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Brandenburg Rolls-Royce investiert 65 Millionen Euro in Dahlewitz
Brandenburg Rolls-Royce investiert 65 Millionen Euro in Dahlewitz
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11:56 06.03.2014
Dahlewitz

Neuer Schub am Standort von Rolls-Royce in Dahlewitz (Teltow-Fläming): Der britischer Triebwerkshersteller baut für 65 Millionen Euro ein Prüfzentrum für eine neue Triebwerksgeneration. Gestern setzten Unternehmensvertreter und Politiker den ersten Spatenstich. Das Land Brandenburg unterstützt die Investition mit mehr als elf Millionen Euro, der Bund steuert zwölf Millionen Euro bei. Laut Karsten Mühlenfeld, einem der Deutschland Chefs von Rolls-Royce, entstehen im Zuge der Erweiterung rund 100 Arbeitsplätze vor allem für Getriebeingenieure. Diese würden teils intern besetzt, teils neu ausgeschrieben.

Rolls-Royce stellt an seinem Brandenburger Standort kleine und mittelgroße Triebwerke für Business Jets und Regionalflugzeuge her. In dem neuen Prüfzentrum, das Ende 2015 fertiggestellt sein soll, werden Komponenten für umweltfreundliche Triebwerke getestet. Im Vergleich zu Modellen der ersten Generation sollen diese bis zu 25 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen und weniger Lärm erzeugen. „Unsere Kunden verlangen das“, sagte Mühlenfeld. Brigitte Zypries (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, lobte das Ziel, leisere Flugzeuge zu bauen. Die Akzeptanz für Großprojekte wie Flughäfen schwinde zunehmend. Deshalb müssten technische Neuerungen „menschenfreundlich“ sein.

Beim Spatenstich in Dahlewitz (von links): Russell Buxton von Rolls-Royce Deutschland, Ministerpräsident Dietmar Woidke und Brigitte Zypries, Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium (beide SPD). Quelle: dpa

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dankte Rolls-Royce für das Bekenntnis zum Standort Brandenburg. „Der Konzern ist ein Motor für Beschäftigung, Wachstum und Innovation in der Region.“ Die Firma, die sich vor 20 Jahren in Brandenburg ansiedelte, hat in Dahlewitz bislang 2200 Arbeitsplätze geschaffen. Woidke zufolge hat sie auch die gesamte Brandenburger Luftfahrtindustrie beflügelt, in der über 7000 Menschen beschäftigt sind. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) bekräftigte sein „Ja“ zum „Industrieland Brandenburg“. Die Investition in Dahlewitz sichere die Wettbewerbsfähigkeit dieses wichtigen Standortes. Noch 2014 soll in Dahlewitz auch ein 90 Millionen Euro teurer Entwicklungsprüfstand für Großtriebwerke in Betrieb gehen.

In Dahlewitz werden seit 20 Jahren Triebwerke für Flugzeuge produziert. Rolls-Royce beschäftigt mehr als 2200 Angestellte. Die MAZ stellt ihnen sechs Mitarbeiter vor.

Rolls-Royce kann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2013 zurückblicken: Vom Standort in Dahlewitz aus wurden 666 Neubau-Triebwerke ausgeliefert, 14 Prozent mehr als im Jahr 2012. Der Umsatz der beiden deutschen Standorte Dahlewitz und Oberursel (Hessen) stieg um rund sieben Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Auch der Gesamtkonzern hat 2013 gute Geschäfte gemacht: Der Gewinn stieg um 23 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro.

Von Angelika Pentsi

Kommentar: Beispielhafte Investiotion

Angelika Pentsi über den Bau des neuen Prüfzentrums in Dahlewitz

Als sich der britische Turbinenbauer Rolls-Royce 1994 im märkischen Dahlewitz ansiedelte, bewies er reichlich Mut. So kurz nach der Wende war kaum absehbar, wie sich der Standort entwickeln würde. Die jetzt bekannt gegebene erneute Investition von 65Millionen Euro zeigt: Der Mut hat sich offenbar ausgezahlt – für das Unternehmen, aber auch für das Land.

Die Firma profitiert unter anderem von der dichten Forschungslandschaft in Berlin und Brandenburg. Die Nähe zur Hauptstadt macht sie für junge, qualifizierte Fachkräfte attraktiv. Und die Tatsache, dass im Osten Deutschlands anders als etwa in Süddeutschland weniger große Unternehmen sitzen, stärkt ihre Position gegenüber der Politik.

Für die Politik wiederum ist Rolls-Royce ein willkommenes Beispiel dafür, dass sich das Festhalten am „Industrieland“ Brandenburg lohnt. Tatsächlich ist Brandenburg ja verglichen mit anderen Ländern industriell betrachtet ein kleines Licht. Die wirtschaftliche Basis bilden kleine und mittelständische Betriebe. Aber oft sind es die großen Konzerne, die weitere Ansiedlungen nach sich ziehen – etwa für Dienstleistungen rund um das Produkt – und damit weitere Arbeitsplätze schaffen.

Das Beispiel Rolls-Royce zeigt aber auch: Ohne Fachkräfte läuft in der Industrie heute kaum noch etwas. Um weitere Erfolgsgeschichten dieses Kalibers zu schreiben, wird Brandenburg also vor allem für gut ausgebildeten Nachwuchs sorgen müssen.

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