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Brandenburg Schau für Defa-Fotografin Waltraut Pathenheimer
Brandenburg Schau für Defa-Fotografin Waltraut Pathenheimer
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19:22 15.12.2016
Standfoto aus dem Defa-Film „Das Versteck“ mit Manfred Krug. Quelle: Defa-Stiftung
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Potsdam

Manne rennt. Über das Dach eines Plattenbaus. Im Hintergrund drehen sich die Kräne, wachsen weitere Neubauten in die Höhe. Das Motiv mit Manfred Krug stammt aus dem Defa-Liebesfilm „Das Versteck“, fotografiert von Waltraut Pathenheimer. Ob der im Oktober verstorbene Schauspieler Manne Krug, Defa-Chefindianer Gojko Mitic, aparte Aktricen wie Angelika Waller und Jutta Wachowiak oder Regisseure wie Kurt Maetzig und Frank Beyer: Waltraut Pathenheimer hat mit den ganz Großen der Defa zusammengearbeitet.

Der ersten Frau, die 1954 im Defa-Studio für Spielfilme als Standfotografin arbeitete, ist die Ausstellung „Pathenheimer: Filmfotografin. Defa Movie Stills“ gewidmet. Die Vernissage findet am Freitagabend im Zentrum für Medienwissenschaften statt, das sich gegenüber dem Potsdamer Filmmuseum befindet. „Ihre Bilder sind bis heute gefragt“, sagt Kuratorin Anna Luise Kiss, Medienwissenschaftlerin an der Filmuniversität „Konrad Wolf“. Wenn es in Publikationen um die Defa geht oder wenn Defa-Retrospektiven mit Standfotos beworben werden – häufig findet sich auf der Rückseite die Signatur „Defa-Pathenheimer“. In fast vierzig Jahren hat die Berlinerin 80 Produktionen begleitet. Es ist nicht übertrieben, sie eine Legende zu nennen. Wenn auch eine aus der zweiten Reihe.

Durch tausende Fotos haben sich Anna Luise Kiss und Ko-Kurator Dieter Chill gestöbert, ein Jahr für die Vorbereitung benötigt. Für die Ausstellung haben sie rund 180 ausgewählt. Küsse, Klassenfeinde, Kriminalität und Krieg: Waltraut Pathenheimers Schwarz-weiß-Fotos sind nicht nach Filmen, sondern nach fünfzehn Kapiteln sortiert.

Waltraut Pathenheimer, die am 17. Februar 2017 ihren 85. Geburtstag begeht, hat als Standfotografin eine eigene Bildsprache entwickelt. Sie drückte nicht einfach bei Szenen drauf und dokumentierte den Filminhalt, sondern inszenierte in Drehpausen oder nach Drehschluss eine neue Dramaturgie. Einzelne Bilder, die eine Geschichte erzählen konnten, ohne dass Schauspieler sprachen oder Filmmusik Gefühle erzeugte. „Sie war fast unsichtbar am Set, beobachtete oft den ganzen Drehtag still aus ihrer Ecke heraus“, erinnert sich Kameramann Dieter Chill, der bei verschiedenen Produktionen mit Waltraut Pathenheimer zusammenarbeitete. Immer habe sie die Drehbücher gekannt, Regisseure und Schauspieler sowieso.

Kuratorin Quelle: Bernd Gartenschläger

Ihre Standfotos nutzte der DDR-Verleih Progress für die Kinowerbung, ihre Schauspielerporträts für Starpostkarten. Tatsächlich bilden die Fotos gleichsam Kunst und Zeitgeschichte ab, entwickelt mit ihren aufregenden Licht- und Schattenspielen, ihren außergewöhnlichen An- und Ausschnitten eine eigene Kunstform, die weit über das „normale Gebrauchswesen“ hinaus weise, sagt Chill.

Begleitend ist das von Anna Luise Kiss und Dieter Chill erschienene Buch „Pathenheimer: Filmfotografin. Defa Movie Stills“ im Ch. Links Verlag erschienen. Der Eintritt zur Ausstellung – Teil der Potsdamer Jahreskampagne „Hinter den Kulissen“ – ist frei. Zur Vernissage wird Nadja Klier als Laudatorin erwartet – die Hauptdarstellerin aus „Gritta von Rattenzuhausbeiuns“ kann man ebenfalls auf Fotos entdecken. Nadja Klier ist heute übrigens selbst eine angesehene Standfotografin.

Die Ausstellung hat vom 17. Dezember bis 17. Februar 2017 geöffnet, Di.-Sa. 10 bis 18 Uhr. Geschlossen ist vom 23. Dezember bis 2. Januar.

ZeM, Am Alten Markt 4, Potsdam

Von Ricarda Nowak

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