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Sandsturmgefahr auch in Brandenburg

Fünf Jahre nach den Horrorcrash auf der A 19 Sandsturmgefahr auch in Brandenburg

Am 8. April 2011 gab es eine verheerende Massenkarambolage auf der Autobahn 19 bei Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern). Dichte Staubwolken eines Ackers hatten urplötzlich die Fahrbahn verdunkelt. Umweltschützer warnen: Auch in Brandenburg besteht diese Gefahr nach wie vor.

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Ein Bild der Verwüstung am 8. April 2011 auf der A 19 bei Güstrow.

Quelle: Foto: dpa

Potsdam. Es war einer der schwersten Verkehrsunfälle nach der Wende: Vor fünf Jahren wurden auf der Autobahn 19 mehr als 80 Fahrzeuge in eine folgenschwere Massenkarambolage verwickelt, acht Menschen kamen dabei ums Leben. Die überraschend große Staubwolke war am 8. April 2011 von ausgetrockneten Feldern nahe Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) auf die Fahrbahn geweht worden.

Im Vorjahr hatte das Amtsgericht Rostock eine 54-jährige Autofahrerin aus Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) deshalb verwarnt, eine Geldstrafe in Höhe von 9000 Euro wurde zur Bewährung ausgesetzt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Frau zu schnell in die Sandwolke gefahren und dadurch auf das Auto eines Ehepaars aus Neuruppin gekracht war. Dieser Wagen wurde gegen die Leitplanke geschleudert und dann von zwei weiteren Autos gerammt. Der Mann und seine Frau starben. Gegen das Urteil hatten die Eisenhüttenstädterin und die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt.

Aus Sicht der Grünen Liga Brandenburgs ist die Behauptung, die Sandwolke sei ein auf deutschen Straßen bisher unbekanntes Phänomen, „völliger Unsinn“. Bisher habe es allerdings noch kein solches Drama gegeben, die Gefahr bestehe aber weiter – auch in Brandenburg, so Heinz-Herwig Mascher, Vorsitzender der Grünen Liga. „Windschutzstreifen oder Begleitpflanzungen würden dem Wind die Kraft nehmen und Sand- oder Schneeverwehungen über längere Strecken verhindern.“ Das Land könne etwa über die EU-Agrarförderung verstärkt darauf Einfluss nehmen. Zudem sollte die Autobahnpolizei das Recht haben, im Gefahrenfall das Pflügen von Äckern zu untersagen. Auch die Naturfreunde Brandenburgs beklagen eine Landschaftszerstörung durch immer größere Ackerschläge und Monokulturen.

Gerhard Petzholtz, Vizechef des Verkehrclubs Deutschland, plädiert dafür, dass Windschutzstreifen künftig zur Ackerfläche gehören sollten und die Landwirte für Pflanz- und Pflegearbeit vom Land entschädigt werden. In Richtung Autofahrer verlangt Petzholtz eine angemessene Fahrweise, vor allem wenn sich die Wetter- und Sichtverhältnisse rasch ändern.

Von Volkmar Krause

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