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Brandenburg SPD in Brandenburg nur noch bei 20 Prozent – AfD gleichauf
Brandenburg SPD in Brandenburg nur noch bei 20 Prozent – AfD gleichauf
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08:52 02.01.2019
Blick in den Plenarsaal während der Sitzung des Brandenburger Landtags. Quelle: Julian Stähle/dpa-Archiv

Sonntagsfrage der MAZ: Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Landtagswahl wäre? SPD 20 %, AfD 20 %, CDU 19 %, Linke 17 %, Grüne 12 %, FDP 5 %

SPD verliert weiter an Boden

• Landesregierung bekommt nur Zustimmung von 46 Prozent der Befragten

Acht Monate vor der Landtagswahl liegen die konkurrierenden Parteien in Brandenburg so dicht beieinander wie noch nie. Aktuell käme die SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke nur noch auf 20 Prozent und bliebe damit fast 12 Prozentpunkte unter ihrem Ergebnis bei der Landtagswahl im Herbst 2014. Die AfD liegt gleichauf und kommt ebenfalls auf 20 Prozent, knapp dahinter liegt die CDU, die 19 Prozent erreicht. Für die mitregierende Linke würden 17 Prozent der Brandenburger stimmen. Das geht aus dem Brandenburg-Barometer des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Märkischen Allgemeinen hervor.

Zweierbündnis hätte keine Mehrheit

Der bundesweite Höhenflug der Grünen geht auch an Brandenburg nicht vorbei. Kam die Ökopartei 2014 noch auf sechs Prozent, könnte sie derzeit der Umfrage zufolge ihr Ergebnis verdoppeln. Ob es die 2014 aus dem Parlament ausgeschiedene FDP wieder in den Landtag schaffen wird, ist offen: Sie käme laut Forsa auf fünf Prozent und könnte damit knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Damit verstetigt sich ein Trend vergangener Monate: Die Parteien liegen immer näher beisammen, eine Zweierkoalition würde derzeit nicht die erforderliche Mehrheit von 50 Prozent der Mandate bekommen. Das rot-rote Regierungsbündnis aus SPD und Linke käme momentan nur auf 37 Prozent. Erst mit einem dritten Koalitionspartner im Bunde würde eine Regierung die erforderliche Mehrheit bekommen. Denkbar wäre ein Bündnis aus SPD, Linke und Grüne, aber auch eine Koalition aus CDU, Linke und Grüne.

Schlechte Aussichten für die SPD

Mit der Arbeit von Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) zeigt sich eine knappe Mehrheit von 51 Prozent der Befragten zufrieden. Weniger einverstanden sind die Brandenburger mit dem Auftreten der Landesregierung insgesamt: Rot-Rot erhält derzeit Zustimmungswerte von 46 Prozent. Am geringsten ist die Zufriedenheit erwartungsgemäß mit dem Regierungsbündnis im Lager der AfD-Anhänger (15 Prozent).

Nach der Landtagswahl im Herbst dürfte die Regierungsbildung in der Mark schwer werden. SPD, AfD, CDU und Linke liefern sich laut Forsa ein Kopf-an Kopf-Rennen. Die Grünen sind überraschend stark.

BVB/Freie Wähler laufen laut Forsa nur unter der Rubrik Sonstige. Die Wählergemeinschaft hatte 2014 2,7 Prozent der Stimmen geholt, war aber durch eine Sonderregelung in den Landtag eingezogen: Weil die Partei ein Direktmandat gewonnen hatte, galt für sie die Fünf-Prozent-Hürde nicht und sie konnte mit drei Abgeordneten einziehen. Mit dem Spitzenkandidaten für die kommende Landtagswahl, Peter Vida, sind 47 Prozent derjenigen, die ihn kennen, zufrieden. Allerdings kennen ihn nur 8 Prozent der Befragten.

Die Umfrage spiegelt einen weiteren Trend wieder: Die SPD verliert in Brandenburg weiter an Boden. Die Regierungspartei war über Jahrzehnte deutlich stärkste Kraft. Nun würde sie ein Drittel ihrer Wähler gegenüber 2014 einbüßen. Noch trostloser sähe es für die SPD aus, wenn jetzt Bundestagswahl wäre. Dann würden in Brandenburg nur 12 Prozent der Wähler für die Partei stimmen, die damit noch hinter den Grünen (14 Prozent) landen würde. Die CDU läge mit 23 Prozent vorne, gefolgt von der AfD mit 20 Prozent und Linke mit 18 Prozent. Die FDP würde mit 7 Prozent etwas besser als bei einer Landtagswahl abschneiden.

Für die repräsentative Umfrage wurden zwischen dem 17. und 20. Dezember 1005 zufällig ausgewählte wahlberechtigte Brandenburger befragt.

Von Torsten Gellner

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