Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Rot-Rot einig: Beitragsfreies Kita-Jahr kommt

Erziehung Rot-Rot einig: Beitragsfreies Kita-Jahr kommt

Berlin hat es vorgemacht, die Linke hatte es schon länger gefordert, jetzt ist auch die SPD in Brandenburg dafür: das letzte Kita-Jahr vor der Schule soll künftig in Brandenburg beitragsfrei sein. Darauf hat sich die Fraktion geeinigt. Damit ebnet das Regierungslager rechtzeitig vor der Bundestagswahl den Einstieg in die kostenfreie Kita.

Voriger Artikel
Resort Schwielowsee verkauft
Nächster Artikel
Brandenburger in Thailand unter Mordverdacht

Der Kita-Besuch soll in Brandenburg künftig günstiger werden.

Quelle: dpa

Potsdam. Die Weichen für ein beitragsfreies Kita-Jahr in Brandenburg sind gestellt: Die SPD-Fraktion hat sich am Dienstag einstimmig auf ein Konzept zur Entlastung der Eltern verständigt. „Als Einstieg in die vollständige Beitragsfreiheit soll vom Herbst 2018 an für alle Kinder der Kita-Besuch im letzten Jahr vor der Einschulung kostenlos sein“, sagte Fraktionschef Mike Bischoff. Davon sollen rund 22 000 Vorschulkinder und deren Eltern profitieren. Kindertagesstätten seien eine Bildungseinrichtung, und „Bildung darf nichts kosten“, so Bischoff. Im kommenden Jahr sind für die Entlastung rund fünf Millionen Euro eingeplant, im Jahr darauf 15 Millionen Euro.

SPD und Linke im Kern einig

Damit ist sich das rot-rote Regierungslager im Kern einig. Der Koalitionspartner Die Linke hatte sich schon länger für einen kostenfreien Kita-Besuch stark gemacht. „Wir begrüßen die jetzige Entscheidung der SPD“, sagte die Bildungsexpertin der Fraktion, Gerrit Große. „Die Menschen in Brandenburg erwarten zu Recht ein Signal. Unser Ziel ist es, mit dem beitragsfreien Jahr im Herbst 2018 zu starten. Die dafür notwendigen Umsetzungen müssen jetzt beginnen.“

Zwar hatte die Linke die Beitragsfreiheit im ersten Kita-Jahr befürwortet, aber daran soll die Einigung laut Fraktionschef Ralf Christoffers nicht scheitern. „Für beide Entscheidungen gibt es pädagogisch pro und contra. Deshalb sind wir als Fraktion für beide Varianten offen“, sagte er.

Freude bei den Eltern: Kampf hat sich gelohnt

Unter den Brandenburger Eltern löste die Nachricht Freude aus. „Wir sind einfach nur dankbar. Die positive Resonanz unter unseren Mitstreitern ist überwältigend“, sagte Danilo Fischbach, Bundeselternsprecher und Vorsitzender der Landesbürgerinitiative Kita-Plätze, der MAZ. Seine Initiative hatte einen deutlichen Schritt in Richtung Beitragsfreiheit noch vor der Bundestagswahl gefordert. Diese Forderung sei nun eingelöst worden. „Das ist der Beweis, dass man etwas durch ehrenamtliches Engagement erreichen kann“, so Fischbach. Der Kampf habe sich gelohnt.

Teure Kita, günstige Kita – bei gleicher Leistung

Der Unmut der Eltern war angesichts teils hoher und unterschiedlicher Kita-Beiträge groß. In Nachbargemeinden unterscheiden sich die Beiträge, die für die Betreuung eines Kindes fällig werden, mitunter erheblich. Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege hatte berechnet, dass die Elternbeiträge in Brandenburg bei vergleichbarer Leistung um bis zu 340 Euro im Monat divergieren. Deswegen sehen sich Brandenburgs Verwaltungsgerichte inzwischen immer häufiger mit Klagen von Eltern wegen undurchsichtiger Gebührenordnungen konfrontiert. Allein am Verwaltungsgericht Potsdam waren im Mai mehr als 150 Klagen anhängig.

CDU für besseren Betreuungsschlüssel

Die oppositionelle CDU forderte dagegen vor allem einen besseren Betreuungsschlüssel. Sobald Brandenburg dabei den Bundesdurchschnitt erreicht habe, könne man über Entlastung für Eltern reden, meinte Fraktionschef Ingo Senftleben. Wenn es um einen Einstieg in die Beitragsfreiheit gehe, sei das letzte Kitajahr aber die richtige Wahl. Allerdings wollen die Christdemokraten im Gegenzug die Teilnahme am Vorschulprogramm verpflichtend machen. Das lehnt die SPD jedoch ab, schließlich werden auch ohne Vorschulpflicht in Brandenburg 97 Prozent der Kinder in einer Kita betreut.

Das rot-rote Kabinett beschloss am Dienstag außerdem ein Förderprogramm für sogenannte Kiez-Kitas. Mindestens 100 Einrichtungen mit besonderem Förderbedarf – etwa in sozialen Brennpunkten – sollen ab September 2017 zusätzliches Geld erhalten, zum Beispiel für Elternbetreuer, Sprachexperten oder Dolmetscher. Dafür sind in diesem Jahr 1,5 Millionen Euro und ab dem kommenden Jahr fünf Millionen Euro vorgesehen.

Von Torsten Gellner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Ist die vorläufige Absage der Kreisreform in Brandenburg richtig?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg