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Renten-Frust in Brandenburg besonders groß

Misstrauen in Altersvorsorge Renten-Frust in Brandenburg besonders groß

Die Zinsen liegen auf einem historischen Tiefstand, klassische Anlagen werfen immer weniger Geld ab. Bei vielen Sparern wächst das Misstrauen in die Finanzwirtschaft, in Brandenburg will jeder vierte entsprechende Produkte kündigen, wie eine Umfrage ergab. Die Angst vor Altersarmut ist groß – und das Sparen aus der Mode gekommen.

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Das Sparen kommt aus der Mode – vor allem bei Ruheständlern in Brandenburg, wie eine Umfrage ergab.

Quelle: AXA Konzern AG

Potsdam. Sparstrumpf statt Zinspapiere, Bankschließfach statt Anleihen: Sparer verlieren angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase den Glauben an Finanzprodukte. In Brandenburg trifft das besonders auf Senioren zu: Hierzulande ist die Quote der Ruheständler, die Altersvorsorge-Produkte wegen schwacher Renditeerwartungen kündigen, im Bundesländervergleich am größten. Mit 26 Prozent übertrifft der Wert deutlich den Bundesdurchschnitt von 18 Prozent. Jeder vierte Brandenburger Ruheständler erklärt zudem, sich rückblickend zu wenig mit der Ruhestandsplanung beschäftigt zu haben – auch das ist ein unrühmlicher Spitzenplatz, wie aus einer Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag des Versicherungskonzerns AXA hervorgeht.

„Bei den Ruheständlern in Brandenburg ist der Frust in Sachen Altersvorsorge im Deutschland-Vergleich riesengroß“, teilt AXA mit. Auch die Erwerbstätigen in Brandenburg sind demnach in Sorge: Lediglich drei Prozent gehen der Umfrage zufolge davon aus, dass sich ihre Lebensqualität im Ruhestand verbessert, im Bundesdurchschnitt sind es neun Prozent.

Immobilie statt Sparvertrag

Bundesweit bestätigt sich die Skepsis gegenüber klassischen Versicherungsprodukten. 55 Prozent wollen keine neuen Verträge für die Altersvorsorge abschließen, während 27 Prozent eine Immobilie zur Eigennutzung oder Vermietung anschaffen wollen. Jeder dritte fürchtet sich vor Altersarmut.

„Mit sinkendem Zins sind vor allem Versicherungsprodukte tabu, da dort durchschnittlich hohe Kosten produziert werden“, rät Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Aus dem Beratungsalltag zeige sich, dass das Problem bei Altersvorsorgeanlagen meist die Kosten oder nicht passende und zu riskante Produkte seien.

„Die Brandenburger wollen nicht spekulieren“

Hohe Renditeerwartungen können derzeit allein die Aktienmärkte befriedigen. Laut Schaarschmidt scheuen aber viele der Ratsuchenden dieses Risiko. „Die Brandenburger wollen nicht spekulieren.“

Die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) warnt davor, bestehende Verträge pauschal zu kündigen und die Altersvorsorge zu vernachlässigen. „Eigentlich müssten man jetzt die Sparanstrengungen erhöhen. Was heute unterbleibt, kann morgen nicht mehr nachgeholt werden“, sagt Sprecher Robert Heiduck.

Bundesweite Umfrage zur Planung des Ruhestands

Das Institut YouGov hatte im März für die Umfrage bundesweit 3324 Interviews mit je circa 100 Erwerbstätigen und 100 Ruheständlern pro Bundesland geführt.

Auftraggeber war der Versicherungskonzern AXA, der unter anderem Altersvorsorge-Produkte verkauft.

Gegenstand der Befragung mit dem Fokus auf Ruhestandsplanung und -management war etwa, ob man der Aussage „Wegen der Niedrigzinsphase schließe ich keine neuen Anlagen zur Altersvorsorge mehr ab“ zustimmt oder: „Welche Anlagemöglichkeiten planen Sie zur Sicherung Ihres Renteneinkommens zu nutzen?“

Von Bastian Pauly

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