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Schlag gegen polnische Automafia

Internationale Polizeiarbeit Schlag gegen polnische Automafia

Brandenburgische Zielfahnder, polnische Spezialeinheiten und britische Polizisten haben am Mittwoch mit einer konzertierten Aktion mehrere Mitglieder einer international tätigen Autoschieberbande festgenommen. Zudem wurden Mobiltelefone und Computertechnik sichergestellt. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit.

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Quelle: Archiv

Frankfurt (Oder) / Gorzów Wlkp. Am Mittwochmorgen, 9. Dezember 2015, schlugen die Fahnder zu. Im Raum Gorzów in Polen sowie im Britischen Whitby (North Yorkshire) wurden fünf seit langem gesuchte Mitglieder einer international agierenden Bande von Fahrzeugdieben im Raum Gorzów in Polen sowie im Britischen Whitby (North Yorkshire) festgenommen. Dem dabei gefassten mutmaßlichen Bandenchef wird die Beteiligung an mindestens 60 Fahrzeugdiebstählen vorgeworfen.

Professionelle Täter am Werk

In Brandenburg fühlten sich die Diebe richtig wohl. In den Jahren 2012 und 2013 wurden in Brandenburg jeweils rund 130 Kleintransporter Mercedes Sprinter und baugleiche VW Crafter entwendet. Das gezielte und offenbar professionelle Vorgehen, die hohe Zahl Diebstähle sowie der Transport der Fahrzeuge ins (osteuropäische) Ausland ließen darauf schließen, dass die Täter bandenmäßig organisiert aus dem Ausland vorgehen.

Ermittler sammeln monatelang

Im März 2013 wurde im LKA Brandenburg schließlich die Ermittlungsgruppe (EG) Sprinter eingerichtet, sogar EUROPOL wurde einbezogen.

Von Juli bis Oktober 2014 konnte aufgrund dieser engen Zusammenarbeit deutscher und polnischer Behörden drei illegale Werkstätten im Raum Gorzów aufgefunden und geschlossen werden. Dort waren weit über 50 gestohlene Transporter zerlegt worden. Die Ermittlungen ergaben, dass Mitglieder von drei verschiedenen Diebesbanden die Fahrzeuge in Deutschland entwendet und in die Werkstätten gebracht.

Mit Arbeitsteilung auf Diebestour in Deutschland

Die Banden bestanden aus polnischen Bürgern und arbeiteten streng hierarchisch und arbeitsteilig. Ihre Diebestouren führten durch Brandenburg, aber auch durch die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen.

Außer Sprinter und Crafter stahlen die Banden auch VW T4 und T5. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mehr als 3,5 Millionen Euro.

Im Ergebnis der bisherigen Ermittlungen auf deutscher und polnischer Seite konnten bislang 13 Personen festgenommen werden.

Autodieb auf dem Baum

Schon im Januar 2015 gab es einen erfolgreichen gemeinsamen Einsatz deutscher und polnischer Ermittler. Bei Kontrollen in Lieberose, Staakow und Pinnow (alle im brandenburgischen Landkreis Dahme Spreewald) wurden zwei kurz zuvor entwendete Transporter sichergestellt. Sechs polnische Tatverdächtige wurden festgenommen. Einer von ihnen hatte sich auf einen Baum geflüchtet, wo ihn die Wärmebildkamera des Polizeihubschraubers ausfindig machte.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hat den 41-Jährigen angeklagt, er muss sich derzeit wegen des Diebstahls von mindestens 27 Transportern vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) verantworten. Er hat die Taten bereits gestanden.

Nach den Festnahmen kamen die Durchsuchungen

Im Anschluss an diese Festnahmen wurden im Raum Gorzów Wlkp. sechs Wohnungen und Häuser von Verdächtigen durchsucht. Hier stellten die Ermittler Mobiltelefone, Navigationsgeräte, Computertechnik und Datenträger in erheblichem Umfang sicher. Außerdem stießen die Einsatzkräfte auf schriftliche Unterlagen und Diebesgut. Zwei Analytiker von EUROPOL haben mit der Sicherung und Auswertung der gewonnenen Daten begonnen.

Den vier in Polen festgenommenen Verdächtigen wurden am Donnerstag durch das Bezirksgericht in Gorzów Wlkp. die deutschen Haftbefehle verkündet. Das Gericht wird später über die begehrte Auslieferung der bis dahin in Polen inhaftierten Verdächtigen nach Deutschland entscheiden. Auch der in Großbritannien festgenommene Verdächtige soll nach Deutschland überstellt werden.

Staatsanwaltschaft glücklich

Der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Leitender Oberstaatsanwalt Helmut Lange, und Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke beglückwünschten die Ermittler aus beiden Ländern zu ihrem aktuellen Erfolg und betonten: „Die Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg ist ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung international agierender Verbrecherbanden. Kern dieser Zusammenarbeit ist das JIT zwischen den Staatsanwaltschaften in Frankfurt (Oder) und Gorzów Wlkp., in welchem Ermittler des LKA Brandenburg und der KWP Gorzów konstruktiv zusammenarbeiten. Wir werden uns dafür einsetzen, dass wir auch in weiteren Ermittlungskomplexen solche Formen der Kooperation anwenden können.“

Von MAZonline

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