirrt. Der Bahnverkehr wurde unterbrochen. Die Polizei rettete das Tier schließlich. Doch noch einige Zeit danach kam es zu Verspätungen und Zugausfälle.

26.08.2016
Anzeige