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Brandenburg Saskia Ludwig steht nach Interview im Abseits
Brandenburg Saskia Ludwig steht nach Interview im Abseits
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19:09 16.03.2017
Die CDU-Abgeordnete Saskia Ludwig auf einem Flur im Potsdamer Landtag. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Brandenburgs CDU-Spitze kontra Saskia Ludwig – der innerparteiliche Dauerkonflikt ist um ein Kapitel reicher. Anlass ist ein „Streitgespräch“ zwischen Ludwig, die sich in Potsdam um ein Bundestagsmandat für die CDU bewirbt und AfD-Landeschef Alexander Gauland, das beide in dieser Woche der rechtslastigen Wochenzeitung „Junge Freiheit“ gaben. Ludwig geht darin erneut auf Distanz zu CDU-Kanzlerin Angela Merkel und ihrer Flüchtlingspolitik. Auf die Frage, ob sie Wahlkampf für Merkel mache, antwortete Ludwig, dass die CDU nicht nur die Partei Merkels sei. Sie hielt Gauland vor, „fahnenflüchtig“ gewesen zu sein, als er einst die CDU verließ. „Wären Sie und andere in der Union geblieben, lieber Herr Gauland, wären die Konservativen dort schon sehr viel weiter“, sagte Ludwig. Der AfD prophezeit sie „früher oder später“ die Spaltung. Diese Partei sei ein Sammelbecken von Konservativen, Glücksrittern und Radikalen“. Langfristig passe das nicht zusammen. Einen Übertritt in die AfD, wie vielfach spekuliert wurde, dürfte sich mit dieser Position ausschließen.

Ludwig und die Junge Freiheit verbindet bereits eine Geschichte

In der CDU-Führung wird das Interview als gezielte Provokation Ludwigs gewertet, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Dazu zählt auch die Wahl des Mediums „Junge Freiheit“. Erinnert wird daran, dass zwei umstrittene Texte in diesem Blatt 2012 zum Sturz Ludwigs als Landes- und Fraktionsvorsitzende führten. Der stellvertretende CDU-Landeschef Gordon Hoffmann sagte der MAZ, Saskia Ludwig verkenne, dass sich der Wertekompass echter Konservativer grundlegend von dem der „rechtspopulistischen Clique um Alexander Gauland“ unterscheide. „Damit hat sie es erneut geschafft, sich in der CDU ins Abseits zu stellen“, so Hoffmann. Übel nimmt ihr Hoffmann auch die Nähe zu Gauland. Ludwig würde so tun, als hätte Gauland noch heute einen Platz in der CDU. „Das hat er heute aber zu keiner Zeit mehr.“

Die CDU will Ludwigs Interview möglichst nicht zu hoch hängen. Sanktionen gegen die Landtagsabgeordnete, wie der Ausschluss aus der Fraktion, über den diskutiert wurde, soll es nicht geben. Auch SPD, Linke und Grüne kritisierten die CDU. SPD-Generalsekretärin Klara Geywitz erklärte, gegen Merkel zu stänkern und gleichzeitig für die CDU in den Bundestag zu wollen, passe nicht zusammen. Saskia Ludwig sei mit ihrer speziellen Sicht auf die Welt offensichtlich politisch heimatlos geworden. Die Sprecherin der brandenburgischen Linken, Anja Meyer, warf Ludwig die Anbiederung an rechte Positionen vor und forderte die CDU-Führung auf, „für Klärung im eigenen Laden zu sorgen“.

„Wer Saskia Ludwig wählt, wählt die AfD im Schafspelz“

Die Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock, die wie Ludwig in Potsdam zur Wahl antritt, hielt der CDU-Politikerin vor, eine größere Nähe zur AfD als zu ihrer eigenen Partei zu haben. „Sie strebt offensichtlich eine CDU-AfD-Zusammenarbeit an“, erklärte Baerbock. „Wer Saskia Ludwig wählt, wählt die AfD im Schafspelz.“

Saskia Ludwig hatte sich gegen den Willen der CDU-Landesspitze im Wahlkreis 61 als Direktkandidatin für die Bundestagswahl durchgesetzt. Auf der Landesliste erhielt sie indes nur den hinteren, wenig aussichtsreichen Listenplatz 8. Um in den Bundestag einzuziehen, müsste sie wohl das Direktmandat in Potsdam gewinnen.

Von Igor Göldner

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