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Brandenburg Private Tierhalter bereiten Behörden Probleme
Brandenburg Private Tierhalter bereiten Behörden Probleme
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14:08 18.02.2017
Quelle: dpa (Genrefoto)
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Potsdam

Weniger die großen Betriebe, als private Tierhalter machen in Brandenburg Probleme mit Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Bei den märkischen Agrarbetrieben verzeichnen die Veterinärämter weniger Verstöße, zu privaten Haltern dagegen müssen sie häufiger ausrücken, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Nach Angaben des Potsdamer Ministeriums für Verbraucherschutz ist die Zahl der Verstöße in den kontrollpflichtigen Betrieben des Landes rückläufig. Die aktuellsten Zahlen stammen von 2015: Hier seien 289 Verstöße registriert worden - fast 200 weniger als im Jahr davor. Die Zahlen für 2016 werden derzeit noch ermittelt.

«Die häufigsten Mängel kommen in den Bereichen „Gebäude und Unterbringung“ sowie „Füttern, Tränken und beigefügte Stoffe“ vor», sagte der Sprecher. Amtstierarzt Achim Wendlandt berichtete aus dem Landkreis Uckermark vom Anbinden von Kälbern oder zu später Behandlung kranker Tiere. «Auch tote Tiere werden zu spät auf den Anlagen entfernt», sagte er über Geflügelzüchter. In anderen Landkreisen gibt es Probleme mit zu wenig Licht in den Ställen und bei der Versorgung mit Tränkwasser.

Verwahrloste Hunde und Katzen

In der Uckermark fallen zunehmend private Tierhalter auf, die nicht Rinder oder Schweine, sondern Hunde und Katzen halten. «Dreimal die Woche werden uns Fälle gemeldet», sagte Wendlandt. Da gehe es um verwahrloste Tiere auf großen Gehöften, aber auch um Nachbarschaftsstreits. «Nur einem dieser drei Fälle können wir meist ernsthaft nachgehen», erklärte der Amtstierarzt.

Probleme besonders in den Städten

Besonders in Städten fallen private Tierhalter negativ auf: So geht die Mehrzahl der jährlich 150 Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in Frankfurt (Oder) auf private Halter zurück, wie Amtstierärztin Claudia Schütte sagte. «Häufig lebt ein Hund nur auf dem Balkon und kommt nicht raus.» Dann gebe es Messies, die zu viele Tiere in einer zu kleinen Wohnung hielten.

In der Stadt wie auf dem Land haben die Tierschützer und Veterinärämter Probleme mit der rechtlichen Handhabe. Manchmal werden Wendlandt und seine Mitarbeiter erst gar nicht auf das Grundstück gelassen. «Polizei und Ordnungsbehörden können wir nur dann einschalten, wenn Gefahr in Verzug ist», erklärte Wendlandt - also dann, wenn es um das Leben des Tieres gehe. Dann bestehe zwar mit gutem Zureden die Möglichkeit, die Tiere vor dem Grundstückstor zu kontrollieren, aber manchmal komme es erst gar nicht zum Gespräch.

Beleidigungen schon fast an der Tagesordnung

So wurden Mitarbeiter des Veterinäramts in der Uckermark bereits mehrmals beleidigt. «Die Kontrolleure sind verbalen Angriffen recht häufig ausgesetzt», berichtete auch der Sprecher des Landkreises Barnim. Mit übler Nachrede und Behauptung von Unwahrheiten in sozialen Medien sowie telefonischer Belästigung sehen sich die Amtsmitarbeiter im Kreis Teltow-Fläming konfrontiert. In Frankfurt gab es sogar tätliche Angriffe gegen die Kontrolleure.

Ein besonders schwerer Fall ereignete sich im Januar 2015 in Klein-Behnitz (Havelland): Ein damals 71-jähriger Landwirt schoss auf Mitarbeiter des Veterinäramtes, die seine Rinder wegen chaotischer Zustände beschlagnahmen wollten. Ein Mitarbeiter starb. Der Landwirt wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Wenn Tierliebe für Vierbeiner zur Hölle wird

2006: Mitarbeiter des Veterinäramtes, der Polizei, Feuerwehr und viele Helfer bergen auf dem Hof von Gisela Voß in Liebenwalde (Oberhavel) über Stunden hinweg 231 verwahrloste Hunde aus Zwingern und Verschlägen. Die Tiere sind teilweise krank und unterernährt. Die Helfer finden mehr als 30 Hundewelpen in Erdtunneln. Zwei Tiere müssen sofort eingeschläfert werden, auf dem Hof werden etliche Tierkadaver entdeckt.

2012: Die Behörden retten 17 Pferde von einem Gehöft in Groß Kreutz (Potsdam-Mittelmark). Die Tiere sind in einem furchtbaren Zustand, müssen über Monate gepflegt und wieder aufgepäppelt werden.

2012: Im Dezember entdecken Polizisten, die zu einem Einbruch in ein Wohnhaus in Eichstädt (Oberhavel) gerufen werden, 30 völlig verwahrloste Perserkatzen. Die Tiere haben weder Futter noch Wasser, die Wohnung ist stark verdreckt. Das Veterinäramt holt die Katzen aus der Wohnung und päppelt die Vierbeiner wieder auf.

2013: Wieder überprüft die Polizei den Hof von Gisela Voß in Liebenwalde. Trotz Verbotes finden die Beamten bei der Frau 7 Hunde, 5 Katzen und 8 Hühner. Als die Polizisten die Tiere beschlagnahmen wollen, droht Gisela Voß damit, sich umzubringen.

2013: Im März beschlagnahmt die Polizei auf einem Hof in Linow (Ostprignitz-Ruppin) 129 Pferde, ein Teil der Pferde ist zu diesem Zeitpunkt krank und in einem überaus schlechten gesundheitlichen Zustand. Ein Tier wird nur noch tot geborgen, zwei Pferde müssen eingeschläfert werden. Die Halterin wird zu einer Geldstrafe verurteilt.

2015: Im Januar wollen Behörden dem Landwirt Wilfried Z. aus Klein Behnitz (Havelland) 30 Rinder entziehen, da diese zum großen Teil verwahrlost und krank sind. Als ein Veterinär auf seinen Hof kommt, um die Tiere mitzunehmen, erschießt der 72-Jährige den Mann. Er steht derzeit vor Gereicht.

2015: In Berlin-Spandau wird die Polizei im Januar aufgrund von Lärm- und Geruchsbelästigung zu einer 3-Zimmer-Wohnung gerufen. In dieser stellen die Beamten 1700 Wellensittiche fest. Die Tiere werden dem Tierschutz übergeben, der Halter erhält eine hohe Geldstrafe.

2015: Im August wird Gisela Voß tot auf ihrem Liebenwalder Hof aufgefunden. Die Polizei finden auf dem Gelände 2 Ponys, 1 Schwein, 4 Schafe, 7 Ziegen, 2 Hunde sowie Katzen, Gänse und Hühner. Ein Hund wird tot aufgefunden.

2015: 100 verwahrloste Katzen hat das Veterinäramt Teltow-Fläming am 18. August auf einem Bauernhof bei Niedergörsdorf gerettet. Die Tiere waren zum Teil schwer krank und mussten tierärztlich versorgt werden. Sie kamen in die Obhut der Tierschutzorganisation Aktion Tier. Der Halter der Katzen hatte wenige Tage zuvor eine Haftstrafe angetreten.

Von Christian Bark

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