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Rocker verüben in der Mark weniger Straftaten

Kriminalität in Brandenburg Rocker verüben in der Mark weniger Straftaten

Drogen, Prostitution, Schutzgeld, das sind die illegalen Geschäftsfelder von Rockerclubs. Doch in Brandenburg sind die registrierten Straftaten von Rockern stark zurückgegangen. Die Polizei wertet das als Erfolg ihrer Arbeit.

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Eine Rocker-Kutte mit der Aufschrift «Hells Angels MC Oder City», Macheten und ein Baseballschläger liegen in einer Asservatenkammer des Landeskriminalamtes (LKA) der Polizei des Landes Brandenburg.

Quelle: dpa

Potsdam, Eberswalde. Die Polizei stellt in Brandenburg immer weniger Straftaten von Rockerbanden fest. Seit dem Jahr 2012 sei etwa die Zahl von versuchten Tötungsdelikten auf Null zurückgegangen, sagte der Leiter des Dezernats für Organisierte Kriminalität im Landeskriminalamt, Frank Adelsberger. Auch in anderen Bereichen verübten Rocker weniger Straftaten. Während 2013 insgesamt 396 Delikte registriert wurden, waren es 2014 etwa halb so viele - und 2015 sank die Zahl auf 164 Taten.

Adelsberger erklärt diese Entwicklung unter anderem mit dem hohen Verfolgungsdruck durch die Polizei. Verbote von Clubs hätten ebenfalls ihre Wirkung nicht verfehlt.

2013 hatte das Brandenburger Innenministerium die lokale Gruppierung der «Hells Angels MC Oder City» verboten. Auslöser waren heftige Auseinandersetzungen und Revierkämpfe zwischen verfeindeten Rockergangs. Höhepunkt der Gewalteskalation war eine Messerstecherei in Königs Wusterhausen im Jahr 2011. Ein Mitglied des Gremium Motorcycle Club (MC) soll den Chef der «Hells Angels MC Oder City» beleidigt haben. Als Revanche wurde er von mehreren Hells Angels überfallen und niedergestochen. Zwei Rocker wurden wegen versuchten Mordes zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Tage später griffen sich Mitglieder des Gremium MC an gleicher Stelle einen unbeteiligten 16-Jährigen, den sie für einen «Angel» hielten. Sie verprügelten ihn und stachen auf ihr Opfer ein. Der 16-Jährige überlebte mit schweren Verletzungen. Dafür mussten vier Männer hinter Gitter. In der Folge wurde der betreffende Regionalverband des Gremium MC durch den Bundesinnenminister verboten. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte eine entsprechende Verfügung.

«Verbote allein reichen nicht aus. Die kriminellen Rocker müssen ständig wissen, das wir da sind, sie beobachten», erklärte Adelsberger. Er wisse, dass die jetzt ruhige Lage sehr schnell wieder umschlagen könne.

In Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern durchsuchte die Polizei im Mai insgesamt 14 Wohnungen. Im Visier war das verbotene Charter «Hells Angels MC Oder City». Mitglieder sollen in der Illegalität ihren Club unter dem Label «Hells Angels MC East Wall» weiter betrieben haben. «Zu den Ergebnissen können wir noch nicht viel sagen. Die Auswertung läuft noch», erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder). Versuche der Rocker, sich juristisch gegen die Razzia zu wehren, seien aber allesamt gescheitert.

Dies ändere in Berlin und Brandenburg aber nichts an der «klaren Dominanz» der Hells Angels, räumte Adelsberger ein. Zwar gebe es zwischen Elbe und Oder noch Clubhäuser der rivalisierenden Bandidos und des Gremium MC. Diese stünden in ihrer Bedeutung aber weit hinter den Hells Angels zurück. Zu den Geschäftsfeldern polizeilich relevanter Rockerclubs zählen den angaben zufolge nach wie vor der Drogenhandel, Schutzgelderpressungen und das Rotlichtmilieu.

Von dpa

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