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Brandenburg Rollstuhlfahrer fällt in Lagerfeuer und stirbt
Brandenburg Rollstuhlfahrer fällt in Lagerfeuer und stirbt
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20:03 24.07.2013
Unfallort pder Tatort? An dem Anwesen hinter diesem Zaun starb der Rollstuhlfahrer. Quelle: Bastian Pauly
Zeuthen

Bis zum Ufer des Zeuthener Sees sind es nur ein paar Meter, Badegäste flanieren im Schatten der Alleebäume den Fußweg entlang, in einem Café genießen Gäste den Sommer bei einem kühlen Eis – was den Anschein märkischer Idylle erweckt, war am Dienstagnachmittag Schauplatz eines mysteriösen Todesfalls. In der Havellandstraße in Zeuthen verbrannte ein 42 Jahre alter Rollstuhlfahrer in einem Lagerfeuer. Das hat die Polizeidirektion Süd gestern mitgeteilt.

Laut offizieller Darstellung hatte das spätere Opfer im Garten ein großes Lagerfeuer angefacht und war „aus bislang unbekannter Ursache von seinem Rollstuhl aus ins Feuer gefallen“. Nachbarn sollen Hilferufe gehört und das Feuer am Körper gelöscht haben. Der 42-Jährige, heißt es weiter, habe sich schwere Verbrennungen zugezogen, woran er am Unfallort gestorben sei. Die Eltern des Opfers, die auf dem Seegrundstück leben, hätten einen Schock erlitten und mussten ins Krankenhaus.

War der Feuertod des Rollstuhlfahrers ein tragischer Unfall? Es gibt Grund zum Zweifel an der Version der Polizei. Nach Augenzeugenberichten war der Körper des Opfers bereits steif, als der Brand gelöscht wurde. Die sogenannte Totenstarre tritt erst nach einigen Stunden ein. Das könnte darauf schließen lassen, dass der Rollstuhlfahrer bereits tot war, bevor er Feuer fing. Außerdem, berichten Augenzeugen weiter, sei das Opfer rückwärts ins Lagerfeuer hineingerollt.

Die Polizei will indes genau prüfen, woran der Rollstuhlfahrer letztlich gestorben ist – und zieht damit indirekt die eigene Darstellung selbst in Zweifel, wonach das Opfer seinen Brandverletzungen erlegen sei. Ines Filohn, Sprecher der Polizeidirektion Süd, wollte gestern „weder bestätigen noch dementieren“, ob das Opfer bereits tot war, als es in Flammen auf ging.

Der Tag danach. Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei sind abgezogen. Vor dem Anwesen, auf dem der Mann zu Tode kam, parkt der Kleinwagen eines Pflegediensts. Die Eltern des Opfers sind auf Hilfe angewiesen. Einigen Anwohnern ist der Blaulichteinsatz nicht verborgen geblieben, aber kaum jemand will über den Todesfall sprechen. „Lassen Sie es lieber noch ein bisschen ruhen“, heißt es in der Nachbarschaft.

Von Bastian Pauly

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