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Brandenburg Flüchtlinge schmuggelten Zigaretten
Brandenburg Flüchtlinge schmuggelten Zigaretten
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13:00 27.11.2018
Zollfahnder bei der Kontrolle von Zigarettenbeständen. Quelle: Markus Scholz/dpa
Potsdam

Berliner Polizisten und Mitarbeiter des Zollfahndungsamtes sind seit dem Morgen mit einer Razzia gegen Zigarettenschmuggler vorgegangen. Dienstag ab 6 Uhr wurden Wohnungen und Lagerräume in Berlin und Brandenburg durchsucht, wie die „Berliner Morgenpost“ zuerst berichtete. Ein Sprecher der Polizei bestätigte am Dienstag einen Einsatz. Die Maßnahmen liefen am Vormittag noch.

Verdächtig sind laut Zollfahndungsamt acht Syrer und zwei Männer libanesischer Herkunft, von denen einer einen deutschen Pass besitzen soll. Die Syrer sind allesamt als Bürgerkriegsflüchtlinge anerkannt, bestätigte das Zollfahndungsamt Berlin Brandenburg.

Durchsuchungen in Brandenburg

In Hennigsdorf (Oberhavel) wurde eine Asylunterkunft durchsucht. Dort lebt einer der Syrer, der als Helfershelfer von den Behörden eingestuft wird. Außerdem gab es in Müncheberg (Märkisch-Oderland) Durchsuchungen. Die Verdächtigen aus diesen Orten sollen als Zulieferer für den Berliner Markt gearbeitet haben. Zwölf Objekte wurden durchkämmt.

Die drei mutmaßlichen Köpfe der Schmugglerbande sitzen nach Angaben von Fahndern in Berlin. Gegen einen 31-Jährigen erging bis zum Mittag Haftbefehl wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Steuerhehlerei.

Verkauf aus einem Kreuzberger Ladenlokal

Die Verdächtigen sind zwischen 31 und 59 Jahre alt. Aus einem Ladenlokal in Berlin-Kreuzberg heraus sollen sie die Schmuggelware vertrieben haben, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Zollfahndungsamt, Berliner Polizei und Generalstaatsanwaltschaft.

Die Ermittlungen liefen seit Frühjahr dieses Jahres, schrieb die „Morgenpost“. Nach deren Informationen sollen die syrisch-libanesische Schmuggler im großen Stil unverzollte Zigaretten aus Polen und Russland nach Deutschland geschmuggelt haben.

110000 Euro Bargeld

Bei der Razzia sind große Mengen Bargeld beschlagnahmt worden, teilte das Zollfahndungsamt mit – insgesamt 110000 Euro, davon 18000 in Dollarnoten. eine halbe Million unverzollter Zigaretten fiel den Fahndern in die Hände, außerdem 200 Kilogramm unversteuerten Pfeifentabaks. Der Steuerschaden soll sich nach Behördenangaben auf rund 300000 Euro belaufen. Diese Summe könnte aber – das erwarten die Ermittler – nach Auswertung aller sichergestellten Unterlagen und Handys noch „erheblich ansteigen“.

Darüber hinaus zogen die Ermittler mehrere Schreckschusswaffen ein, die nun auf mögliche gefährliche Manipulationen untersucht werden. Zwei Autos wurden als Tatfahrzeuge beschlagnahmt. Außerdem fanden die Ermittler Bestelllisten.

Ein Anonymer Tipp

Ausgangspunkt für die Ermittlungen war nach Behördenangaben eine anonyme Anzeige im März 2018. Kurz darauf beschlagnahmten Fahnder 120000 Zigaretten und sechs Kilogramm unverzollten Tabaks. Doch die Gruppe setzte ihren Handel fort und wurde observiert.

Unterstützt wurde die Ermittlungsgruppe durch Einsatzkräfte der Polizei Berlin und Brandenburg, der Bundespolizei sowie des Hauptzollamtes Potsdam. Insgesamt waren mehr als 200 Beamte im Einsatz.

 

Von Marion van der Kraats und Ulrich Wangemann

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