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Rangsdorfer (85) deckt Einbruchmasche auf

Falsche Telefonumfrage Rangsdorfer (85) deckt Einbruchmasche auf

Das Telefon von Oskar Gossing klingelte: Angeblich wollte die Verbraucherzentrale eine Umfrage machen. Doch als die Stimme am anderen Ende der Leitung danach fragte, ob der Rangsdorfer einen Hund besitze, wurde er skeptisch. Jetzt fürchtet er, Einbrecher könnten ihn ausgekundschaftet haben. Die Polizei war ihm keine große Hilfe.

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Rufen Einbrecher jetzt bei ihren potenziellen Opfern vorher an?

Quelle: dpa

Rangsdorf. Oskar Gossing ist kein ängstlicher Mensch. Aber ein wenig unruhig geschlafen habe er schon nach dem ominösen Anruf, gesteht er. Denn er befürchtet, dass es Einbrecher auf sein Haus abgesehen haben – und die Polizei ist ihm in dieser Situation keine Hilfe.

Der 85-jährige MAZ-Leser aus Rangsdorf (Teltow-Fläming) erhielt vergangene Woche einen Anruf mit einer Berliner Vorwahl. Angeblich war es die Verbraucherzentrale Berlin. „Es war eine Frau mit ausländischem Akzent, ob süd- oder osteuropäisch kann ich nicht sagen“, erinnert er sich. „Sie bat mich kurz um die Beantwortung einiger Fragen, ich stimmte zu.“ Wie viele Personen in seinem Haushalt leben, wollte die Frau am anderen Ende der Leitung wissen. Und ob die Gossings einen Hund hätten. Der Rentner verneinte und wurde aber stutzig. „Ich wollte wissen, wozu sie diese Angaben brauchte. Da legte sie auf.“

Bei Rückruf landete er bei einem Mobilfunkanbieter

Als Gossing die Nummer zurückrief, meldete sich ein Anrufbeantworter des Mobilfunkanbieters Mobilcom-Debitel. Und nach einer schnellen Internetrecherche wusste er auch, dass die Berliner Verbraucherzentrale eine ganz andere Telefonnummer hat. „Mir ging nur durch den Kopf: Mensch, jetzt hast du was Dummes gesagt. Die wollten mich doch bestimmt aushorchen.“ Gossing befürchtet, dass hinter dem Anruf Einbrecher stecken, die mögliche Ziele ausgekundschaftet haben.

Einige Anrufer gehen besonders dreist vor: Um das Vertrauen von Bürgern zu gewinnen, missbrauchen sie die Rufnummer seriöser Personen oder Organisationen. Mit einer Telefonanlage täuschen sie eine andere Rufnummer vor, die auf dem Display erscheint.

Die Anrufer wollen etwa einen Vertragsabschluss erreichen oder Kontonummern und Passwörter abfragen. Die Polizei rät: Seien Sie misstrauisch, legen Sie den Hörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld fordert. Geben sie keine Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preis, wenn Sie Zweifel an der Seriosität haben. Überweisen Sie nie Geld an Unbekannte.


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Tatsächlich: Die Verbraucherzentrale Berlin hat eine andere Nummer und führt nach eigenen Angaben auch keine Telefonumfragen durch. Beim Mobilfunkanbieter Mobilcom-Debitel und dessen Mutterfirma Freenet weiß man nichts von Marketing-Kampagnen, bei denen potenzielle Kunden nach Haustieren befragt werden. „Die fragliche Nummer wurde von uns zuletzt im Jahr 2013 genutzt“, erklärt Sprecher Rüdiger Kubald.

Call-Center-Betreiber will Anzeige erstatten

Geschaltet wurde die Nummer vom Call-Center-Betreiber Hamburger Sales Kontor. Auch dort heißt es, dass die Nummer nicht mehr für Marketing-Aktionen eingesetzt worden sei. „Daher können wir ausschließen, dass der Anruf bei Ihrem Leser durch einen unserer Mitarbeiter erfolgt ist“, erklärt Geschäftsführer Sebastian Leven.

Er geht davon aus, dass die Nummer von Unbekannten gekapert wurde: Anrufen und auf dem Display eine falsche Nummer erscheinen zu lassen – die Internettelefonie macht diese Betrugsmasche möglich. Leven will nun Anzeige gegen unbekannt stellen.

Hilfe von der Polizei? Fehlanzeige

Auch Oskar Gossing war bei der Polizei. „Die haben nichts unternommen, obwohl ich mit Nachdruck den Fall geschildert habe“, sagt er. „Man erklärte mir, dass ja keine Straftat begangen wurde.“ Bei der zuständigen Polizeidirektion West nimmt man die Kollegen in Schutz. „Ein derartiger Anruf kann seriös sein oder auch nicht“, sagte ein Sprecher. „Da kann man nur den Rat geben: Aufmerksam sein und im Zweifel das Gespräch beenden.“

Von Torsten Gellner

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