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Riesenwelse erobern Brandenburgs Gewässer

Angeln Riesenwelse erobern Brandenburgs Gewässer

Zu DDR-Zeiten waren sie recht selten, heute hängen sie bei Brandenburgs Anglern häufiger am Haken: Welse wachsen zu erstaunlichen Größen heran. Das weckt bei manchen Badegästen Ängste. Nicht zuletzt, weil kürzlich in Sachsen-Anhalt eine menschliche Hand in einem Wels gefunden wurde. Wie gefährlich sind die Tiere wirklich?

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Ein Riese aus der Oder: Jakob Ristau aus Dahlewitz fing den bisherigen Rekordwels bei der Aktion „Fisch des Jahres“.

Quelle: privat

Potsdam. Nacht an der Oder, Jakob Ristau (33) aus Dahlewitz (Teltow-Fläming) sitzt mit seinem Freund Sebastian Kranz am Ufer und hat den großen Haken der Angel mit einem Tauwurmbündel bestückt Eine Warnglocke bimmelt, wenn sich ein Fisch am Köder zu schaffen macht.

Sie bimmelt oft, aber ein Fisch ist bislang nicht am Haken. Plötzlich schlägt die Glocke an. Ristau weiß, das muss ein Großer sein. Er tippt auf einen Wels – und behält Recht: Nach 30 Minuten zieht er den bislang zweigrößten in Brandenburg geangelten Wels ins Boot: 65 Kilo schwer, 2,17 Meter lang.

Der Wels ist kein „Menschenfresser“, kann aber aggressiv werden

Das Foto, das die MAZ vor einigen Wochen veröffentlicht hat, schlägt hohe Wellen – und weckt auch Ängste. So große Tiere in unseren Gewässern? Nachdem unlängst in Sachsen-Anhalt in einem Wels eine skelettierte Hand gefunden wurde, fragen sich viele, welche Gefahr von den Unterwasser-Riesen ausgeht. Allerdings ist unwahrscheinlich, dass der Fisch jemand Lebenden die Hand abgebissen hat. Denn, so Klaus Piesker, Vizepräsident vom Landesanglerverband: Der Wels ist kein „Menschenfresser“.

Er könne allerdings aggressiv werden, wenn man sich seinem Laichnest nähere. „Der Wels ist ein hartnäckiger Raubfisch, deshalb hat er für die Angler kein Mindestmaß und keine Schonzeit“, so Piesker. Er hat beobachtet, dass in Brandenburgs Gewässern in den vergangenen Jahren riesige Tiere herangewachsen sind

 

Klimawandel gefällt dem Wels

Guido Lang aus Nauen mit seinem Riesenwels

Guido Lang aus Nauen mit seinem Riesenwels.

Quelle: privat

Zu DDR-Zeiten, ergänzt der Diplomfischwirt Ulrich Thiel vom Anglerverband, sei der Wels relativ selten gewesen. Besatz mit Fischen aus künstlicher Erbrütung hätten die Situation verändert. „Außerdem profitiert er vom Klimawandel, in manchen Jahren vermehrt er sich außerordentlich gut“, so Thiel.

Auch Guido Lang hat eine gute Vorstellung davon, wie groß die Tiere werden. Er hat kürzlich wieder einen in der Havel gefangen. Der Fisch war beachtliche 2,12 Meter lang. Erst im Mai hatte er einen Wels von 2,14 an der Angel.

Das Rätsel um die skelettierte Hand im Welsmagen ist unterdessen weiter ungelöst. Ein bundesweiter DNA-Abgleich ergab keinen Treffer.

Von Michael Hübner

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