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Brandenburg Rechtsrocker bestreitet Kontakte
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01:16 18.06.2018
Zuschauer verfolgen die Aussagen des Ex-V-Manns Carsten Szczepanski per Audioübertragung. Quelle: ZB
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Potsdam

Der Potsdamer Rechtsrocker Uwe M. hat jedwede Verbindung zum NSU-Terrortrio bestritten. „Ich kenne die drei nicht“, so der 43-Jährige am Freitag vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags. Das Trio ist zwischen den Jahren 2000 und 2007 für zehn Morde an Migranten und einer Polizistin verantwortlich. Ausschusschef Holger Rupprecht (SPD) erinnerte zu Beginn an Theodoros Boulgarides. Der Inhaber eines Schlüsseldienstes war am 15. Juni 2005 in seinem Geschäft in München mit drei Kopfschüssen getötet worden. Er war das siebente Opfer.

Uwe M. wurde wie schon der frühere V-Mann des Brandenburger Verfassungsschutzes Carsten Szczepanski („Piatto“) unter verschärften Sicherheitsbestimmungen in einem sparaten Raum vernommen. Zuschauer und Journalisten konnten nur per Audioübertragung in einer anderen Etage mithören.

M., der aus seiner rechten Gesinnung keinen Hehl macht und sich zum Nationalsozialismus bekennt, bezweifelt, dass die Morde wie dargestellt erfolgten. „Es ist mein gutes Recht, das anders zu sehen.“ Er selbst wäre – „rein hypothetisch“ – auch nie auf Blumenhändler und Dönerbudenbesitzer als Anschlagsziel gekommen. Eigene frühere Aufrufe in Neonazi-Blättern oder Liedtexten zu „gezielten Schlägen“ nennt M. „Verbalradikalismus“ Er habe „auf die Kacke hauen“ wollen.

Nach Überzeugung des Ausschusses war M., der 1993 eine der ersten rechtsextremen Rockbands gründete und heute Erwerbsunfähigkeitsrente bezieht, näher am NSU dran, als er zugibt – womöglich über den Kontakt durch Bekannte. M., Brandenburger Leitfigur in dem im Jahr 2000 verbotenen „Blood and Honour“-Musiknetzwerk, war häufig mit Gleichgesinnten in Chemnitz und Sachsen unterwegs.

Versteck in Chemnitz

Dort hielten sich auch Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe auf, bevor sie 1998 – noch vor Beginn der Mordserie – offenbar die Absicht hatten, in Südafrika unterzutauchen. Versteckt von Mitgliedern des sächsischen „Blood and Honour“-Ablegers ging es um die Beschaffung von Pässen und Geld. Wenn er gefragt worden wäre, ob er Untergetauchten helfen könne, hätte er „definitiv“ geholfen, so M. vor dem Ausschuss.„Aber ich bin nicht gefragt worden.“ Er habe auch nie in einer Wohnung mit den drei übernachtet.

Über die Absicht, dass drei Skinheads – „zwei Männer und eine Frau“ – auf der Flucht seien, hatte „Piatto“ seine staatlichen Auftraggeber in Potsdam informiert. Der Ausschuss soll klären, ob die sächsischen Behörden daraufhin ausreichend informiert wurden oder ob die mit Rücksicht auf die Quelle „Piatto“ weitergeleitete Nachricht unzureichend war. Die Linken vermuten, dass der Hinweis verfassungsschutzintern blieb und Polizei und Staatsanwaltschaft, die hätten handeln müssen, nicht eingeweiht wurden.

Bandsänger Uwe M. und Carsten Szczepanski waren lange verbunden. Nachdem der V-Mann im Sommer 2000 nach einem Bericht des „Spiegel“ aufflog, erlosch die Freundschaft jäh. M. trat mit einem Titel auf, dessen Text Grünen-Fraktionschefin Ursula Nonnemacher als Mordaufruf deutet. Darin ist vom Strick um den Hals die Rede. M., der sich nach eigenem Bekunden nie mit den Behörden einließ, wiegelt ab: „Das ist Bildsprache.“

Von Volkmar Krause

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