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Brandenburg Lkw-Fahrer muss mit weiterer Klage rechnen
Brandenburg Lkw-Fahrer muss mit weiterer Klage rechnen
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18:19 06.12.2018
Im Amtsgericht Brandenburg/Havel läuft der Prozess gegen Stefan M. (57), dem die Staatsanwaltschaft Potsdam fahrlässige Tötung zweier Feuerwehrmänner aus Lehnin vorwirft. Quelle: JACQUELINE STEINER
Potsdam

Auf den wegen fahrlässiger Tötung zweier Feuerwehrleute angeklagten Lastwagenfahrer Stefan M. kommt wahrscheinlich eine weitere Klage wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu. Am zweiten Prozesstag am Mittwoch kam im Amtsgericht Brandenburg an der Havel heraus, dass M. nach dem ersten Verhandlungstag offenbar trotz Führerscheinentzugs in einem grauen Golf Typ IV mit Berliner Kennzeichen davongefahren war. Eine Zeugin hatte davon ein Handyvideo gemacht.

Die Staatsanwaltschaft beabsichtige, dieses Vergehen als Nachtragsanklage nach Paragraf 266 der Strafprozessordnung in die Hauptverhandlung einzubeziehen, teilte die Sprecherin der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Sarah Kress-Beuting, auf MAZ-Anfrage mit. „Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass das geschieht“, so Kress-Beuting.

Freiheits- oder Geldstrafe möglich

Laut Paragraf 266 der Strafprozessordnung kann ein zuständiger Staatsanwalt in einer Hauptverhandlung die Anklage auf weitere Straftaten des Angeklagten erweitern. Das Gericht kann die weiteren Anklagen einbeziehen. Der Angeklagte muss aber zustimmen, weil das übliche Verfahren der Anklageerhebung, das zum Beispiel auch eine Stellungnahme des Angeklagten vorsieht, hier wegfällt. Laut Potsdamer Staatsanwaltschaft ist Fahren ohne Fahrerlaubnis mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe belegt.

Stefan M. aus Berlin muss sich bereits wegen fahrlässiger Tötung zweier Feuerwehrleute auf der A2 vor Gericht verantworten. Es war der 5. September 2017 um 2.22 Uhr, als die Freiwilligen Feuerwehren der Umgebung alarmiert wurden, weil auf der meistbefahrenen Autobahn des Landes mal wieder ein Unfall passiert war.

Tragisches Unglück auf der A2

Zwischen den Abfahrten Brandenburg/Havel und Netzen war ein Kleintransporter auf einen fahrenden Sattelzug gerast. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der schwer verletzte Fahrer des Transporters in seinem Fahrzeug eingeklemmt und musste von Feuerwehrleuten aus seinem zerstörten Wagen geschnitten werden.

Die Polizei sicherte die Unfallstelle, sperrte die rechte und mittlere Spur für Bergungsarbeiten ab und leitete den Verkehr auf die linke Spur. Der damals 55-jährige Stefan M. raste mit fast Tempo 90 auf die Unfallstelle zu und prallte gegen einen Einsatzwagen der Feuerwehr auf der gesicherten mittleren Spur.

Dieser Wagen kippte um und begrub Sebastian K. und Philipp R. Die beiden Familienväter, 23 und 38 Jahre alt, starben noch vor Ort. Ihre Kollegen sammelten danach Spenden für die hinterbliebenen Familien. Der Prozess gegen M. war auf zwei Tage angesetzt, der zweite Prozesstag am Mittwoch endete jedoch ohne Urteil. Das soll nun am 13. Dezember fallen.

Von Rüdiger Braun/MAZonline

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