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Brandenburg Roboterautos am Lausitzring: „Ein weiter Weg“
Brandenburg Roboterautos am Lausitzring: „Ein weiter Weg“
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07:46 23.11.2017
Der Lausitzring in Klettwitz: Aus der Rennstrecke wird eine Teststrecke für selbststeuernde Fahrzeuge. Quelle: DPA
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Klettwitz

Die Autos von morgen brauchen keinen Fahrer mehr – das ist die Vision vom autonomen Fahren. Die Prüforganisation Dekra hat zum 1. November den Lausitzring übernommen, um dort ein Versuchsfeld für Roboterautos aufzubauen. Den Aufbau der europaweit größten Teststrecke leitet Volker Noeske vom Dekra Technology Center.

Herr Noeske, warum testet die Dekra jetzt Roboterautos?

Unsere Motivation findet sich ­letztlich in der Satzung des ein­getragenen Vereins Dekra. Die Gründer haben schon 1925 als Vereinszweck festgehalten, dass wir uns für die Verkehrssicherheit einsetzen. Wenn es um die Verkehrssicherheit der Zukunft geht, dann geht es eben um diese Zukunftsthemen: Automatisierung und Vernetzung.

Die Vorstellung, das Steuer auf der Autobahn einem Bordcomputer und Sensoren zu überlassen, erscheint vermutlich nicht jedem Autofahrer so angenehm. Wollen die Leute überhaupt die Kontrolle abgeben?

Volker Noeske, Leiter des Dekra Technology Centers. Quelle: dpa-Zentralbild

Nehmen Sie das Beispiel einer Autobahnfahrt. Vom Spurhalte­assistenten und dem Abstandsregeltempomat ist der Schritt dahin nicht mehr allzu groß, dass das Fahrzeug alleine die zwar komplexe, aber dennoch überschaubare Fahraufgabe einer Autobahnfahrt in einem bestimmten Geschwindigkeitsbereich komplett übernimmt. Und wenn wir als Fahrer uns dann wirklich – beispielsweise im stockenden Verkehr – mit anderen Dingen beschäftigen könnten und dürften, dann weiß ich nicht, wer hier nicht die Kontrolle abgeben wollte.

Wie lange wird es noch dauern, bis diese Vision Wirklichkeit wird?

Bis zum vollautonomen Fahren, wo wir insgesamt nur noch Passagiere sind und das Auto uns komplett selbstständig an jeden beliebigen Ort bringt, ist es noch ein weiter Weg. Aber jeder Schritt auf diesem Weg muss getestet und geprüft werden. Dafür stellen wir uns auf.

Wie kann man sich ein solches Versuchsfeld vorstellen?

In unserem künftigen Testzentrum werden Strecken und Anlagen zur Verfügung stehen, die das umfassende Testen von automatisierten Fahrfunktionen ermöglichen – im Autobahnverkehr, im außerstädtischen Verkehr und im Stadtverkehr.

Das heißt, sie werden Geisterstädte aufbauen?

Für die Simulation des Stadtverkehrs werden die bestehenden Parkflächen des Lausitzrings genutzt. Dort werden wir mobile Infrastrukturelemente haben, mit denen unterschiedliche Innerortsszenarien aufgebaut werden können. Denn die Simulation eines deutschen Dorfes und die Simulation einer asiatischen Megacity stellen sehr verschiedene Anforderungen. Die simulierten Städte müssen deshalb höchst flexibel sein.

Haben Sie schon konkrete Anfragen von Autoherstellern, die ihre Innovationen bei Ihnen testen lassen wollen?

Über potenzielle Kunden sprechen wir zurzeit natürlich noch nicht öffentlich. Wir können aber sicher so viel sagen: Wir haben konkrete Anfragen von bestehenden Kunden und von Neukunden. Letztlich ist es ja genau der Bedarf, der uns dazu bringt, in diesem Bereich zu investieren. Die Nachfrage nach solchen Test- und Prüfdienstleistungen spüren wir seit einiger Zeit, und es war klar, dass wir dafür zusätzliche Anlagen brauchen werden.

Wann werden die ersten Roboterautos über den Lausitzring fahren?

Die konkreten Planungen für den Ausbau beginnen nach der Übernahme. Wann genau die ersten Prüffahrten auf dem Lausitzring stattfinden werden, können wir heute nicht sagen. Sicher wird es aber einen fließenden Übergang geben. Schon heute testen wir im Auftrag unserer Kunden auf dem Testoval und haben mit der Übernahme die zusätzlichen Flächen und Strecken auf dem Lausitzring zur Verfügung. Bestimmte Tests lassen sich auch dort bereits ohne Umbaumaßnahmen ab sofort durchführen.

Von Torsten Gellner (Interview)

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