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Psychisch Kranker flieht aus Gefängnis

"Reichsbürger" sollte Prozess wegen Sprengstoff gemacht werden Psychisch Kranker flieht aus Gefängnis

Ein psychisch kranker Mann ist am Dienstag aus einem Berliner Gefängnis geflohen. Der Mann sollte sich vor Gericht verantworten, weil er illegal Sprengstoff gelagert hat. Der Mann gehört vermutlich zu den sogenannten "Reichsbürgern". Das ist eine rechtsradikale Gruppe, die die deutsche Rechtsordnung nicht anerkannt und sich noch im deutschen Reich wähnt.

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Vermutlich mit Hilfe nachgemachter Schlüssel ist ein 39-Jähriger in Berlin aus dem Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter geflohen. Der Mann verschwand am Dienstagmorgen kurz vor Beginn seines Strafprozesses am Berliner Landgericht, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales mitteilte. Die Polizei fahndet nach dem Pyrotechniker, der unter Wahnvorstellungen leiden soll. Von einer Gefahr für die Bevölkerung geht die Senatsverwaltung nicht aus.

Laut Verwaltung gelang es dem Mann, sich aus einem gesicherten Bereich der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik "herauszuschließen" und in das Kellergeschoss vorzudringen. Dort sei er durch das Fenster eines Technikraumes entkommen, der mit einem Spezialschlüssel gesichert war. Die genauen Umstände der Flucht untersuchen nun Kriminalisten.

Der 39-Jährige sollte sich vor Gericht verantworten, weil er in einem illegalen Lager in Neukölln in großem Stil Sprengstoff und Leuchtmunition gehortet haben soll. In der Anklage wird dem Mann auch versuchte Nötigung vorgeworfen. Er soll Mitarbeitern eines Gerichts sowie eines Bezirksamtes nach der Räumung seines Grundstücks Gewalt angedroht haben.

Im Maßregelvollzug werden psychisch kranke oder suchtkranke Straftäter untergebracht. Es können Verurteilte oder Verdächtige sein, die auf ihren Prozess warten. Berlin hat dafür rund 520 Plätze in fünf besonders gesicherten Teilanstalten an zwei Standorten.

Der Verschwundene vermeidet laut Senatsverwaltung eher Konflikte und Gewalt. Möglicherweise könnte er sich aber wehren, wenn er sich in die Enge getrieben fühlt. Der Techniker war seit Anfang April im Maßregelvollzug. Am Dienstagmorgen informierte ein Abteilungsleiter der Klinik das Gericht, dass der 39-Jährige nicht auffindbar sei.

Nach Angaben der Verteidigung lebt der Mann "in einer anderen Rechtsrealität". Er gehöre zu einer Gruppierung, die die Bundesrepublik und deren Gesetze nicht anerkennt.

Das Gericht will nun den Prozess am nächsten Dienstag (30. Juli) starten - in der Hoffnung, dass der Angeklagte bis dahin gestellt wird.

Laut Gesundheitsverwaltung ist es in diesem Jahr die erste Flucht aus dem Maßregelvollzug. Zuletzt entkam im November 2012 ein 23-Jähriger während eines Arztbesuches aus einer Rettungsstelle. Er hatte seine Bewacher abgehängt und war in einen bereitstehenden Fluchtwagen gestiegen.

dpa

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Ein psychisch kranker Mann ist am Dienstag aus einem Berliner Gefängnis geflohen. Der Angeklagte sollte sich vor Gericht verantworten, weil er illegal Sprengstoff gelagert hat. Er konnte jedoch kurz vor dem Prozess entkommen.

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