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Brandenburg Preise für Strom in Brandenburg am höchsten
Brandenburg Preise für Strom in Brandenburg am höchsten
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18:06 04.01.2017
Blitze eines Gewitters erhellen den Nachthimmel über einem Windenergiepark nahe Sieversdorf (Oder-Spree). Quelle: dpa
Potsdam

Der Strom in Brandenburg ist nach einer Erhebung des Internet-Vergleichsportals Verivox im Vergleich aller Bundesländer für Verbraucher am teuersten. Im Durchschnitt zahle eine drei- bis vierköpfige Familie in den neuen Bundesländern 1149 Euro im Jahr, in Brandenburg seien es 1180 Euro. Angenommen wurde ein Verbrauch von 4000 Kilowattstunden (kWh) pro Familie. Im Jahresvergleich habe sich der Strom damit in Brandenburg um 3,1 Prozent verteuert.

Darüber hinaus ist laut Verivox die Kluft Brandenburgs zum günstigsten Bundesland größer geworden. Das ist Bremen, wo für Strom nur 1054 Euro im Jahr fällig werden, das sind 126 Euro weniger. Vor einem Jahr waren es noch 101 Euro und im Jahr davor 73 Euro.

Schuld an dieser großen Kluft sind die regional unterschiedlichen Entgelte der Netzbetreiber. Sie machen etwa ein Viertel des Strompreises aus. Die Höhe dieser Netzentgelte richtet sich nach der Einwohnerdichte. Je besiedelter das Gebiet ist, je weniger muss der Kunde zahlen. Das bedeutet, dass in dünn besiedelten Regionen wie Brandenburg sehr viel gezahlt wird.

Hohe Stromkosten haben auch Verbraucher in Mecklenburg-Vorpommern (1164 Euro), Thüringen (1146 Euro) und Hamburg (1145 Euro). Am wenigsten zahlen Verbraucher neben Bremen in Bayern (1082 Euro), Niedersachsen (1088 Euro) und Hessen (1096 Euro).

Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox, sieht in der Energiewende eine der Ursachen für die regional unterschiedliche Kostenbelastung. Netzbetreiber müssten immer häufiger in die Netzregulierung eingreifen, zum Beispiel, wenn im Norden zu viel Windstrom in das Stromnetz fließt. „Diese Stabilitätsmaßnahmen kosten Geld und treiben die Netzentgelte und damit die Stromkosten regional unterschiedlich in die Höhe.“

Hinzu kommt der Fall des kostenpflichtigen Abschaltens von Windkraftanlagen. Das passiert, wenn die Leitungen deren Strom in Hochlast-Phasen nicht mehr transportieren können. Die Kosten dafür liegen aktuell bei rund einer Milliarde Euro im Jahr und dürften nach Branchenmeinung wachsen weiter.

Die ungleiche Verteilung der Netzentgelte hat auch die Politik erreicht. Die ostdeutschen Länder fühlen sich gegenüber dem Westen benachteiligt und fordern vom Bund eine Angleichung der Netzentgelte. Kurz vor Weihnachten hatte sich Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) im Namen der ostdeutschen Länder-Kollegen in einem Schreiben an Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) gewandt, das sogenannten Netzentgeltmodernisierungsgesetz schnell umzusetzen. Eigentlich wolle die Bundesregierung die Netzentgelte bis Ende des Jahres neu regeln. Doch es gibt noch immer keine Beschlussfassung des Papiers. Woidke hatte erklärt: „Den Bürgern ist nicht mehr zu erklären, warum der Einsatz für den Ausbau der erneuerbaren Energien mit hohen Netzentgelten ’bestraft’ wird.“

Die Verbraucherzentrale Brandenburg rät dazu, sich ungeachtet der hohen Stromkosten im Osten nicht jede Preiserhöhung gefallen zu lassen. Im Internet sollte bei mehreren Tarifrechnern verglichen werden, um den günstigsten Anbieter zu finden. Sprecherin Lisa Högden empfiehlt: „Je genauer man seinen durchschnittlichen Jahresverbrauch kennt, desto zielsicherer ist die Suche nach dem günstigsten Anbieter“.

Bei Vorkasseverträgen sollte man vorsichtig sein. Denn der Kunde zahlt, noch bevor die erste Kilowattstunde Strom geliefert worden ist. Außerdem sollten Kündigungsfristen beachtet und keine Verträge mit zu langen Fristen abgeschlossen werden. Auch sollte darauf geachtet werden, wie lange der derzeitig gültige Strompreis durch den Anbieter garantiert wird.

Von Igor Göldner

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