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Randale wie in Potsdam stärkt die Pegida-Szene

MAZ-Kommentar Randale wie in Potsdam stärkt die Pegida-Szene

Die linke Szene feiert es als Erfolg: Rechtsgerichtete haben in Potsdam keinen Platz in der Öffentlichkeit. Aber dieser Erfolg wurde teuer erkauft: Die Pegida-Demo endete mit Pfefferspray und Steinwürfen. Schade. Besser wäre es gewesen, man hätte die islamfeindlichen Demonstranten einfach nur im Regen stehen gelassen, meint MAZ-Redakteur Ulrich Wangemann.

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Dee Polizei versucht (erfolglos) eine Sitzblockade aufzulösen.

Quelle: MAZonline

Potsdam. Dresche für Pegida-Demonstranten und Polizisten, Tränengas und Schlagstock gegen linke Gegendemonstranten – es sind bedenkliche Szenen, die sich am Montagabend in Potsdam abgespielt haben.

Die linke Szene feiert es als ihren Erfolg, dass eine rechtsgerichtete Bewegung wieder einmal ziemlich unverrichteter Dinge aus Potsdam abziehen muss. Denn in der Brandenburgischen Landeshauptstadt hat sich noch jede tatsächliche oder vermeintliche rechte Gruppe zuverlässig blutige Nasen geholt.

Pegida meldet erneute Demo in Potsdam an.

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Potsdam, 11. Januar 2016: Die Pegida-Demo in Potsdam mit rund 150 Teilnehmern wird nach wenigen Minuten beendet. Doch aus den Reihen der Gegendemonstranten beginnen Krawalle, die die Potsdamer Innenstadt stundenlang lahmlegen.

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Potsdam hat eine stabile Zivilgesellschaft, die Keile nicht nötig hat

Wer an eine friedliche Ideenkonkurrenz glaubt, der kann nur den Kopf schütteln. Immer wieder fallen Potsdamer Linke in Verhaltensmuster zurück, die aus den wüsten frühen 90er-Jahren stammen, als der Häuserkampf tobte und Neonazis versuchten, mit Gewalt in der Stadt Fuß zu. Daher rührt der Nimbus, den Potsdam noch immer hat in der linken Szene.

Hinter vorgehaltener Hand sind übrigens auch manche Polizisten und Staatsanwälte ganz froh darüber, dass sich in Potsdam nie eine verfestigte rechtsextremistische Szene etablieren konnte - sie musste ins Umland ausweichen. Jedoch: Die Zeit der fliegenden Fäuste ist nun 20 Jahre her, gerade Potsdam hat eine stabile Zivilgesellschaft, die schnell eine große Anzahl von Unterstützern mobilisieren kann. Die wird mit einem Häufchen von Demonstranten auch ohne Keile fertig.

Die 200 Pegida-Leute im Nieselregen – darunter 100 Demo-Touristen aus Berlin, hätte kaum einer bemerkt. Warum also das Misstrauen der Pegida-Gegner in die eigene Stärke? Was wäre die Konsequenz, wenn das Potsdamer Beispiel Schule macht? Dann hätten wir in jeder Stadt im Land Randale, die Pegida-Szene sähe sich – sehr zu ihrem Gefallen und mit Opfer-Weihen versehen - aufgewertet. Der Demokratie hätte man einen Bärendienst erwiesen. Und tatsächlich: Pegida kommt wieder. Die nächste Demo ist schon angemeldet. Wo bekommt man schon so viel Aufmerksamkeit?

Von Ulrich Wangemann

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Der sowjetische Soldatenfriedhof  auf dem Bassinplatz ist am Holocaust-Gedenktag viel zu nahe am bisherigen Kundgebungsstandort der Pegida, sagt die Polizei.

Zweimal konnten sie nicht wie sie wollten, nun ruft die Pegida-Bewegung zur dritten Demonstration in Potsdam auf. Am Mittwochabend. Die Route wird erst kurz vor Demobeginn bekannt gegeben. Der Startpunkt steht mit dem Hauptbahnhof allerdings bereits fest. Und es gibt ein Tabu für die rechte Demo.

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