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Brandenburg Satte Rückzahlungen für Gas- und Heizölkunden
Brandenburg Satte Rückzahlungen für Gas- und Heizölkunden
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19:00 20.07.2014
Dank des milden Wetters hat sich der Energieverbrauch zwischen Oktober 2013 und Mai 2014 um fast 20 Prozent reduziert. Quelle: Sven Hoppe
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Potsdam

Heizölkunden und Gasverbraucher können dieses Jahr vielerorts auf satte Rückzahlungen hoffen. Das zeigt eine Analyse des Verbraucherportals Verivox. Dank des milden Wetters habe sich der Energieverbrauch der Haushalte in der vergangenen Heizperiode zwischen Oktober 2013 und Mai 2014 um fast 20 Prozent reduziert, sagte Verivox-Sprecher Florian Krüger. Derweil seien die Gaspreise weitgehend konstant geblieben und die Ölpreise sogar leicht gesunken, sodass sich der niedrigere Verbrauch auch im Geldbeutel bemerkbar mache.

In vielen Fällen könnten Verbraucher sogar mehrere hundert Euro zurückerwarten, wie ein Rechenbeispiel zeigt: Ein vierköpfiger Haushalt in einem freistehenden Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden musste in diesem Winterhalbjahr 1128 Euro für Gas ausgeben und damit 269 Euro (19 Prozent) weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, als noch 1397 Euro fällig wurden. Noch deutlicher ist die Entwicklung beim Heizöl: Hier reduzierten sich die Kosten von 1850 auf 1386 Euro, also um 464 Euro oder 25 Prozent. Wie hoch die Rechnung tatsächlich ausfällt, hängt laut Verivox aber auch von individuellen Heizgewohnheiten, der Wohnungsdämmung und der Heizungsanlage ab. Zudem gebe es bei den Gasanbietern in Brandenburg Preisunterschiede von bis zu 500 Euro. Das zeige ein Vergleich der Tarife bei den 31 märkischen Grundversorgern.

Am günstigsten waren demnach die Stadtwerke Pritzwalk (Prig nitz), bei denen der Musterhaushalt 1313 Euro zahlen musste, gefolgt von den PVU Prignitzer Energie- und Wasserversorgungsunternehmen GmbH (1337 Euro) und den Stadtwerken Bernau (Barnim; 1365 Euro).

Die großen Differenzen kämen vor allem durch unterschiedlich hohe Netzentgelte zustande, so Verivox-Sprecher Krüger. Kunden hätten aber immer die Möglichkeit, einen alternativen Anbieter oder günstigeren Tarif als den in der Grundversorgung zu wählen.

Geld sparen beim Heizen

  • Gaskunden können durch einen Anbieterwechsel Geld sparen, so das Verbraucherportal Verivox (www.verivox.de). Bei der Auswahl eines Versorgers sollte man auf Tarife mit einer möglichst langen Preisgarantie achten.
  • Der Wechselauftrag kann direkt an den neuen Anbieter gehen, dieser kümmert sich um die Kündigung beim alten Anbieter.
  • Beim Kauf von Heizöl empfehlen sich Sammelbestellungen. Der Zeitpunkt des Kaufs spielt preislich auch eine Rolle: Je nach Weltmarktlage kann es auch im Sommer teuer sein, deshalb sollten Kunden die Preisentwicklung genau beobachten.
  • Weitere Tipps für Kunden gibt die Potsdamer Verbraucherzentrale unter: Tel. 0331/98229995.

Doch längst nicht alle Brandenburger können mit einem warmen Geldregen rechnen, wie Wolfram Hey, Energieberater bei der Verbraucherzentrale in Eberswalde (Barnim), erklärt. Mieter in großen Wohnblöcken nähmen Gas oder Öl meist nicht direkt ab, sondern würden über das Fernwärmenetz versorgt. Durch eine Umstellung in der Abrechnungsart drohten hier vielerorts sogar Preiserhöhungen. "Und die Fernwärmeversorger geben die recht moderaten Öl- und Gaspreise nicht unbedingt an die Kunden weiter."

Beim Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), dessen Mitglieder zu 70 Prozent an das Fernwärmenetz angeschlossen sind, ist man dennoch verhalten optimistisch. "Wir erwarten keine negativen Überraschungen, sondern dass sich die Preise stabilisieren", sagt BBU-Technikchef Siegfried Rehberg. Der Wettbewerbsdruck auf die Fernwärmeanbieter habe sich in den vergangenen Jahren erhöht. "Das ungehinderte Hineingreifen in die Taschen der Kunden hat abgenommen."

Mieter sollten aber auch bei einer Rückerstattung die Rechnung sorgfältig prüfen, rät Wolfram Hey von der Verbraucherzentrale. Andere Experten empfehlen außerdem, den Rückerstattungsbetrag nicht gleich auszugeben, sondern auf die hohe Kante zu legen. Denn schon nächstes Jahr könnten wieder saftige Forderungen anstehen. Risiken für die Zukunft drohten vor allem von den Weltmärkten für Öl und Gas und den Krisenherden Irak und Ukraine.

Von Angelika Pentsi

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