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07:30 20.05.2017
Keine Angst vor den großen Bürsten: Der vierjährige John mit Kinderdorf-Mutter Steffi Arndt am Ende des E-Golf-Tests in der Waschanlage. Quelle: Fotos: Melanie Höhn
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Brandenburg an der Havel

Für den vierjährigen John aus der Kita des SOS Kinderdorfes wird es am letzten Tag des E-Golf-Tests noch einmal spannend: Zum Abschluss des Projektes geht es in die Waschanlage. Tankstellenmitarbeiterin Katrin Sosna erklärt ihm, dass das Elektroauto ohne Bedenken eine Autowäsche übersteht. „Inzwischen habe ich keine Angst mehr, währenddessen im Wagen sitzen zu bleiben“, sagt er. „Es ist immer wieder ein aufregendes Erlebnis.“ Als die riesigen Bürsten ihn trotzdem ein wenig einschüchtern, hält Kinderdorf-Mutter Steffi Arndt seine Hand.

Für die 50-Jährige ist das Auto ein ideales Stadtfahrzeug: „Jetzt am Ende des E-Golf-Tests kann ich sagen, dass sich die täglichen Fahrten von vier Kindern damit problemlos wuppen lassen“, resümiert sie. Doch längeren Distanzen steht sie kritisch gegenüber: „Meine Heimatstadt Roßwein ist 230 Kilometer von hier entfernt. Für meine Tour im Winter müsste einiges vorher anders planen“, sagt sie. Kurz vor Weihnachten holt sie dort jedes Jahr Gänse für das Festessen. „Wenn ich mit dem E-Auto fahren würde, müsste ich auf jeden Fall dort übernachten.“ Öffentliche Schnellladestationen gibt es in Döbeln und Umgebung nicht.

Auch Kevin Beyer, Koch im SOS Kinderdorf, kann sich den E-Golf gut als Stadtauto vorstellen, denn er legt oft kleinere Distanzen zurück. Vor allem das Fahrverhalten hat ihm sehr zugesagt. Was das Ladevolumen angeht, ist er ebenfalls sehr zufrieden: „Der Wocheneinkauf hat trotz zusätzlicher Kabel gut in Kofferraum gepasst“, sagt der 30-Jährige. Dafür musste er noch nicht einmal dir Rückbänke umklappen.

Die Tendenz von Kinderdorf-Vater Enrico Kozik geht ebenfalls dahin, sich irgendwann einmal ein Elektroauto anzuschaffen. „Bis dahin muss der E-Golf aber noch einiges an Reichweite hinzugewinnen“, sagt er. Wenn alle Mitglieder seiner Kinderdorf-Familie zusammen einen Ausflug planen würden, bräuchte er mindestens einen Siebensitzer: „Preislich liegt das für mich derzeit nicht im Rahmen. Dafür müsste noch mehr staatliche Förderung zur Verfügung stehen.“ Für ihn ist klar: Die Preise von Diesel, Benzinern und Elektroautos dürfen in Zukunft nicht mehr so stark auseinanderklaffen und es müsste mehr Ladestationen geben.

Wichtigster Pluspunkt für Verwaltungsmitarbeiterin Katrin Pötinger ist nach der einwöchigen Nutzung des E-Golf der Nachhaltigkeits-Aspekt: „Für mich ist ein Elektroauto in erster Linie ein umweltbewusstes Fahrzeug. Privat würde ich es gerne fahren, denn damit hätte ich definitiv ein reineres Gewissen. Zur Zeit ist das aber auch für mich noch nicht finanzierbar. Bisher fahre ein Erdgas-Fahrzeug“, erzählt die 40-Jährige.

Ebenfalls begeistert vom Umweltaspekt und der Energierückgewinnung ist Verwaltungsleiterin Michaela Otto: „Für mich waren die Fahrten im Eco- oder Eco-Plus-Modus immer ein Zahlenspiel. Das hat zwischendurch großen Spaß gemacht“, sagt sie. „Immer wieder habe ich getestet, wie ich Energie wiedergewinnen kann. Vor allem beim Abbremsen konnte ich oft einige Kilometer wieder gutmachen.“ Am liebsten hätte sie das Auto ein ganzes Jahr lang ausprobiert. Für den nächsten Ausflug des SOS Kinderdorfes an die Ostsee hätte sie auch direkt schon eine Umsetzungsidee: „Wir würden das E-Auto an die Schnellladestation in Warnemünde hängen und in den drei Stunden Ladezeit zum Strand gehen“, schlägt sie vor. Heute wird sie das Auto – auch ein bisschen wehmütig – an VW zurückgeben.

Von Melanie Höhn

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