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Brandenburg Diskussion nach manipulierter RBB-Show
Brandenburg Diskussion nach manipulierter RBB-Show
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20:01 13.08.2014
Meyenburg mit seinem Modemuseum. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

Es waren beschauliche Bilder. Stattliche Pferde zeigte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) im vergangenen Jahr in der 45-minütigen Sendung „21 Dinge, die man in Brandenburg erlebt haben muss“. Geboten werden sollte eine Rangfolge, die die Zuschauer des Senders eigens ausgewählt hatten. Und um es richtig spannend zu machen, ging es mit Platz 21 los: Moderatorin Madeleine Wehle präsentierte den Zuschauern die Pferdestadt Neustadt/Dosse (Ostprignitz-Ruppin).

Die Szene hatte nur einen kleinen Schönheitsfehler. Neustadt/Dosse war gar nicht auf Platz 21 gelandet. Unter den 350 Zuschauern, die per Internet abstimmten, hatten immerhin so viele für die Stadt der Pferde votiert, dass es glatt für Platz 14 reichte. In Wirklichkeit war Meyenburg (Prignitz) am Ende der Rangliste gelandet.

Doch die verantwortlichen Redakteure des Senders interessierte das offenbar wenig. Sie suchten stimmungsvolle Bilder für den Einstieg in die Sendung. Meyenburg hat zwar ein Modemuseum, was optisch auch nicht schlecht ist, aber Tiere gefielen den RBB-Machern deutlich besser. Also drehte die Redaktion kurzerhand an der Rankingliste – wegen der „Sendedramaturgie“, wie der RBB nun eingestanden hat.

Damit hat der RBB ebenfalls einen Ranking-Skandal. Die Frage ist nur, welchen Platz der Sender damit im Manipulationsranking der Öffentlich-Rechtlichen einnehmen wird. Im vergangenen Monat flog das ZDF mit der veröffentlichten Reihenfolge von „Deutschlands Beste“ auf. Der NDR tat sich mit „Unregelmäßigkeiten“ bei gleich drei Ranking-Shows hervor. Beim WDR wurden Abstimmungen über Talsperren, Kunstwerke oder Wanderwege manipuliert. Der Hessische Rundfunk griff bei Brücken und Kinderfilmklassikern in die Abstimmungsergebnisse ein.

Was beim RBB passiert ist, sei vergleichsweise harmlos, sagt der Sprecher des Senders, Justus Demmer, stellt aber zugleich klar: „Das geht natürlich gar nicht“. Welche Konsequenzen dieser Fehltritt der Redaktion haben wird, sei derzeit noch nicht klar. Ein Teil der Verantwortlichen sei noch im Urlaub. „Wir werden das in den nächsten Wochen diskutieren, wenn alle wieder da sind“, so Demmer.

Tatsache ist: Die gesendete Rangliste bei „21 Dinge“ wurde von Platz 12 abwärts geändert. „Das ist wie bei einer Perlenkette“ sagt Demmer. An einer Stelle angefangen, verschob sich die komplette Reihenfolge. Immerhin: der von den Zuschauern auf Platz eins gewählte Ort, der Spreewald, blieb unangetastet.

Im Vergleich zu anderen Sendern habe der RBB solche Rankings eher selten im Programm, sagt Demmer. Und bei den einmal im Monat gesendeten „30 Favoriten“ sei alles sauber abgelaufen, versichert er. In diesem RBB-Format werden die Zuschauer etwa nach den schönsten Brandenburger Seen oder den beliebtesten Schlagern der 60er-Jahre befragt.

Dieter Fuchs, der Amtsdirektor von Neustadt/Dosse, nimmt es gelassen, dass seine Kommune von Platz 14 vertrieben wurde: „Immerhin kamen wir im Fernsehen, das ist Werbung für uns.“ Bedenklich sei die Praxis freilich trotzdem: „Wie soll sich der Bürger da noch ernst genommen fühlen?“, fragt er. Am parallel erstellten Berlin-Ranking der „21 Dinge“ wurde übrigens noch drastischer gedreht. Die Zuschauer wählten die S-Bahn auf Platz 2. Das fand die Redaktion zu unspektakulär und verwies das Pannenverkehrsmittel auf Platz 13. Wenigstens der Fernsehturm hielt sich auf Platz 1.

Von Mathias Richter

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