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Brandenburg René Wilke peilt ersten OB-Posten für die Linke an
Brandenburg René Wilke peilt ersten OB-Posten für die Linke an
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00:33 08.03.2018
Sieger im ersten Anlauf in Frankfurt (Oder): René Wilke (Linke) Quelle: privat
Potsdam

René Wilke gilt schon länger als Nachwuchshoffnung der brandenburgischen Linken. Am Sonntag, dem 18. März, soll sein großer Tag werden: Da findet die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in seiner Heimatstadt Frankfurt (Oder) statt.

Der 33-Jährige geht dabei überraschend als Favorit ins Rennen, obgleich er gegen den Amtsinhaber Martin Wilke antritt, der seit acht Jahren an der Spitze des Rathauses steht und mit dem er weder verwandt noch verschwägert ist. Diese besondere Rolle hat mit dem ersten Wahlgang am vorigen Sonntag zu tun, den René Wilke überraschend deutlich gewann: mit 43,4 Prozent. Martin Wilke erhielt weniger als die Hälfte der Stimmen: 20,3 Prozent. Allerdings ist offen, wohin die Wähler der unterlegenen Kandidaten nun tendieren werden. Über 9500 Stimmen erhielt René Wilke. Abgegeben wurden knapp 21 900 Stimmen. Wilke wird von den Grünen unterstützt und tritt als „Listenvereinigung-Frankfurt-geht besser“ an.

In den Landtag kam René Wilke im September 2014. Damals verlor seine Partei bei der Landtagswahl acht Prozentpunkte und kam nur noch auf gut 18 Prozent. Wilke holte eines der nur vier Direktmandate: in Frankfurt (Oder), wo er schon länger Kreisvorsitzender der Linken war.

Im Landtag konnte sich der redegewandte Wilke schnell einen Namen machen. Einige in seiner Partei verglichen ihn sogar, auch wegen seines Aussehens, mit dem jungen Gregor Gysi. Wilke war anfangs in der Fraktion für Soziales und Gesundheit zuständig. Dann wechselte er in die „Königsdisziplin“ im Landtag: Haushalt und Finanzen. Er gehörte zu den „jungen Wilden“ in seiner Partei, die auf einen „Generationswechsel“ drängten und die Regierungsbeteiligung durchaus kritisch sahen, weil sie der eigenen Partei bei Wählern so wenig brachte. Lange wurde nach der verlorenen Landtagswahl über eine „Palastrevolte“ spekuliert. Wilke wurde gedrängt, den Fraktionsvorsitz im Landtag zu übernehmen. Er selbst war nicht abgeneigt. Es gab heftige Auseinandersetzungen – allerdings meist intern. Auch über einen Wechsel an der Spitze der Landespartei wurde nachgedacht. Das Ganze fand dann aber doch nicht statt. Fraktionschef blieb Ralf Christoffers – damals im Einvernehmen mit Wilke, wie beide betonten. Wilkes Zeit in der Landespartei werde noch kommen, hieß es. In dieser Zeit hatte der Oderstädter schon den Blick auf die OB-Wahlen. Als einer der ersten Landtagsabgeordneten fiel er mit einem regelmäßigen Video-Blog über sein Abgeordnetendasein auf. Er galt als Kritiker der rot-roten Kreisreform, die später scheiterte. Sein OB-Wahlkampf wurde akribisch vorbereitet. Zuletzt fand sogar die Klausurtagung der Landtagsfraktion in Frankfurt (Oder) statt, um die Aufmerksamkeit auf den Kandidaten zu lenken.

René Wilke hält sich mit Voraussagen für den 18. März bedeckt. Er werde keinen aggressiven Wahlkampf führen, sondern so weiter machen wie bislang, betonte er. Gut gelaufen seien in der Kampagne die „Wohnzimmergespräche“ und die Ansprache über die sozialen Netzwerke.

Von Igor Göldner

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