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Saufen und Kiffen gegen die Langeweile

Undercover in Flüchtlingsunterkunft Saufen und Kiffen gegen die Langeweile

Zweiter Teil des MAZ-Reports aus Flüchtlingsheimen: Im ersten Teil berichtete Reporter und Terrorismusexperte Shams Ul-Haq über die Zustände in Eisenhüttenstadt. In Berlin-Tempelhof ist nicht besser. Der Alltag ist öde, die Hygiene mies und es gibt erschreckende Entwicklungen.

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Undercover im Flüchtlingsheim: Journalist Shams Ul-Haq

Quelle: Shams Ul-Haq

Eisenhüttenstadt. Die Männer von der Feuerwehr müssen mehrmals in der Woche ins Heim eilen, weil Kinder auf einen roten Knopf drücken. Weil Bewohner in den Zimmern kochen und rauchen, wird automatisch weiterer Alarm ausgelöst. Wirkliche Konsequenzen gibt es keine.

Die hygienischen Bedingungen in Eisenhüttenstadt sind übel. Meinem schlimmsten Feind würde ich die Steh-Toiletten in den Baracken nicht zumuten.

Die MAZ-Serie

Der Journalist und Terrorismus-Experte Shams Ul-Hag war unter falscher Identität unerkannt in drei Flüchtlingsheimen unterwegs.

In Eisenhüttenstadt, Dresden und Berlin-Tempelhof gelang es dem gebürtigen Pakistani unterzukommen und Taschengeld zu kassieren.

Der 40-Jährige, der aus dem Umland von Islamabad stammt, kam vor 25 Jahren als Asylbewerber nach Deutschland. Er lebt in Frankfurt/Main.

Der Journalist arbeitet für viele europäische Medien. Um Missstände aufzudecken schleuste er sich mehrfach in Asylbewerberheime ein.

Den ersten Teil der Serie können Sie hier nachlesen – „Erstaufnahme Eisenhüttenstadt ist ein Witz“

Die Serie des MAZ-Reporters hat bereits aufgezeigt, dass es bei der Registrierung der Flüchtlinge erhebliche Mängel gibt.

Fromme Männer bringen Flüchtlinge in die Moschee

Öfter erscheinen fromme Männer im Lager, wie ich an den fünf Tagen meine Aufenthalts beobachte, Typen mit Bart und angezogen wie die Salafiyya-Freunde um den Oberguru Pierre Vogel. Sie definieren sich als ehrenamtliche Helfer und bringen die Leute in die Moschee.

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Der aus Pakistan stammende Reporter Shams ul-Haq hat sich eine Woche lang verdeckt in Unterkünften in Eisenhüttenstadt, Berlin Tempelhof und Dresden aufgehalten – und fotografiert. Wir haben einige seiner Eindrücke in einer Bildergalerie festgehalten

Zur Bildergalerie

Vor dem Lager stehen Zeugen Jehovas. Ein gefundenes Fressen für die ultraorthodoxen Moslems, die auf die Leute zeigen können und sagen, „seht ihr, wie die Christen versuchen, euch vom Glauben abzubringen“. Die Flüchtlinge haben natürlich keine Ahnung, dass hier lediglich ein notorisch erfolgloser Trupp Position hält, der zur Folklore deutscher Städte gehört.

Angst vor dem Abendspaziergang

Die Ausgabe der Kleider wirkt undurchsichtig. Syrische Familien bekommen augenscheinlich bessere Textilien. Ein anderes Thema ist aber viel ernster: Flüchtlinge würden Schüler auf dem Weg zur Schule ansprechen. Eine Grundschülerin sei regelrecht belästigt worden. Ich habe Flüchtlinge darauf angesprochen. Sie meinten, wenn sie mit Kindern sprächen, lernten sie schneller Deutsch. Erwachsene haben fremde Kinder aber nicht zu kontaktieren.

Ich sprach außerdem mit einer ehrenamtlichen deutschen Flüchtlingshelferin, die sich wirklich kein Etikett einer Rassistin anheften lässt. Ab einer bestimmten Uhrzeit, erzählt sie, gehe sie nicht mehr auf dem Areal spazieren, um nicht belästigt zu werden. Das sei ihr schon mehrfach passiert.

Einchecken in Tempelhof mit Schnaps in der Tasche

Ich verlasse Eisenhüttenstadt, um noch am berühmten Lageso in Berlin vorbeizuschauen. Vor ein paar Wochen hatte ich dort und in Tempelhof „eingecheckt“. Ich dachte, es wird schwer für mich, wieder in Tempelhof reinzukommen. Unsinn! Ich wurde ich nicht einmal nach meinen Ausweis gefragt und durfte in meinen ehemalige Hangar 3 Box A3 wohnen. Und hier traf ich alte Bekannte, die sich freuten mich wieder zu sehen. Für sie habe ich eine Flasche guten Schnaps in der Tasche, damit ich hier wieder in kurzer Zeit wichtige Informationen erhalten kann.

Als erstes hat mich mein alter syrischer Freund interessiert, der hier am längsten wohnt und überhaupt nicht weg möchte. Warum? Er regiert hier. Bei unserem ersten Treffen hatte er mir erzählt, dass hier IS-Kämpfer als Schläfer leben. Er bestätigt mir, dass viele sich weiterhin in Tempelhof aufhalten. Die Geschichte von einer albanischen Mafia-Gruppe macht die Runde, berichtet er. Die verkaufe Bleiberechtsdokumente, natürlich gefälscht.

Ansonsten bestimmt nach wie vor auch hier der gleiche öde Alltag ewigen Wartens das Leben, begleitet von Saufen und Kiffen. Einige Flüchtlinge bieten sich inzwischen als Prostituierte an. Das ganze funktioniert auf sehr, sehr vertraulicher Basis.

Toiletten stinken schlimmer als ein Schweinestall

Die hygienischen und sanitären Bedingungen in Tempelhof sind weiterhin bedrückend. Die Toiletten bestehen nur aus Dixie-Klos und stinken schlimmer als ein Schweinestall. Auch Familien und Kinder müssen diese Toiletten benutzen. Viele berichten von Juckreiz und Krankheiten.

Die Männer müssen weiterhin mit einem 9-Sitzer zum Duschen gefahren werden. Es gibt keine richtigen Waschbecken, nur Waschbassins aus Plastik. Es sind nur Vorhangduschen oder angehängte Duschen in sehr schlechtem Zustand vorhanden.

Manche Hangars sind hingegen immer noch sehr gut ausgestattet, stehen allerdings leer. Flüchtlinge dürfen sie nicht benutzen. Verkehrte Welt.

Von Shams Ul-Haq

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