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Brandenburg Azubis fahren für einen Euro am Tag durch Brandenburg
Brandenburg Azubis fahren für einen Euro am Tag durch Brandenburg
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01:15 11.11.2018
Lehrlinge erhalten in Brandenburg ein günstiges Fahr-Ticket –auch für die Freizeit. Quelle: dpa
Potsdam

In Brandenburg können Auszubildende künftig für nur einen Euro pro Tag mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch das ganze Land fahren. Die rot-rote Koalition verständigte sich am Donnerstag auf das sogenannte Azubi-Ticket. Das kostet 365 Euro im Jahr, gilt für Fahrten im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) und soll ab 2019 gelten. Das Land stellt im Doppelhaushalt 2019/2020 dafür 5,6 Millionen Euro zur Verfügung. Danach soll das Geld weiter verpflichtend fließen, hieß es.

Von dem subventionierten Ticket profitieren rund 25000 junge Menschen, die gerade eine Lehre absolvieren. Ein vergleichbares VBB-Ticket kostet rund 1400 Euro.

Der Entscheidung innerhalb der Koalition ging eine langwierige monatelange Debatte über das Für und Wider voraus. Bislang scheiterten Pläne, Auszubildende bei den Kosten für den öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) zu entlasten, am nötigen Geld. Angesichts der günstigen Haushaltslage rangen sich SPD und Linke jetzt durch, das Ticket nun auch langfristig finanziell abzusichern. Das Geld wird aus der sogenannten Rücklage des Landes entnommen.

Grüne für Ticket auch für Freiwilligendienst

Die Linke, die das Projekt in der Koalition vorangetrieben hatte, nannte die Entscheidung einen wichtigen Schritt für mehr Mobilität junger Leute. „Ausbildungsorte sind häufig weit entfernt und damit teuer“, sagte die verkehrspolitische Sprecherin der Linken, Anita Tack. Die SPD-Abgeordnete Kerstin Kircheis meinte, das Ticket biete neben den Fahrten zum Betrieb auch die Möglichkeit, in der Freizeit ohne zusätzliche Kosten unterwegs zu sein.

Der Opposition gehen die Pläne nicht weit genug. Der Grünen-Verkehrsexperte Michael Jungclaus sagte der MAZ, die Koalition hätte das Ticket auch auf Schüler und Freiwilligendienstler ausweiten sollen, die wie Azubis ebenfalls nur einen schmalen Geldbeutel hätten. „Nun gibt es leider einen tariflichen Flickenteppich.“

Die Handwerkskammer Potsdam, die eine Mobilitätsunterstützung für Auszubildende gefordert hatte, begrüßte die Entscheidung. Eine solche Unterstützung sei aufgrund der finanziellen Situation vieler Jugendlicher wichtig, sagte Hauptgeschäftsführer Ralph Bührig. Allerdings sollte sich die Regelung nicht nur auf öffentliche Verkehrsmittel beschränken, da dann viele Jugendliche davon ausgeschlossen wären. Gerade im ländlichen Raum würde es häufig gar keine gebe. Nötig sei eine Entlastung bei den Fahrtkosten generell, so Bührig. „Denn der Bäckerlehrling, der früh morgens die Backstube erreichen muss, ist auf andere Verkehrsträger angewiesen.“

Mehr Geld für Kita-Neubau

Im Zuge ihrer Haushaltsberatungen traf Rot-Rot weitere Entscheidungen: Es wird in Abweichung zum Etatentwurf der Regierung mehr Geld für Kitas geben. Dafür sind für die Jahre 2020 bis 2022 rund 15 Millionen Euro vorgesehen. Diese Mittel sollen durch die Kommunen aufgestockt werden. Weitere neun Millionen Euro sind aus dem Programm zur Sanierung und Modernisierung von Kitas noch nicht abgeflossen und stehen 2019 ebenfalls zur Verfügung. Insgesamt fallen die Mittel aufgrund der aktuellen Steuerschätzung geringer aus als geplant. Das Land kann 190 Millionen Euro weniger ausgeben als noch im Mai geplant. Die SPD hatte jüngst angeregt, dass sich das Land am Neubau von 100 Kitas beteiligt. Von einer solchen Zahl ist heute nicht mehr die Rede.

Von Igor Göldner

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