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Saskia Ludwig ist wieder da und polarisiert

Kandidatur für die CDU Saskia Ludwig ist wieder da und polarisiert

Sie gilt als isoliert und wird von vielen in ihrer Partei gemieden. Dennoch wird die umstrittene frühere CDU-Landes- und Fraktionschefin Saskia Ludwig im kommenden Jahr bei der Bundestagswahl um ein Direktmandat kämpfen. Mit ihrer Nähe zur AfD löst Ludwig immer wieder Kopfschütteln in der CDU aus.

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Kandidatin Saskia Ludwig (CDU)

Quelle: MAZ

Potsdam. Seit ihrem Sturz als CDU-Partei- und Fraktionschefin vor vier Jahren gilt Saskia Ludwig als isoliert. Wegen ihrer Nähe zur AfD wird sie in der Partei gemieden. Ihr Status im Landtag: Hinterbänklerin. Doch jetzt ist die 48-Jährige, deren Verhältnis zur eigenen Landesparteispitze von gegenseitiger Abneigung geprägt ist, wieder da.

Ludwig gewann am Mittwochabend in Potsdam das Duell um eine CDU-Kandidatur für die Bundestagswahl 2017. Sie ist damit die offizielle Bewerberin ihrer Partei im prestigeträchtigen Wahlkreis 61. Zu dem gehören die Landeshauptstadt Potsdam, Potsdam-Mittelmark und Teile Teltow-Flämings. Ludwig, Chefin im Kreisverband Potsdam-Mittelmark, setzte sich sogar klar durch und deklassierte den von ihren Gegnern extra aufgebotenen Mitbewerber. Sie erhielt rund 80 Stimmen mehr (bei 272 Anwesenden) als der blass gebliebene Konkurrent Gregor Ryssell, der Vize-Kreischef in Potsdam ist.

Der Einzug in den Bundestag dürfte für Ludwig schwer werden

Damit ist Saskia Ludwig allerdings noch lange nicht im Bundestag. Vor vier Jahren gewann zwar die CDU ganz knapp dieses Direktmandat vor der SPD – das war 2013 aber die sogenannte Merkel-Wahl. Damals holte die CDU in Brandenburg neun der zehn Direktmandate. Inzwischen gibt es diese Stimmung für die CDU nicht mehr. Ludwig bräuchte, wenn sie nicht das Mandat direkt holt, einen aussichtsreichen Platz auf der Landesliste, möglichst unter den ersten fünf. Das allerdings dürfte ihr schwer fallen, da auch die jetzigen Bundestagsabgeordneten dorthin drängen dürften.

Ihr geplantes Comeback ist vor allem für die Parteispitze um Landeschef Ingo Senftleben und Generalsekretär Steeven Bretz mehr als nur ein Ärgernis. Ludwig liegt in vielen Punkten mit der Parteispitze über Kreuz und polarisiert. Das könnte die Eintracht in der Partei stören. Ludwig ist ausgewiesene Kritikerin von Angela Merkel und ihrer Flüchtlingspolitik. Die CDU, so sagte Ludwig bei ihrer Bewerbungsrede, dürfe sich nicht an den „politischen Mainstream“ anpassen. Sie erhielt dafür viel Beifall. Ludwig gehört auch dem rechtskonservativen Berliner Kreis der CDU an – einem Club der Merkel-Gegner in der CDU.

Einst war über einen Übertritt zur AfD spekuliert worden

Kopfschütteln lösten in der CDU immer wieder ihre engen Kontakte zu AfD-Granden aus. Ein Übertritt, wie vielfach spekuliert wurde, dürfte sich allerdings mit ihrer Kandidatur zunächst erledigt haben, wird in der CDU gemutmaßt. Sie selbst will sich trotz Anfrage dazu nicht äußern. Die SPD hat ihr Thema im Kampf um das Direktmandat schon gefunden: Ludwigs AfD-Nähe. Der Potsdamer SPD-Chefs Mike Schubert erklärte: „Die CDU hat sich mit Frau Ludwig für die Variante AfD light entschieden.“

Für Ludwig ist es der zweite Anlauf für den Bundestag. Vor vier Jahren verlor sie parteiintern gegen Katherina Reiche. Dass Ludwig jetzt überhaupt Kandidatin ist, dafür wird Generalsekretär Bretz mit seiner misslungenen Gegenkandidatur verantwortlich gemacht. Am Tag danach wirkte Bretz aber trotz allem gefasst. „Die Mitglieder haben entschieden“, sagte er. Die CDU werde jetzt alles tun, „um einen erfolgreichen Wahlkampf zu führen“.

Von Igor Göldner

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