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Rassistische Angriffe in Berlin nehmen zu

Straftaten Rassistische Angriffe in Berlin nehmen zu

In Berlin hat die Opferberatungsstelle ReachOut 320 rassistisch motivierte, gewalttätige Attacke und Bedrohungen im vergangenen Jahr registriert. Das entspricht einem Plus von 80 Prozent. Vor allem im Bezirk Marzahn-Hellersdorf wurden viele Vorfälle erfasst. Die Täter kämen längst nicht nur aus der rechtsextremen Szene.

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Die Zahl rassistischer Angriffe steigt in Berlin. Viele Menschen stellen sich dem regelmäßig entgegen, wie hier bei einer Demonstration Ende Februar.

Quelle: imago stock&people

Potsdam. Die Zahl rassistischer Angriffe in Berlin hat zugenommen. Die Berliner Opfer-Beratungsstelle ReachOut hat im vergangenen Jahr 320 gewalttätige Attacken und Bedrohungen gezählt, vor allem mit rassistischen Motiven. Das waren fast 80 Prozent mehr als im Vorjahr, wie Mitarbeiterin Sabine Seyb am Dienstag in Berlin erläuterte. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte hätten die Taten eklatant zugenommen. Schwerpunktbezirk war Marzahn-Hellersdorf mit 71 Übergriffen.

Täterkreis erweitert sich

Die Täter kämen längst nicht nur aus der rechtsextremen Szene. „Zuschlagen – das machen auch ganz normale Bürger, zunehmend auch Frauen“, so Seyb. Verletzt, gejagt und massiv bedroht wurden mindestens 412 Menschen, im Vorjahr waren es 266. „Wir finden unfassbar, dass so viele Kinder, nämlich 42, angegriffen wurden oder mitansehen mussten, wie ihre Eltern bedroht und geschlagen wurden“, sagte Seyb.

Taten mit rassistischem Hintergrund wurden 175 Mal registriert. Im Vorjahr waren es noch 100 Fälle. Politische Gegner seien 59 Mal (2014:31) attackiert worden. Darüber hinaus gab es auch Attacken gegen andere Gruppen wie Journalisten, Lesben, Schwule, Juden, Behinderte oder sozial Schwache. Etwa jeder achte Übergriff ereignete sich demnach im Umfeld von Flüchtlingsunterkünften.

Eindeutige Positionierung gefordert

Kati Becker, Koordinatorin sogenannter aktiver Register für rassistisch motivierte Aktionen, forderte die Bevölkerung, Polizei, Politik und Medien dazu auf, sich stärker für Flüchtlinge einzusetzen. Es müsse deutlich werden, „dass eine klare Position da ist“. „Momentan fühlen sich rassistische Angreifer so stark, dass sie Menschen auf der Straße angreifen und denken, sie würden den Willen einer Mehrheit umsetzen“, kritisierte Becker. Mit Blick auf den Regierenden Bürgermeister und andere Politiker sagte Seyb: „Es ist doch sehr still in der Stadt, wenn es darum geht, sich eindeutig zu positionieren.“

Senat will Finanzierung der Opferberatung ausbauen

„Der Berliner Senat steht für Solidarität mit den Opfern rechter Gewalt“, betonte Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) am Dienstag in Reaktion auf die Zahlen. Deswegen ‎werde der Senat die finanzielle Unterstützung für die ‎Opferberatung ReachOut weiter ausbauen. „Wir lassen nicht zu, dass Rassismus und ‎Ausgrenzung das gesellschaftliche Klima bestimmen“, so die Senatorin.

Von dpa

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