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Rotes Kreuz nach Sex-Übergriffen unter Druck

Flüchtlings-Erstaufnahme Rotes Kreuz nach Sex-Übergriffen unter Druck

In einer Außenstelle der Eisenhüttenstädter Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge soll ein Mitarbeiter monatelang Kolleginnen belästigt und begrapscht haben – lange Zeit ohne Konsequenzen. Nach Bekanntwerden der Vorfälle wächst der Druck auf den Betreiber der Unterkunft, das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Die zentrale Ausländerbehörde fordert lückenlose Aufklärung.

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In einer Notunterkunft für Flüchtlinge hat ein Mitarbeiter offenbar monatelang Kolleginnen sexuell belästigt.

Quelle: dpa

Potsdam. Nach einer Serie von sexuellen Übergriffen in einer Flüchtlingsunterkunft in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) und anschließenden Vertuschungsvorwürfen wächst der Druck auf den Betreiber des Standorts, das brandenburgische Deutsche Rote Kreuz (DRK). „Wir erwarten eine lückenlose Aufarbeitung der Vorfälle und dass das DRK alles unternimmt, dass so etwas nicht wieder passieren kann“, sagte Frank Nürnberger, Leiter der Zentralen Ausländerbehörde (ZABH) Brandenburgs, der MAZ.

Übersetzer belästigte und begrapschte Frauen

Der Polizei liegen zehn Anzeigen vor, die einen aus dem Libanon stammenden Übersetzer der sexuellen Nötigung bezichtigen. Der DRK-Mitarbeiter soll in der Erstaufnahme-Notunterkunft „Unterschleuse“ mehrere Frauen verbal belästigt und unsittlich berührt haben. Der Polizei sind die Vorwürfe am 21. Januar bekannt geworden. Dagegen soll die DRK-Einsatzleitung Medienberichten zufolge bereits seit Oktober darüber informiert gewesen sein, ohne Konsequenzen zu ergreifen. Einem mutmaßlichem Opfer soll entgegnet worden sein, das sei doch nur Spaß und alles nicht so schlimm, wie die ehrenamtliche Helferin im RBB-Fernsehen sagte.

ZABH-Chef Nürnberger kritisierte, dass das DRK auch nach Bekanntwerden der Vorwürfe nicht konsequent handelte. Der Übersetzer sei von der Hilfsorganisation erst suspendiert worden, nachdem ihm Nürnberger am 22. Januar, einem Tag nach Eingang der ersten Anzeige, ein Hausverbot erteilte hatte. „Offensives Aufklären sieht für mich anders aus.“

DRK prüft den Sachverhalt

Die Hilfsorganisation bedauert die sexuellen Übergriffe. Personalgespräche sollen klären, wer wann davon erfahren hat, wie DRK-Landessprecherin Iris Möker erklärte. „Wir haben diese Woche alle Einrichtungsleiter bei einem persönlichen Treffen noch mal sensibilisiert, bei derartigen Vorwürfen umgehend zu handeln und Mitarbeiter wie Flüchtlinge zu ermutigen, sich zu melden.“ Das DRK betreibt zwölf der 13 Erstaufnahmestellen in Brandenburg.

Das DRK-Konzept sieht für alle Standorte den Einsatz geschulter Sozialarbeiter und die Ausbildung der oftmals in Zeitnot engagierten Mitarbeiter vor. „Wir müssen jetzt schneller diese Konzepte umsetzen“, sagte Möker.

Kenianerin vergewaltigt

In großen Gemeinschaftsunterkünften kommt es öfter zu Gewaltübergriffen. Am Standort „Unterschleuse“ soll Anfang Januar eine Frau aus Kenia von zwei Afghanen vergewaltigt worden sein. Die Eisenhüttenstädter Außenstelle hat eine Kapazität von 1020 Plätzen, davon sind derzeit 200 belegt. Landesweit stehen 5900 Erstaufnahmeplätze zur Verfügung. Zu Freitag waren 3038 belegt.

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Von Bastian Pauly

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