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S-Bahn-Ekel legt Teilgeständnis vor Gericht ab

Fremdenhass in Berlin S-Bahn-Ekel legt Teilgeständnis vor Gericht ab

Dieser Fall hat alle geschockt: In einer S-Bahn in Berlin sollen zwei Männer zunächst eine Migrantenfamilie beleidigt haben. Anschließend ließ einer von ihnen vor der Mutter mit zwei Kindern die Hose runter. Doch ob er wirklich auf sie uriniert hat, ist derzeit nicht Gegenstand der Verhandlung. Es fehlt an Beweisen. Nun gab es in dem Prozess ein Teilgeständnis.

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Quelle: dpa

Berlin. Ein vorbestrafter Rechtsextremist, der in einer Berliner S-Bahn rassistische Parolen gebrüllt und vor einer Migrantenfamilie die Hose heruntergelassen haben soll, hat vor einem Amtsgericht ein Teilgeständnis abgelegt. Der 33-Jährige räume alle Vorwürfe bis auf das Entblößen ein, erklärte einer der beiden Verteidiger am Freitag zu Prozessbeginn. Dem Angeklagten sei „nur die Hose heruntergerutscht“.

Der Fall hatte im August 2015 bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil es hieß, der Beschuldigte habe auf Flüchtlinge uriniert. Dies ist jetzt aber nicht Teil der Anklage, weil es dafür keine Beweise gab. Die betroffene Familie konnte nicht ausfindig gemacht werden und somit nicht aussagen. Eine Zeugin erklärte vor Gericht, nach ihrer Beobachtung habe der Mann die Hose mit Absicht heruntergezogen. Ob er auch urinierte, habe sie nicht gesehen.

Der Angeklagte habe zusammen mit einem Gleichgesinnten am 22. August 2015 in der S-Bahn rassistische und antisemitische Parolen gegrölt und den Hitlergruß gezeigt, heißt es in der Anklage. Der 33-Jährige sei dann auf die Migrantenfamilie zugegangen. Er habe sein Gesäß und sein Geschlechtsteil gezeigt, um seine Missachtung gegenüber Ausländern zum Ausdruck zubringen.

Mehrere Fahrgäste riefen die Polizei. Die Verdächtigen wurden kurz darauf festgenommen, kamen aber schnell wieder frei. Gegen den 33-jährigen Arbeitslosen, der bis Februar 2015 wegen anderer Straftaten eine Gefängnisstrafe verbüßte, wurde nach weiteren Ermittlungen im Oktober Haftbefehl erlassen. Er wird seit Jahren der rechtsextremen Szene zugeordnet. Der Prozess wegen Volksverhetzung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen wird am 26. April fortgesetzt.

Von dpa

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