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Richard Lutz ist der neue Bahn-Chef

Deutsche Bahn Richard Lutz ist der neue Bahn-Chef

Wie erwartet ist der bisherige Finanzchef Richard Lutz (52) heute zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn bestellt worden. Der bisherige Chef Rüdiger Grube, der sich im Streit verabschiedet, hinterlässt einen gewinnbringenden Konzern. Er hat offenbar bereits einen neuen gut dotierten Posten gefunden.

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Richard Lutz.

Quelle: dpa

Berlin. Der bisherige Finanzchef Richard Lutz soll als neuer Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn für mehr Kunden und Qualität sorgen. Der Aufsichtsrat bestellte den 52-Jährigen am Mittwoch in Berlin. Keiner kenne die Bahn so gut wie Lutz, hob Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht hervor. Er sorge für die notwendige Kontinuität inmitten eines rasanten Wandels. Der Aufsichtsrat verlängerte zudem die Verträge der Vorstände Berthold Huber (Personenverkehr) und Ronald Pofalla (Infrastruktur) bis März 2022.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte den 52-Jährigen als Nachfolger von Rüdiger Grube vorgeschlagen. Rüdiger Grube (65) war im Januar im Streit um seine Vertragsverlängerung überraschend zurückgetreten.

Neuer Posten für Rüdiger Grube

Grube soll nun neuer Aufsichtsratschef der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) werden, wie aus dem Umfeld des Unternehmens bekannt wurde. Der Manager soll demnach den bisherigen Aufsichtsratschef Peer Witten beerben. Mit der seit Januar amtierenden HHLA-Vorstandsvorsitzenden Angela Titzrath hat Grube bereits bei Daimler zusammengearbeitet.

Richard Lutz

Richard Lutz kommt aus den eigenen Reihen. Er kennt die Deutsche Bahn in- und auswendig. Er ist bereits seit 1994 im Unternehmen. Der 52-Jährige, seit 2010 Finanzvorstand, führte den Konzern nach dem Abgang von Rüdiger Grube (65) Ende Januar schon kommissarisch. Mit seinem Aufstieg leitet die Bahn auch einen Generationswechsel an der Spitze ein.

Lutz wurde am 6. Mai 1964 in Landstuhl in der Pfalz geboren. Nach dem Abitur studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Saarbrücken. Von 1989 bis 1994 war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Kaiserslautern tätig und promovierte dort 1998.

1994 kam Lutz zur Bahn und übernahm nach verschiedenen Stationen im Jahr 2003 den Bereich Konzerncontrolling, 2010 rückte er dann in den Vorstand auf. Seit August 2015 ist er außerdem zuständig für die internationalen Geschäftsfelder DB Arriva und DB Schenker Logistics sowie die Bereiche Beschaffung und IT.

Lutz galt als Vertrauter des früheren Bahn-Finanzvorstands Diethelm Sack, der viele Jahre ein Tandem mit dem langjährigen Bahn-Chef Hartmut Mehdorn bildete. Der frühere Aufsichtsratschef Werner Müller hatte Lutz bei seiner Ernennung zum Finanzchef als „einen exzellenten Fachmann“ bezeichnet, der das Unternehmen und seine Menschen bestens kenne. Der gebürtige Pfälzer ist verheiratet und hat drei Kinder.

Bahn-Vorstand wird umgebaut

Bei der Bahn wird der Vorstand umgebaut. Als Vorstandschef soll sich der Betriebswirt Lutz weiter um die Finanzen des Bundeskonzerns mit weltweit 300 000 Beschäftigten kümmern. Einen eigenständigen Finanzvorstand gibt es dann nicht mehr. Stattdessen werden zusätzlich die Ressorts Digitalisierung und Technik sowie Güterverkehr und Logistik eingerichtet. Der Aufsichtsrat werde sie „zeitnah“ besetzen, hieß es am Mittwoch.

DB Cargo, der Schienengüterverkehr in Deutschland, zählt zu den Sorgenkindern der Bahn, er fällt künftig in ein Ressort mit der internationalen Spedition DB Schenker. Um die Auslandsverkehrstochter Arriva kümmert sich künftig Personenverkehrsvorstand Berthold Huber.

Bahn im Jahr 2016 wieder mit Gewinn

Die Deutsche Bahn hatte aufgrund ihres Sparkurses im vergangenen Jahr wieder Gewinn erzielt. Nach einem Milliarden-Verlust 2015 verdiente das Staatsunternehmen 2016 unter dem Strich offenbar mehrere Hundert Millionen Euro. Noch unter Grube stieß der Vorstand unter dem Schlagwort Zukunft Bahn ein Pogramm für mehr Kunden und Qualität an. Dieses solle Lutz konsequent fortführen, teilte der Aufsichtsrat mit.

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Von Burkhard Fraune

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