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Brandenburg Satte 1300 Vorschläge für bessere Bahnverbindungen
Brandenburg Satte 1300 Vorschläge für bessere Bahnverbindungen
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00:20 11.12.2017
Bei Pendlern begehrt und deswegen oft überfüllt: ein märkischer Regionalexpress. Quelle: dpa
Potsdam

Der Entwurf des neuen Landesnahverkehrsplans 2018 hat unter den Brandenburger Bahnkunden ein gewaltiges Echo ausgelöst. Bei der öffentlichen Beteiligung, zu der das Verkehrsministerium aufgerufen hatte, gingen bis Freitagnachmittag mehr als 1300 E-Mails von Bürgern und Verbänden ein. Vergangenes Wochenende war das Postfach des Ministeriums vollgelaufen, so dass kurzzeitig keine weiteren Eingaben mehr möglich waren. Daraufhin hatte das Ministerium die Beteiligungsfrist bis Freitagabend verlängert.

Vom Pendleraufkommen „kalt erwischt“

„Das Land ist von der Bedeutung des Themas kalt erwischt worden“, sagt Hans Leister, Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn Berlin-Brandenburg. „Dass es ein so hohes Pendleraufkommen gibt, hatte die Politik lange nicht auf dem Schirm.“ Das Land habe den Zuwachs an Pendlern in den vergangenen Jahren unterschätzt. „Da hat sich eine Menge Unmut angesammelt, der sich jetzt in der Beteiligung niederschlägt.“ Die Hauptkritik des Verbands, dem nach eigenen Angaben viele Eingaben in Kopie zugesandt wurden: Der Nahverkehrsplan sei eine Mogelpackung. Denn er wird nicht ab 2018 greifen, wie der Titel suggeriert, sondern frühestens Ende 2022, weil es bestehende Verträge mit Bahnanbietern gibt und das Streckennetz nun erst neu ausgeschrieben wurde.

Erst in fünf Jahren also soll es nennenswerte Verbesserungen auf stark nachgefragten Linien geben. So soll der RE 1 zwischen Brandenburg/Havel und Frankfurt (Oder) drei- statt zwei Züge pro Stunde erhalten, zumindest in den Spitzenzeiten. Auch die häufig überfüllte Strecke Berlin-Cottbus soll zwischen Berlin und Lübbenau drei- statt zweimal pro Stunde bedient werden.

Fahrgastverband bringt Moratorium ins Spiel

Zwar räumt Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) ein, dass angesichts der seit Jahren überproportional steigenden Passagierzahlen auch kurzfristiger Handlungsbedarf bestehe. Wie diese baldige Entlastung für Pendler aussehen soll, dazu finde sich in dem fast 120-seitigen Verkehrskonzept nur eine knappe Passage, wie Leister kritisiert. Er plädiert für ein Moratorium: Der Nahverkehrsplan soll für sechs Monate auf Eis gelegt und währenddessen Verhandlungen mit Bahnanbietern über zusätzliche Waggons auf stark nachgefragten Strecken geführt werden.

Viele Unterschriftenlisten aus Brandenburg

Der Deutsche Bahnkundenverband kritisierte in seiner Stellungnahme, dass das Verkehrskonzept in Kraft treten soll, obwohl die Ausschreibungen für Angebotsverbesserungen noch gar nicht abgeschlossen sind. Der Verband fordert den kurzfristigen Einsatz von sechs Doppelstockwagen beim RE1. Außerdem schlägt er die Einführung einer Tarifzone D vor, damit auch Pendler aus Beelitz oder Groß Kreutz in den Genuss von preiswerteren Fahrkarten kommen. Aus Groß Kreutz und Götz (Potsdam-Mittelmark) erreichte das Ministerium besonders viele Hinweise, weil die Anwohner dort einen zusätzlichen Halt des RE1 vermissen. Mehrere Unterschriften, die letztlich zum Überlaufen des Ministeriumspostfach geführt haben, kamen aus Wustermark im Havelland, weil der Ort wegen einer neuen Linienführung der RB21 abgekoppelt werden soll.

„Wir werden alle Hinweise auswerten“, kündigte Ministeriumssprecher Steffen Streu an. „Wir gehen davon aus, dass der Landesnahverkehrsplan dann im Laufe des ersten Quartals 2018 verabschiedet wird.“

Von Torsten Gellner

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