Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Russland-Sanktionen werden zur Belastung
Brandenburg Russland-Sanktionen werden zur Belastung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 10.06.2015
Bei der Raffinerie PCK Schwedt (Uckermark) endet die Druschba-Pipeline, durch die tonnenweise Erdöl aus Russland fließt. Quelle: foto: DPA
Anzeige
Potsdam

Für die insolvente traditionsreiche Brandenburger Orgelbauerfirma von Alexander Schuke hätte die Russland-Krise um ein Haar das Ende bedeutet. Im Vorjahr war das Geld für bereits gelieferte Orgeln ausgeblieben – 600 000 Euro. Ende 2014 wurde dann das Insolvenzverfahren der Firma mit Sitz in Werder (Potsdam-Mittelmark) eröffnet, die vor 120 Jahren gegründet wurde. „Auftragseingänge sind wieder da, aber aus anderen Ecken der Welt“, sagt nun Ulf Rittinghaus, der vom Insolvenzverwalter beauftragte Berater für das Unternehmen. Das Beispiel zeigt: Die politische Krise infolge des Ukraine-Konflikts wirkt sich auch auf die Brandenburger Wirtschaft aus.

„Für die Firmen sind das schwierige Zeiten“, sagt der Außenexperte der Industrie- und Handelskammer Potsdam, Jens Ullmann. Die stagnierende russische Konjunktur, sich durch die Rubel-Schwäche verteuernde Lieferungen aus dem Euro-Raum oder die EU-Sanktionen gegen Russland ließen derzeit kaum normale Geschäfte zu. Allein in Westbrandenburg haben nach IHK-Angaben 200 Firmen Beziehungen mit Russland oder sind in dem Land aktiv. Hauptexportbranchen sind Gummi- und Kunststoffwaren, Nahrungs- und Futtermittel, aber auch Maschinen, Pharmazeutika oder Kfz-Teile.

Russland ist nach Angaben des Wirtschaftsministeriums der größte Außenhandelspartner Brandenburgs. Für sechs Milliarden Euro (minus 3,8 Prozent) werden Waren importiert. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Öl. Exporte nach Russland gingen 2014 um 13 Prozent auf 266 Millionen Euro zurück. Brandenburg stand damit aber besser da als der Bundesdurchschnitt: Insgesamt wurden ein Fünftel weniger Exporte verbucht. Firmen, die nicht nur auf den Russland-Markt angewiesen sind, können nach Erfahrungen der IHK mit der Lage besser fertig werden.

Für den Speditionsunternehmer Valerie Retler trifft das nicht zu. „90 Prozent unserer Aufträge betrafen Russlandkunden“, beschreibt er das Dilemma. „Das steckt man nicht so einfach weg.“ 13 seiner Fahrer waren in dem Land unterwegs, vor allem Richtung Moskau und St. Petersburg. Transportiert wurden Waren jeglicher Art: von Schuhen bis zu Maschinen. Die Aufträge seien völlig weggefallen, sagt Retler. „Wir sind aber nicht die einzigen, die nun neue Kunden suchen. Ein Ende der Durststrecke ist noch nicht in Sicht“, betont Retler. Glücklicherweise habe bislang kein Fahrer entlassen werden müssen.

Keinen Grund zum Klagen sieht Heiner Vollstädt, Chef einer Acht-Mann-Firma, die auf Prüfgeräte und Sortieranlagen für Indus-triediamanten spezialisiert ist. „Mit unseren Kunden in Russland arbeiten wir langfristig zusammen“, sagt er. Wie vor der Krise liege der Jahresumsatz mit dem Land stabil bei 100 000 Euro. „Mit unserem Spezialwissen kommen wir gut klar“, sagt der Firmenchef, der wie fast alle seiner Mitarbeiter Russisch spricht. „Dadurch öffnen sich viele Türen.“ Der IHK-Experte Ullmann ist vorsichtig optimistisch: „Russland bleibt ein Zukunftsmarkt, auch wenn es jetzt die Rückschläge gibt“, sagt er.

Von Gudrun Janicke

Brandenburg Temperaturen klettern über 30°C – Feuerwehr kämpf gegen Waldbrände - Hitze in Brandenburg bringt Freude und Leid

Die 30-Grad-Marke ist am Samstag erstmals in diesem Jahr in Berlin und Brandenburg durchbrochen worden. Es war so richtig heiß. Schön, wer da ein kühles Plätzchen ergattern und die Seele baumeln lassen konnte. Aber nicht alle hatte ihre Freude an dem heißen Tag.

06.06.2015
Brandenburg Hitze und Unwetter am Wochenende - Waldbrände und Wetterchaos in Brandenburg

Dieser Sonnabend wird der bisher heißeste Tag des Jahres in Brandenburg. Es soll bis 33 Grad Celsius warm werden. Doch die Freude ist getrübt: Bereits am Freitag hat es landesweit 8 Waldbrände gegeben. Und es drohen Unwetter.

05.06.2015
Kultur Talkshow zum Jahresende eingestellt - Günther Jauch hört bei der ARD auf

Traurige Nachricht für Fans von Günther Jauch: Der Talkmaster hört zum Jahresende in der ARD auf - obwohl der Fernsehsender seine Talkshow gern weitergeführt hätte. Was Günter Jauch zu diesem Schritt bewogen hat, bleibt vage. Der 58-Jährige, der mit seiner Familie in Potsdam lebt, spricht lediglich von "beruflichen als auch privaten Gründen". Doch es gibt Indizien.

05.06.2015
Anzeige