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Brandenburg Riesige illegale Müllberge haben Nachspiel
Brandenburg Riesige illegale Müllberge haben Nachspiel
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11:38 20.07.2015
Illegale Müllentsorgung beschäftigt die Justiz. Quelle: MAZ-Archiv
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Frankfurt (Oder)

Es geht um bergeweise Müll: Vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) müssen sich eine einstige Firmen-Chefin und ein früherer Mitarbeiter wegen Umweltstraftaten verantworten. Der Prozess beginnt an diesem Mittwochmorgen.

Der 53-Jährigen wird unerlaubtes Anhäufen von Abfall auf einem Betriebsgelände der GEAB Bernau Gesellschaft zur Abfallverwertung und Bodensanierung GmbH vorgeworfen. Zudem soll der Firma keine Genehmigung zum Betreiben von Müllanlagen vorgelegen haben.

Der Mitarbeiter muss sich wegen Beihilfe verantworten. Der 34-Jährige soll als rechte Hand der Geschäftsführung die Müllberge errichtet und deren Ausbau organisiert haben, teilte das Gericht mit. Es hat zehn Verhandlungstage bis 24. August anberaumt.

Uneinigkeit bei den Angeklagten

Das Duo stand bereits im Januar in dieser Sache vor Gericht. Damals bot die Kammer den Beteiligten einen sogenannten Deal an: Sie stellte den Angeklagten Bewährungsstrafen in Aussicht, sollten sie Geständnisse ablegen.

Die 53-Jährige nahm die Offerte an, der Mann lehnte ab. Daraufhin entschieden die Richter, den Prozess zu einem späteren Termin erneut zu beginnen.

Berge mit zerschredderten Kunststoffabfällen

Laut Anklage soll in der Firma in Bernau (Barnim) von 2006 an auf etwa 250.000 Quadratmeter Fläche Müll ohne Genehmigung gelagert worden sein, wie Kunststoffabfälle, Elektroschrott und medizinische Abfälle.

Bei ihren monatlichen Routine-Kontrollen waren damals Mitarbeiter des Brandenburger Landesumweltamtes auf unter Erdwällen vergrabene Berge von zerschredderten Kunststoffabfällen auf dem Firmengelände gestoßen. Mindestens seit Ende 2006 sollen diese riesigen Haufen auf Veranlassung der Angeklagten und ihres Stellvertreters angelegt worden sein, laut Staatsanwalt Roland Schmidt aus purer Gewinnsucht. Das Geld für die angebliche Verwertung der Abfälle – insgesamt rund 250.000 Kubikmeter – strichen die Angeklagten ein, ohne den Sondermüll fachgerecht zu entsorgen.

Statt dessen wurden die in der firmeneigenen Schredderanlage zerkleinerten Plastikschnipsel laut Anklage auf dem Betriebsgelände angehäuft, eine Schicht Erde darüber gedeckt und das Ganze planiert, bevor die nächsten Kunststoffabfälle aufgeschüttet wurden. Verantwortlich dafür soll der Betriebsleiter der GEAB-Schüttanlage, Christian K., gewesen sein, der wegen Beihilfe zur illegalen Abfalllagerung mit auf der Anklagebank sitzt. Bei dem so entsorgten Müll handelte es sich laut Staatsanwalt um Abfälle aus Haus und Gewerbe: Baumaterialien, Verpackungen auch aus dem medizinischen Bereich, Schaumstoff, Kabel, Möbelpolster, aber auch Metall- und Elektroschrott.

Für Boden und Grundwasser habe eine Gefahr der dauerhaften Kontaminierung bestanden, hatte der Staatsanwalt im ersten Prozess gesagt.

Nicht das erste Mal in den Schlagzeilen

Die Firma wurde 2010 aufgelöst. Zuvor war sie in die Schlagzeilen geraten, weil dort tonnenweise Abfall gebrannt hatte. Auch hatten sich auf dem Gelände massenhaft Schaben angesiedelt, die sich in ein nahes Wohngebiet hinein ausgebreitet hatten.

Von MAZonline

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