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Russischer Supermarkt in Potsdam lockt viele Kunden an

Zu Hause in.... Russischer Supermarkt in Potsdam lockt viele Kunden an

Im „Prima-Mark“ in der Potsdamer Innenstadt gibt es seit 18 Jahren russische und internationale Spezialitäten. Die Kundschaft ist bunt gemischt. Die meisten Kunden sind ehemalige Bürger der Sowjetunion, aber auch Rumänen, Bulgaren – und natürlich Einheimische.

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Verkäufer Viktor Aab (37) vor dem „Prima-Markt“ in der Straße am Kanal.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Nördliche Innenstadt. Zu DDR-Zeiten standen sich vor den großen Schaufenstern Auto-Besitzer beim Warten auf heiß begehrte Ersatzteile die Beine in den Bauch, hofften auf schicke Schonbezüge für die Sitze in ihrem Trabant, Scheibenwischer, Keilriemen, Kugellager oder Wartburg-Nebelschlussleuchten. Nahezu alles, was hier ins Regal kam, wurde sofort gekauft. Auto-Ersatzteile galten zu Zeiten der selten funktionierenden Planwirtschaft als gute Tauschware.

Die unprätentiöse Ladenfläche Am Kanal 50 ist geblieben, doch das Angebot hat sich seit der Wende mehrfach verändert. Heute warten im „Prima-Markt“, wie das Geschäft nun heißt, „russische Spezialitäten“ auf den solventen Käufer. Das Angebot, das zumeist mit kyrillischen Buchstaben auf 400 Quadratmetern Verkaufsfläche dargeboten wird, ist bunt und auf alle Fälle international: In den Tiefkühltruhen ruhen gefrorene Flusskrebse neben Garnelen aus dem Atlantik, etwas weiter frösteln Pelmeni, sprich Teigtaschen, mit verschiedensten Füllungen. Eine Kochmütze mit Rotem Stern prangt auf den Tüten und erinnert an längst vergangene Zeiten.

Es gibt Brühwurst nach sowjetischem Standard

In den Regalen liegt Brühwurst nach „sowjetischen Standard“, was immer das heißt. Es gibt Schwarzen Tee im Kilobeutel für 6,39 Euro, Senf nach russischer Art, Vollmilch aus der Mark Brandenburg, polnisches Bier, Moskauer Eis, armenischen Kognak, moldawische Weine, ein breites Sortiment an Fischkonserven wie Riga-Sprotten, schwarzen und roten Kaviar, riesige Gläser mit sauer eingelegten Tomaten, das russische Brotbier Kwas, gezuckerte Kondensmilch, Schokowaffeln aus der Ukraine und Honig von einem Imker aus Michendorf (Potsdam-Mittelmark). Und natürlich dürfen frisches Obst und Gemüse nicht fehlen.

„Den Markt gibt es schon seit 18 Jahren“, erzählt Viktor Aab. Der 37-Jährige kommt aus Kasachstan und vertritt den Chef, der gerade unterwegs sei. Aab lebt nach eigenen Angaben seit 26 Jahren in Deutschland und arbeitet seit drei Jahren wieder in dem Lebensmittelladen. Das Geschäft läuft augenscheinlich nicht schlecht. Die russische Kassiererin hat gut zu tun.

Die Kunden kommen sogar aus Berlin

Die Kundschaft im „Prima-Markt“ ist bunt gemischt. „Leute aus der ehemaligen Sowjetunion kaufen hier gern Produkte der heimischen Küche“, sagt Aab, Sie kommen aus der Stadt, beispielsweise aus dem Zentrum Ost oder den Neubaublöcken in der Burgstraße, aber auch aus dem Havelland, Falkensee oder gar Berlin. Es kaufen Rumänen, Bulgaren, Ukrainer – und natürlich viele Einheimische, die Lust auf exotische Waren haben oder Dinge wollen, die sie noch aus Vorwendezeiten kennen. „Am meisten werden russisches Konfekt und Spirituosen gekauft“, erzählt Aab. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala steht trockener Krimsekt. Dicht gefolgt von diversen Getränkekreationen, bei denen viele Flaschen wie eine Matroschka oder die Zwiebeltürme der Moskauer Basilius-Kathedrale aussehen. Aab empfiehlt Kaviar, den es vom Stör aber auch vom Hecht gibt, und einen ukrainischen Wodka mit Peperoni und Honig für 10,99 Euro. Ich überlege, wie der wohl schmecken mag, und nehme lieber ein Eis Moskauer Art. Das kenne ich noch aus meiner Kindheit.

Russischer Supermarkt

Der „Prima-Markt“ Am Kanal 50 bietet auf 400 Quadratmetern Verkaufsfläche über 5000 Artikel an.

Der Laden, der sich als „russischer Supermarkt“ versteht und die meisten Waren in kyrillischer Schrift anbietet, hat sechs Tage in der Woche geöffnet. Montag bis Freitag von 8.30 bis 18.30 Uhr, am Samstag von 8.30 bis 14 Uhr.

Info: www-prima-markt.de

Von Jens Trommer

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